Umfassender Leitfaden: Tumoren des vorderen Augenabschnitts für die Facharztprüfung
Lernziele
- Die Inhalte der Einzelvorlesung „Umfassender Leitfaden: Tumoren des vorderen Augenabschnitts für die Facharztprüfung“ strukturiert wiedergeben.
- Diagnostische Befunde und Differenzialdiagnosen fachärztlich einordnen.
- Therapie, Verlauf und Warnzeichen sicher beurteilen.
Ausführliche Vorlesung
Umfassender Leitfaden: Tumoren des vorderen Augenabschnitts für die Facharztprüfung
I. Executive Summary: Strategischer Überblick der Onkologie des vorderen Abschnitts
In der Facharztprüfung ist das Thema Vorderabschnittstumoren kein "Nischenwissen", sondern ein Lackmustest für Ihr klinisches Verantwortungsbewusstsein. Obwohl diese Entitäten seltener sind als Glaukome oder Katarakte, ist ihre frühzeitige Identifikation überlebenswichtig. Als Prüfungsvorsitzender erwarte ich von Ihnen nicht nur die Benennung von Diagnosen, sondern ein tiefes Verständnis für den Minimum Standard of Care.
Kernkonzepte der Diagnostik und Therapie:
- Diagnostik: Die Spaltlampe allein reicht nicht aus. Sie müssen die Palpation der Lymphknotenstationen und die Bildgebung (UBM für die Tiefeninfiltration, OCT) beherrschen.
- Therapie: Oberstes Gebot ist die No-Touch-Technik. Mechanische Manipulation führt zu Tumoraussaat. Die Kombination aus chirurgischer Radikalität und topischer Chemotherapie (MMC, Interferon) oder Brachytherapie (Ruthenium-106) ist heute Goldstandard.
General Rules für die Prüfung:
- Dokumentationspflicht: Es ist ein Kunstfehler, einen Tumor ohne Fotodokumentation und exakte Vermessung zu überwachen.
- Ganzheitlichkeit: Denken Sie in Metastasierungswegen. Ein lokaler Befund erfordert immer die Frage nach dem systemischen Status (Staging).
- Biopsie-Primat: Jedes rezidivierende "Chalazion" und jede chronische, therapieresistente Blepharitis bei älteren Patienten ist bis zum Beweis des Gegenteils malignitätsverdächtig und muss histologisch abgeklärt werden.
II. Klinische Anamnese und diagnostischer Algorithmus
Die strukturierte Herangehensweise entscheidet über Bestehen oder Nichtbestehen. Achten Sie in der Anamnese auf UV-Exposition (Beruf/Hobby), Hautkrebsvorgeschichte und den Immunstatus (HIV/Immunsuppression). Die Ethnie ist entscheidend: Kaukasier haben ein höheres Melanomrisiko, während Plattenepithelkarzinome bei dunkleren Hauttypen oft aggressiver auftreten.
Klinische Untersuchungstechniken (Prüfungsrelevante Details)
- Inspektion: Das Ektropionieren des Oberlids ist zwingend. Praxistipp für die Prüfung: Erwähnen Sie den Einsatz eines Watteträgers, um das Unterlid effektiv herunterzuziehen und den inferioren Tarsus sowie die Umschlagfalte vollständig zu visualisieren.
- Lymphknotenpalpation: Sie müssen die Drainage kennen. Der temporale/laterale Anteil drainiert in die präaurikulären Lymphknoten; der nasale/mediale Anteil in die submandibulären/zervikalen Stationen.
- Morphologische Deskription ("So What?"-Prinzip):
- *Vaskularisation (Feeder Vessels):* Signalisiert hohe metabolische Aktivität und Invasivität.
- *Verschieblichkeit:* Fehlende Verschieblichkeit auf der Sklera beweist die Invasion tieferer Schichten.
TNM-Klassifikation nach AJCC (8. Edition)
Sie müssen die Stadien beim konjunktivalen Plattenepithelkarzinom präzise benennen können:
- T1: Tumor maximal 5 mm in der größten Dimension.
- T2: Tumor > 5 mm.
- T3: Invasion von Adnexen (Lid), Fornix, Tarsus oder Lidkante.
- T4: Invasion der Orbita oder tieferer Strukturen.
III. Epitheliale Neoplasien der Augenoberfläche (OSSN)
Das Spektrum reicht von der konjunktivalen intraepithelialen Neoplasie (CIN) bis zum invasiven Plattenepithelkarzinom (SCC).
