Persönliches Lernmaterial: Diese Zusammenfassung dient der Prüfungsvorbereitung und ersetzt weder offizielle Vorgaben noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Schulterluxation — Klinische Untersuchung

Klinische Untersuchung des Schultergelenks & Schlüsselbeinfraktur — Vorbereitung auf die Fachsprachenprüfung

1. Einleitung & Übersicht

Die klinische Untersuchung der Schulterluxation ist ein zentrales Thema in der orthopädischen und unfallchirurgischen Diagnostik. Der Dozent betont, dass etwa 90 % der klinischen Befunde bereits in der theoretischen Vorlesung besprochen wurden. Der Schwerpunkt liegt auf der praktischen Durchführung der Untersuchung sowie auf der korrekten fachsprachlichen Kommunikation während der Prüfung.

Der gesamte Untersuchungsgang folgt dem klassischen Schema: Inspektion → Palpation → Beweglichkeitsprüfung. Jeder dieser Schritte hat spezifische Befunde, die bei der Schulterluxation zu erheben sind.

Typische Anamnese: Ein Patient stellt sich nach einem Sturz vor, beispielsweise nach einem Sturz vom Fahrrad oder Motorrad, mit Schmerzen und einer sichtbaren Deformität der Schulter.

2. Inspektion (Inspektion)

2.1 Allgemeine Befunde bei der Inspektion

Die Inspektion ist der erste und wichtigste Schritt bei der klinischen Untersuchung. Folgende Punkte sollten systematisch beurteilt werden:

  • Schulterdeformität (Schulterdeformität) — Asymmetrie, Vorwölbung oder Eindellung im Bereich des Humeruskopfes
  • Hämatom — Bluterguss im Bereich des Schultergelenks (typisch nach Trauma)
  • Schwellung (Schwellung / Tumor) — Weichteilschwellung um das Gelenk
  • Fehlstellung der Clavicula — sichtbare Deformität des Schlüsselbeins
  • Haltungsänderung (Schonhaltung) — der Patient nimmt typischerweise eine schonende Haltung ein, um Schmerzen zu minimieren
  • Läsion des Nervus axillaris — zeigt sich durch eine Atrophie des Musculus deltoideus
  • Muskelatrophie — insbesondere des Musculus trapezius (oberer Anteil) bei chronischer Schädigung

2.2 Epauletten-Phänomen (Apolettenten-Phänomen)

Das Epauletten-Phänomen ist ein klassisches Zeichen bei der Schulterluxation. Es entsteht dadurch, dass der Humeruskopf aus seiner normalen Position gleitet und das Schulterdach (Acromion) prominent hervortritt — ähnlich wie die Schulterklappe einer Uniform.

Der Dozent erklärt dies anschaulich: Legt man die Hand auf die betroffene Schulter, entsteht eine erhabene Vorwölbung unter der Haut, die wie eine Uniform-Schulterklappe (Epaulette) wirkt.

2.3 Typische Anamnese bei Schulterluxation

Der Patient berichtet typischerweise über einen Sturz auf die betroffene Schulter oder auf den ausgestreckten Arm. Weitere Anhaltspunkte:

  • Adduktions-Kontraktur — der Patient hält den Arm in Adduktion, um die Schmerzen zu reduzieren
  • Der Arm wird oft schmerzbedingt in einer Schonhaltung gehalten
  • Der Patient kann den Arm nicht aktiv bewegen
Wichtig für die Prüfung: Bei der Anamnese gezielt nach dem Unfallhergang fragen. Typische Frage: „Wie ist der Unfall passiert?" — Der Patient berichtet oft spontan über einen Sturz auf den Arm oder die Schulter. Aus der Sichtung kann bereits auf die Luxation geschlossen werden.

3. Palpation (Palpation)

3.1 Allgemeine Hinweise zur Palpation

Die Palpation erfolgt schrittweise und systematisch. Der Dozent betont, dass der Untersucher sowohl verbalisieren als auch gleichzeitig palpieren sollte — dies ist in der Prüfung ein positives Signal und zeigt klinische Kompetenz.

3.2 Palpation der Clavicula (Schlüsselbein)

Die Clavicula (Schlüsselbein) wird in drei Abschnitte unterteilt:

  • Mediales Drittel (mediales Claviculadrittel)
  • Mittleres Drittel (mittleres Claviculadrittel)
  • Laterales Drittel (laterales Claviculadrittel)

Die Clavicula wird von medial nach lateral systematisch abgetastet, um Frakturen oder Luxationen zu identifizieren.