Klassifizierung und Morphologie
Die CIN wird nach der "Drittel-Regel" (Beteiligung des Epithels) in die Grade 1–3 unterteilt. Die Basalmembran ist die entscheidende Barriere; wird sie durchbrochen, liegt ein SCC vor.
Klinisch zeigt die OSSN drei Hauptformen: gelatinös, papilliform oder keratinisiert (Leukoplakie).
Differenzialdiagnose & Therapie
- Chirurgie: Exzision nach der No-Touch-Technik mit 2–4 mm Sicherheitsabstand.
- Medikamentöse Therapie (Das exakte Protokoll):
- Mitomycin C (MMC): Gabe in der Konzentration 0,04 %. Zyklus: 4 Wochen Therapie, gefolgt von 2 Wochen Pause.
- Wichtig: Sie müssen vorab Punctum Plugs setzen, um eine irreversible Tränenwegstenose durch das toxische MMC zu verhindern.
- Interferon-alpha-2b: Besser verträglich, ideal bei diffusen Befunden oder als Tropftherapie über mehrere Monate.
IV. Melanozytäre Tumoren: Diagnostik bis zur Immuntherapie
Die Abgrenzung zwischen Naevus, primär erworbener Melanose (PAM) und Melanom ist die "Königsdisziplin". Eine PAM mit Atypien trägt ein 30 %-Risiko zur malignen Transformation.
Genetische Differenzierung (Crucial Exam Knowledge)
Ein Prüfer wird Sie nach den Mutationen fragen:
- Konjunktiva-Melanom: Mutationen in BRAF oder NRAS (analog zum kutanen Melanom).
- Uveales Melanom / Naevus of Ota: Mutationen in GNAQ oder GNA11.
- Therapeutische Konsequenz: Bei Metastasierung kommen Checkpoint-Inhibitoren wie Nivolumab und Ipilimumab zum Einsatz.
Management
Es ist essenziell, eine Mapping-Biopsie durchzuführen, um die Ausdehnung der PAM/Atypien zu erfassen. Eine einfache Exzision reicht beim Melanom oft nicht aus; die Rezidivrate ist hoch (> 50 %). Adjuvante Verfahren wie Brachytherapie oder Kryotherapie der Ränder sind obligat.
V. Maligne Lidtumoren und das "Masquerade-Syndrom"
- Basalzellkarzinom (BCC): 90–95 % der Fälle. Achten Sie auf Perlmuttwall, Teleangiektasien und Madarosis (Wimpernausfall). Metastasierung ist selten, aber die lokale Destruktion massiv.
- Talgdrüsenkarzinom (Sebaceous Cell Carcinoma): Der gefährlichste "Masquerade"-Tumor. Er imitiert ein chronisches Chalazion oder eine Blepharitis. Goldene Regel: Rezidivierende Chalazia müssen tief biopsiert werden.
- Merkelzellkarzinom: Seltener, rötlich-violetter (cherry-red) Tumor mit schlechter Prognose (ca. 50 % 5-Jahres-Überleben).
Therapie der Wahl ist die Mohs-Chirurgie (Schnittrandkontrolle), um Rezidive zu vermeiden.
VI. Rekonstruktive Prinzipien nach Tumorexzision
Ziel ist der Schutz der Hornhaut und die Wiederherstellung der Lidfunktion.
- Defekte < 1/3: Direkter Verschluss möglich.
- Größere Defekte: Einsatz von Verschiebelappen wie der Hughes-Plastik (Unterlid) oder der Youse-Plastik.
- Ersatzgewebe: Amnionmembran zur Bindehautdeckung; Mundschleimhauttransplantate (Stabilität) für den Tarsusersatz. Bei totalem Limbusstammzellverlust kommt die SLET-Technik zum Einsatz.
- So What? Wenn der Defekt großflächig die Gesichtshaut betrifft, ist die Überweisung an einen MKG-Chirurgen zwingend.
VII. Tumoren der Iris und des Ziliarkörpers
Irisläsionen sind meist Zufallsbefunde mit besserer Prognose als posteriore Uvealmelanome.
Diagnostik und Management:
- Biopsie: Muss mittels Vitrektor-Technik erfolgen. Die Verwendung von Scheren oder Pinzetten ist ein Kunstfehler, da sie zur Aussaat (Seeding) von Tumorzellen führt.
- Differenzialdiagnose Metastasen: Wenn eine Irisläsion rasches Wachstum zeigt und mit einem atypischen Reizgrad (Entzündungszeichen) einhergeht, denken Sie primär an Metastasen (Mamma- oder Bronchial-CA), nicht an ein Melanom.