Bei der Palpation wird die Clavicula in Fixation und Mobilisation untersucht:

  • Der Untersucher fixiert die Clavicula mit einer Hand und bewegt sie mit der anderen Hand
  • Die Transversalbewegung (Seitenbewegung) wird geprüft
  • Der Patient spürt eventuelle Schmerzen oder Instabilität

3.3 Klinische Tests während der Palpation

Translations test / Schubladen-Test

Der Schubladen-Test dient der Prüfung der Gelenkstabilität. Der Humeruskopf wird gegen die Cavitas glenoidalis nach vorne und hinten verschoben, um eine vermehrte Verschieblichkeit festzustellen.

Tennis-Spitzensyndrom (Tennis-Spitzensyndrom)

Der Patient zeigt Schmerzen bei der Bewegung der Clavicula — dies kann auf ein Impingement-Syndrom hinweisen.

Acromioclaviculargelenk-Luxation (AC-Gelenk-Luxation)

Bei einer Acromioclaviculargelenk-Luxation zeigt sich:

  • Schmerzen im Bereich des AC-Gelenks
  • Stufenbildung zwischen Acromion und Clavicula (Tastbefund)
  • Schwellung und Druckschmerzhaftigkeit
Wichtig für die Prüfung: Das Acromioclaviculargelenk wird klinisch beurteilt. Die Frage „Was schauen Sie sich an?" — Antwort: Stufenbildung (Treppenphänomen) bei AC-Gelenk-Luxation. Dies kann radiologisch als Röntgenaufnahme bestätigt werden.

3.4 Wichtige anatomische Strukturen

Processus coracoideus (Rabenschnabelfortsatz)

Der Processus coracoideus ist ein wichtiger knöcherner Orientierungspunkt. Er liegt unterhalb der Clavicula und ist von außen tastbar.

Musculus biceps brachii (Bizeps)

Der Bizeps entspringt mit zwei Köpfen:

  • Caput longum — langer Bizepskopf (entspringt am Tuberculum supraglenoidale)
  • Caput breve — kurzer Bizepskopf (entspringt am Processus coracoideus)

Die Bizepssehne kann bei der Palpation als wichtiger Orientierungspunkt dienen.

Tuberculum majus und minus (Großer und kleiner Oberarmhöcker)

Die Tubercula sind wichtige knöcherne Strukturen am proximalen Humerus, an denen verschiedene Muskeln ansetzen.

3.5 Clavicula-Fraktur (Schlüsselbeinfraktur)

Bei einer Clavicula-Fraktur zeigt die Inspektion typischerweise:

  • Sichtbare Fehlstellung (Deformität) im Bereich des Schlüsselbeins
  • Schwellung und Hämatom
  • Schonhaltung des Patienten
Merke: Bei Clavicula-Fraktur unbedingt auf Begleitverletzungen achten — insbesondere auf Nervenläsionen (N. axillaris, N. musculocutaneus) und Gefäßverletzungen (A. und V. axillaris).

4. Beweglichkeitsprüfung (Funktionsprüfung)

4.1 Neutral-Null-Methode (Neutral-Null-Methode)

Die Neutral-Null-Methode ist der Standard für die Dokumentation des Bewegungsumfangs aller Gelenke. Sie ist in der klinischen Praxis und in der Fachsprachenprüfung von großer Bedeutung.

Definition der Neutral-Null-Methode:

  • Der Patient nimmt die Nullstellung (Neutralstellung) ein — eine aufrechte, entspannte Position
  • Der Körper ist gerade und symmetrisch ausgerichtet
  • Die Arme befinden sich in einer neutralen, definierten Ausgangsposition
  • Von dieser Nullstellung aus werden alle Bewegungen gemessen und dokumentiert

Warum ist die Neutral-Null-Methode wichtig?

  • Dokumentation — sie ermöglicht eine standardisierte, vergleichbare Dokumentation des Bewegungsumfangs
  • Medizinrechtliche Bedeutung — eine sorgfältige Dokumentation schützt vor Haftungsansprüchen (z. B. postoperative Nervenschäden)
  • Verlaufskontrolle — der Behandlungserfolg kann objektiv beurteilt werden
Wichtig für die Prüfung: Die Frage „Was ist die Neutral-Null-Methode?" ist ein klassisches Prüfungsthema. Antwort: „Die Neutral-Null-Methode ist ein standardisiertes System zur Messung und Dokumentation des Bewegungsumfangs eines Gelenks. Der Patient nimmt eine neutrale Ausgangsstellung ein, von der aus alle Bewegungen gemessen werden." — Am besten mit einer kurzen Erklärung der Nullstellung ergänzen.