- Prognosefaktor: Die Prognose ist gut, solange der Ziliarkörper nicht involviert ist. Eine Beteiligung des Ziliarkörpers verschlechtert das Outcome signifikant.
VIII. Quick-Review: Kompaktes Prüfungswissen
Tabellarische Zusammenfassung
| Tumorentität | Leitsymptom / Morphologie | Diagnostik | Therapie der Wahl | Red Flag |
|---|
| BCC (Lid) | Perlmuttwall, Madarosis | Biopsie | Mohs-Chirurgie | Lokale Destruktion |
| SCC (Bindehaut) | Gelatinös, Leukoplakie | UBM, Histologie | Exzision + MMC (0,04 %) | Sklerale Fixation |
| Melanom | Pigmentiert, dicke Stroma-Invasion | Mapping-Biopsie | Exzision + Brachytherapie | Rezidiv (Mortalität > 35 % nach 15 J.) |
| Lymphom | Lachsfarben (Salmon patch) | Biopsie/Staging | Radiatio / Chemotherapie | Systembeteiligung |
| Talgdrüsen-CA | Rezidivierendes Chalazion | Tiefe Biopsie | Radikale Exzision | Fehldiagnose Blepharitis |
Die 5 häufigsten Fehler in der Facharztprüfung
- Lymphknoten vergessen: Die Untersuchung endet nicht am Limbus. Prüfen Sie präaurikulär und submandibulär!
- Punctum Plugs ignoriert: Bei MMC-Gabe müssen die Tränenwege geschützt werden – sonst droht eine dauerhafte Epiphora.
- No-Touch-Regel verletzt: Mechanische Manipulation bei Melanomverdacht ist streng untersagt.
- Ungenaue TNM-Angaben: Kennen Sie den Unterschied zwischen T2 (> 5 mm) und T3 (Beteiligung des Fornix/Lidrandes).
- Biopsie-Technik: Verwendung von Scheren/Pinzetten bei Iris-Tumoren statt der Vitrektor-Aspiration.
Prüfungsorientierter Überblick
Umfassender Leitfaden: Tumoren des vorderen Augenabschnitts für die Facharztprüfung
I. Executive Summary: Strategischer Überblick der Onkologie des vorderen Abschnitts
In der Facharztprüfung ist das Thema Vorderabschnittstumoren kein "Nischenwissen", sondern ein Lackmustest für Ihr klinisches Verantwortungsbewusstsein. Obwohl diese Entitäten seltener sind als Glaukome oder Katarakte, ist ihre frühzeitige Identifikation überlebenswichtig. Als Prüfungsvorsitzender erwarte ich von Ihnen nicht nur die Benennung von Diagnosen, sondern ein tiefes Verständnis für den Minimum Standard of Care .
Kernkonzepte der Diagnostik und Therapie: Diagnostik: Die Spaltlampe allein reicht nicht aus. Sie müssen die Palpation der Lymphknotenstationen und die Bildgebung (UBM für die Tiefeninfiltration, OCT) beherrschen. Therapie: Oberstes Gebot ist die No-Touch-Technik . Mechanische Manipulation führt zu Tumoraussaat. Die Kombination aus chirurgischer Radikalität und topischer Chemotherapie (MMC, Interferon) oder Brachytherapie (Ruthenium-106) ist heute Goldstandard.
General Rules für die Prüfung: 1. Dokumentationspflicht: Es ist ein Kunstfehler, einen Tumor ohne Fotodokumentation und exakte Vermessung zu überwachen. 2. Ganzheitlichkeit: Denken Sie in Metastasierungswegen. Ein lokaler Befund erfordert immer die Frage nach dem systemischen Status (Staging). 3. Biopsie-Primat: Jedes rezidivierende "Chalazion" und jede chronische, therapieresistente Blepharitis bei älteren Patienten ist bis zum Beweis des Gegenteils malignitätsverdächtig und muss histologisch abgeklärt werden.
Die strukturierte Herangehensweise entscheidet über Bestehen oder Nichtbestehen. Achten Sie in der Anamnese auf UV-Exposition (Beruf/Hobby), Hautkrebsvorgeschichte und den Immunstatus (HIV/Immunsuppression). Die Ethnie ist entscheidend: Kaukasier haben ein höheres Melanomrisiko, während Plattenepithelkarzinome bei dunkleren Hauttypen oft aggressiver auftreten.
Klinische Untersuchungstechniken (Prüfungsrelevante Details) Inspektion: Das Ektropionieren des Oberlids ist zwingend. Praxistipp für die Prüfung: Erwähnen Sie den Einsatz eines Watteträgers , um das Unterlid effektiv herunterzuziehen und den inferioren Tarsus sowie die Umschlagfalte vollständig zu visualisieren. Lymphknotenpalpation: Sie müssen die Drainage kennen. Der temporale/laterale Anteil drainiert in die präaurikulären Lymphknoten; der nasale/mediale Anteil in die submandibulären/zervikalen Stationen. Morphologische Deskription ("So What?"-Prinzip): Vaskularisation (Feeder Vessels): Signalisiert hohe metabolische Aktivität und Invasivität. Verschieblichkeit: Fehlende Verschieblichkeit auf der Sklera beweist die Invasion tieferer Schichten.
TNM-Klassifikation nach AJCC (8. Edition) Sie müssen die Stadien beim konjunktivalen Plattenepithelkarzinom präzise benennen können: T1: Tumor maximal 5 mm in der größten Dimension. T2: Tumor 5 mm. T3: Invasion von Adnexen (Lid), Fornix, Tarsus oder Lidkante. T4: Invasion der Orbita oder tieferer Strukturen.
Das Spektrum reicht von der konjunktivalen intraepithelialen Neoplasie (CIN) bis zum invasiven Plattenepithelkarzinom (SCC).
Klassifizierung und Morphologie Die CIN wird nach der "Drittel-Regel" (Beteiligung des Epithels) in die Grade 1–3 unterteilt. Die Basalmembran ist die entscheidende Barriere; wird sie durchbrochen, liegt ein SCC vor. Klinisch zeigt die OSSN drei Hauptformen: gelatinös , papilliform oder keratinisiert (Leukoplakie) .
Diagnostik
- In der Facharztprüfung ist das Thema Vorderabschnittstumoren kein "Nischenwissen", sondern ein Lackmustest für Ihr klinisches Verantwortungsbewusstsein. Obwohl diese Entitäten seltener sind als Glaukome oder Katarakte, ist ihre frühzeitige Identifikation überlebenswichtig. Als Prüfungsvorsitzender erwarte ich von Ihnen nicht nur die Benennung von Diagnosen, sondern ein tiefes Verständnis für den Minimum Standard of Care .
- Kernkonzepte der Diagnostik und Therapie: Diagnostik: Die Spaltlampe allein reicht nicht aus. Sie müssen die Palpation der Lymphknotenstationen und die Bildgebung (UBM für die Tiefeninfiltration, OCT) beherrschen. Therapie: Oberstes Gebot ist die No-Touch-Technik . Mechanische Manipulation führt zu Tumoraussaat. Die Kombination aus chirurgischer Radikalität und topischer Chemotherapie (MMC, Interferon) oder Brachytherapie (Ruthenium-106) ist heute Goldstandard.
- General Rules für die Prüfung: 1. Dokumentationspflicht: Es ist ein Kunstfehler, einen Tumor ohne Fotodokumentation und exakte Vermessung zu überwachen. 2. Ganzheitlichkeit: Denken Sie in Metastasierungswegen. Ein lokaler Befund erfordert immer die Frage nach dem systemischen Status (Staging). 3. Biopsie-Primat: Jedes rezidivierende "Chalazion" und jede chronische, therapieresistente Blepharitis bei älteren Patienten ist bis zum Beweis des Gegenteils malignitätsverdächtig und muss histologisch abgeklärt werden.
- Klinische Untersuchungstechniken (Prüfungsrelevante Details) Inspektion: Das Ektropionieren des Oberlids ist zwingend. Praxistipp für die Prüfung: Erwähnen Sie den Einsatz eines Watteträgers , um das Unterlid effektiv herunterzuziehen und den inferioren Tarsus sowie die Umschlagfalte vollständig zu visualisieren. Lymphknotenpalpation: Sie müssen die Drainage kennen. Der temporale/laterale Anteil drainiert in die präaurikulären Lymphknoten; der nasale/mediale Anteil in die submandibulären/zervikalen Stationen. Morphologische Deskription ("So What?"-Prinzip): Vaskularisation (Feeder Vessels): Signalisiert hohe metabolische Aktivität und Invasivität. Verschieblichkeit: Fehlende Verschieblichkeit auf der Sklera beweist die Invasion tieferer Schichten.