4.2 Untersuchung der Schulterbeweglichkeit

Wichtige Bewegungsterme und ihre Bedeutung

Deutsch (medizinisch) Arabisch (equivalent) Beschreibung
Abduktion ابداکسیون (Abdaktion) Abspreizen des Arms vom Körper weg zur Seite
Adduktion اداکسیون (Adduktion) Heranführen des Arms an den Körper
Anteversion / Flexion انتورزیون / فلکسیون Anheben des Arms nach vorne
Retroversion / Extension رتروزیون / اکستنشن Rückführung des Arms nach hinten
Außenrotation (Außenrotation) اوتی روتاسیون Drehung des Arms nach außen (Ellbogen 90° gebeugt)
Innenrotation (Innenrotation) اینی روتاسیون Drehung des Arms nach innen
Zirkumduktion زركومدکشن Kreisförmige Bewegung des Arms
Tipp für die Prüfung: Der Patient muss die Bewegung nicht perfekt ausführen. Es geht darum, die Bewegungsrichtung und den Begriff korrekt zu kennen. Einept routinely in der Praxis wird auch ein Winkelmesser (Goniometer) verwendet — dieser kann einfach über Amazon bestellt und vor der Prüfung an Patienten trainiert werden.

4.3 Rotatorenmanschette — Klinische Tests

Die Rotatorenmanschette besteht aus vier Muskeln und ihren Sehnen:

Muskel Funktion Klinischer Test
Musculus supraspinatus Abduktion (erste 15°) Jobe-Test / Empty-Can-Test
Musculus infraspinatus Außenrotation Outward-Rotation-Test
Musculus subscapularis Innenrotation Lift-Off-Test, Belly-Press-Test
Musculus teres minor Außenrotation, Adduktion Resisted External Rotation

Der Dozent erwähnt, dass Group-Test (ein kombinierter Test) zur Beurteilung der Rotatorenmanschette verwendet werden kann.

4.4 Instabilitätstests

Apprehension-Test (Apprehension-Test)

Der Apprehension-Test dient dem Nachweis einer Schulterinstabilität. Der Untersucher führt den Arm des Patienten in Abduktion und Außenrotation — der Patient zeigt typischerweise Angst oder Schmerz (Apprehension = Furcht/Vermeidungsreaktion).

Wichtig für die Prüfung: Der Apprehension-Test ist ein Standardtest bei V. a. Schulterinstabilität. Er wird bei der klinischen Untersuchung der Schulter durchgeführt und liefert Hinweise auf eine Habituelle Luxation (wiederholte Luxation ohne adäquates Trauma).

Relokationstest (Fulcrum-Test)

Der Relokationstest wird häufig nach einem positiven Apprehension-Test durchgeführt. Dabei wird ein axonaler Druck auf den Humeruskopf ausgeübt — bei einer Instabilität zeigt sich eine Schmerzreduktion.

Schubladen-Test (Drawer-Test)

Der Schubladen-Test prüft die anteriore und posteriore Instabilität des Glenohumeralgelenks.

5. Neurologische Untersuchung

5.1 Nervus axillaris (Axillarnerv) — Klinisch wichtigster Nerv

Wichtig: Bei jeder Schulterluxation muss der Nervus axillaris systematisch untersucht werden. Dieser Nerv ist bei Schulterluxationen besonders gefährdet, da er eng am Gelenk vorbeizieht.

Anatomie und Funktion des N. axillaris

Parameter Details
Motorische Funktion Innervation des Musculus deltoideus (Oberarmmuskel) und des Musculus teres minor
Sensible Funktion Sensible Versorgung der Haut über dem Muskel (Regio deltoidea) — sogenanntes Abzeichen (Musterfläche)
Typ der Schädigung Meist Dehnungsschaden bei anteriorer Luxation
Klinischer Befund Atrophie des M. deltoideus, Gefühlsstörung an der seitlichen Schulter

5.2 Weitere wichtige Nerven bei Schulterverletzungen

  • Nervus musculocutaneus — Innervation des M. biceps brachii; Läsion führt zu Schwäche der Ellbogenbeugung
  • Nervus radialis — kann bei Humerusfrakturen geschädigt werden
  • Plexus brachialis — Verletzungen möglich, besonders bei schweren Traumata

5.3 Dokumentation des neurologischen Status

Wichtig für die Prüfung und die medizinische Praxis: Jede neurologische Untersuchung muss dokumentiert werden! Dies gilt besonders für die Motorik (Bewegung) und Sensibilität (Gefühl). Diese Dokumentation ist auch aus medizinrechtlichen Gründen (Haftungsschutz) von großer Bedeutung — insbesondere nach operativen Eingriffen, um vorbestehende Nervenschäden von iatrogenen Schäden abzugrenzen.