- Differenzialdiagnose & Therapie Chirurgie: Exzision nach der No-Touch-Technik mit 2–4 mm Sicherheitsabstand. Medikamentöse Therapie (Das exakte Protokoll): Mitomycin C (MMC): Gabe in der Konzentration 0,04 % . Zyklus: 4 Wochen Therapie, gefolgt von 2 Wochen Pause . Wichtig: Sie müssen vorab Punctum Plugs setzen, um eine irreversible Tränenwegstenose durch das toxische MMC zu verhindern. Interferon-alpha-2b: Besser verträglich, ideal bei diffusen Befunden oder als Tropftherapie über mehrere Monate.
- Irisläsionen sind meist Zufallsbefunde mit besserer Prognose als posteriore Uvealmelanome.
- Diagnostik und Management: Biopsie: Muss mittels Vitrektor-Technik erfolgen. Die Verwendung von Scheren oder Pinzetten ist ein Kunstfehler, da sie zur Aussaat (Seeding) von Tumorzellen führt. Differenzialdiagnose Metastasen: Wenn eine Irisläsion rasches Wachstum zeigt und mit einem atypischen Reizgrad (Entzündungszeichen) einhergeht, denken Sie primär an Metastasen (Mamma- oder Bronchial-CA), nicht an ein Melanom. Prognosefaktor: Die Prognose ist gut, solange der Ziliarkörper nicht involviert ist. Eine Beteiligung des Ziliarkörpers verschlechtert das Outcome signifikant.
- Tumorentität Leitsymptom / Morphologie Diagnostik Therapie der Wahl Red Flag :--- :--- :--- :--- :--- BCC (Lid) Perlmuttwall, Madarosis Biopsie Mohs-Chirurgie Lokale Destruktion SCC (Bindehaut) Gelatinös , Leukoplakie UBM, Histologie Exzision + MMC (0,04 %) Sklerale Fixation Melanom Pigmentiert, dicke Stroma-Invasion Mapping-Biopsie Exzision + Brachytherapie Rezidiv (Mortalität 35 % nach 15 J.) Lymphom Lachsfarben (Salmon patch) Biopsie/Staging Radiatio / Chemotherapie Systembeteiligung Talgdrüsen-CA Rezidivierendes Chalazion Tiefe Biopsie Radikale Exzision Fehldiagnose Blepharitis
Differenzialdiagnosen
- Differenzialdiagnose & Therapie Chirurgie: Exzision nach der No-Touch-Technik mit 2–4 mm Sicherheitsabstand. Medikamentöse Therapie (Das exakte Protokoll): Mitomycin C (MMC): Gabe in der Konzentration 0,04 % . Zyklus: 4 Wochen Therapie, gefolgt von 2 Wochen Pause . Wichtig: Sie müssen vorab Punctum Plugs setzen, um eine irreversible Tränenwegstenose durch das toxische MMC zu verhindern. Interferon-alpha-2b: Besser verträglich, ideal bei diffusen Befunden oder als Tropftherapie über mehrere Monate.
- Diagnostik und Management: Biopsie: Muss mittels Vitrektor-Technik erfolgen. Die Verwendung von Scheren oder Pinzetten ist ein Kunstfehler, da sie zur Aussaat (Seeding) von Tumorzellen führt. Differenzialdiagnose Metastasen: Wenn eine Irisläsion rasches Wachstum zeigt und mit einem atypischen Reizgrad (Entzündungszeichen) einhergeht, denken Sie primär an Metastasen (Mamma- oder Bronchial-CA), nicht an ein Melanom. Prognosefaktor: Die Prognose ist gut, solange der Ziliarkörper nicht involviert ist. Eine Beteiligung des Ziliarkörpers verschlechtert das Outcome signifikant.
Therapieprinzipien
- Kernkonzepte der Diagnostik und Therapie: Diagnostik: Die Spaltlampe allein reicht nicht aus. Sie müssen die Palpation der Lymphknotenstationen und die Bildgebung (UBM für die Tiefeninfiltration, OCT) beherrschen. Therapie: Oberstes Gebot ist die No-Touch-Technik . Mechanische Manipulation führt zu Tumoraussaat. Die Kombination aus chirurgischer Radikalität und topischer Chemotherapie (MMC, Interferon) oder Brachytherapie (Ruthenium-106) ist heute Goldstandard.
- General Rules für die Prüfung: 1. Dokumentationspflicht: Es ist ein Kunstfehler, einen Tumor ohne Fotodokumentation und exakte Vermessung zu überwachen. 2. Ganzheitlichkeit: Denken Sie in Metastasierungswegen. Ein lokaler Befund erfordert immer die Frage nach dem systemischen Status (Staging). 3. Biopsie-Primat: Jedes rezidivierende "Chalazion" und jede chronische, therapieresistente Blepharitis bei älteren Patienten ist bis zum Beweis des Gegenteils malignitätsverdächtig und muss histologisch abgeklärt werden.
- Die strukturierte Herangehensweise entscheidet über Bestehen oder Nichtbestehen. Achten Sie in der Anamnese auf UV-Exposition (Beruf/Hobby), Hautkrebsvorgeschichte und den Immunstatus (HIV/Immunsuppression). Die Ethnie ist entscheidend: Kaukasier haben ein höheres Melanomrisiko, während Plattenepithelkarzinome bei dunkleren Hauttypen oft aggressiver auftreten.
- Differenzialdiagnose & Therapie Chirurgie: Exzision nach der No-Touch-Technik mit 2–4 mm Sicherheitsabstand. Medikamentöse Therapie (Das exakte Protokoll): Mitomycin C (MMC): Gabe in der Konzentration 0,04 % . Zyklus: 4 Wochen Therapie, gefolgt von 2 Wochen Pause . Wichtig: Sie müssen vorab Punctum Plugs setzen, um eine irreversible Tränenwegstenose durch das toxische MMC zu verhindern. Interferon-alpha-2b: Besser verträglich, ideal bei diffusen Befunden oder als Tropftherapie über mehrere Monate.
- Genetische Differenzierung (Crucial Exam Knowledge) Ein Prüfer wird Sie nach den Mutationen fragen: Konjunktiva-Melanom: Mutationen in BRAF oder NRAS (analog zum kutanen Melanom). Uveales Melanom / Naevus of Ota: Mutationen in GNAQ oder GNA11 . Therapeutische Konsequenz: Bei Metastasierung kommen Checkpoint-Inhibitoren wie Nivolumab und Ipilimumab zum Einsatz.
- Management Es ist essenziell, eine Mapping-Biopsie durchzuführen, um die Ausdehnung der PAM/Atypien zu erfassen. Eine einfache Exzision reicht beim Melanom oft nicht aus; die Rezidivrate ist hoch ( 50 %). Adjuvante Verfahren wie Brachytherapie oder Kryotherapie der Ränder sind obligat.
- Therapie der Wahl ist die Mohs-Chirurgie (Schnittrandkontrolle), um Rezidive zu vermeiden.
- Ziel ist der Schutz der Hornhaut und die Wiederherstellung der Lidfunktion. Defekte < 1/3: Direkter Verschluss möglich. Größere Defekte: Einsatz von Verschiebelappen wie der Hughes-Plastik (Unterlid) oder der Youse-Plastik . Ersatzgewebe: Amnionmembran zur Bindehautdeckung; Mundschleimhauttransplantate (Stabilität) für den Tarsusersatz. Bei totalem Limbusstammzellverlust kommt die SLET-Technik zum Einsatz. So What? Wenn der Defekt großflächig die Gesichtshaut betrifft, ist die Überweisung an einen MKG-Chirurgen zwingend.
Red Flags
- Tumorentität Leitsymptom / Morphologie Diagnostik Therapie der Wahl Red Flag :--- :--- :--- :--- :--- BCC (Lid) Perlmuttwall, Madarosis Biopsie Mohs-Chirurgie Lokale Destruktion SCC (Bindehaut) Gelatinös , Leukoplakie UBM, Histologie Exzision + MMC (0,04 %) Sklerale Fixation Melanom Pigmentiert, dicke Stroma-Invasion Mapping-Biopsie Exzision + Brachytherapie Rezidiv (Mortalität 35 % nach 15 J.) Lymphom Lachsfarben (Salmon patch) Biopsie/Staging Radiatio / Chemotherapie Systembeteiligung Talgdrüsen-CA Rezidivierendes Chalazion Tiefe Biopsie Radikale Exzision Fehldiagnose Blepharitis
Prüfungsfragen
1. Was sind die wichtigsten Lernpunkte der Vorlesung „Umfassender Leitfaden: Tumoren des vorderen Augenabschnitts für die Facharztprüfung“?
Die Antwort ergibt sich aus den strukturierten Abschnitten und muss am individuellen klinischen Befund überprüft werden.
2. Welche Befunde erfordern eine dringliche Abklärung?
Rasche Sehverschlechterung, starke Schmerzen, ausgeprägte Entzündung, Druckanstieg oder Verdacht auf eine infektiöse oder neurologische Ursache.