Ablauf der neurologischen Dokumentation:

  • Motorik prüfen — Kraftgrade (0–5) für alle relevanten Muskelgruppen dokumentieren
  • Sensibilität prüfen — Fein-, Druck- und Schmerzempfindung in den relevanten Dermatomen dokumentieren
  • Reflexe — ggf. Reflexstatus erheben
  • Schreibrecht — alle Befunde sofort und lesbar dokumentieren

6. Bildgebende Diagnostik

6.1 Röntgenaufnahme (Röntgen)

Die Röntgenaufnahme ist die erste bildgebende Methode bei V. a. Schulterluxation oder Clavicula-Fraktur. Standardaufnahmen:

  • True-a.p.-Aufnahme (True-Aufnahme) — Beurteilung des Glenohumeralgelenks
  • Axiale Aufnahme — Beurteilung der Luxationsrichtung (anterior/posterior)
  • Y-Aufnahme — Tangentialaufnahme zur Beurteilung der Beziehung zwischen Humeruskopf und Cavitas glenoidalis

6.2 CT und MRT

  • CT (Computertomographie) — bei V. a. knöcherne Verletzungen (z. B. Hill-Sachs-Läsion, Bankart-Läsion)
  • MRT (Magnetresonanztomographie) — bei V. a. Weichteilverletzungen (Labrumläsion, Rotatorenmanschettenruptur)

7. Therapie

7.1 Konservative Therapie

Bei unkomplizierter Erstluxation ohne knöcherne Beteiligung:

  • Reposition — geschlossene Reposition unter Analgesie und Sedierung
  • Analgesie — initiale Schmerzbehandlung (z. B. Metamizol, NSAR)
  • Kortikosteroide — intraartikuläre Injektion zur Schmerzreduktion und Entzündungshemmung
  • Immobilisation — Ruhigstellung in einem Rucksackverband oder einer Schiene für 2–4 Wochen
  • Physiotherapie — frühfunktionelle Nachbehandlung zur Wiederherstellung der Beweglichkeit
Merke: Der Patient hält den Arm typischerweise in Adduktion und Innenrotation, um den Humeruskopf in der Gelenkpfanne zu halten und Schmerzen zu reduzieren (Schonhaltung).

7.2 Operative Therapie

Indikationen für eine operative Versorgung:

  • Rezidivierende (habituelle) Luxation
  • Knöcherne Begleitverletzungen (z. B. Tuberculum-majus-Fraktur)
  • Offene Luxation
  • Verletzung des N. axillaris mit persistierendem Defizit
  • Bankart-Läsion (LABRUM-Läsion)

Operationsverfahren: Arthroskopische vs. offene Stabilisierung (z. B. Bankart-Repair, Kapselraffung).

8. Komplikationen

Komplikation Beschreibung Klinischer Hinweis
Läsion des N. axillaris Dehnungsschaden bei anteriorer Luxation Atrophie des M. deltoideus, Gefühlsstörung seitliche Schulter
Habituelle Luxation Wiederkehrende Luxation ohne adäquates Trauma Positive Apprehension-Test, anamnestisch multiple Episoden
Hill-Sachs-Läsion Impressionsfraktur des Humeruskopfes Röntgen/CT: Delle am Humeruskopf
Bankart-Läsion Riss des Labrum glenoidale (vorderer Pfannenrand) MRT: Abriss des Labrums
Rotatorenmanschettenruptur Sehnenverletzung, besonders bei älteren Patienten Positive Rotatorenmanschettentests
Vaskuläre Komplikationen Verletzung der A. oder V. axillaris Pulslosigkeit, Blutung, Hämatom
Wichtig für die Prüfung: Die Habituelle Luxation (Habituelle Luxation) ist eine wiederkehrende Luxation, die bereits bei minimalen Bewegungen oder alltäglichen Aktivitäten auftritt. Sie entsteht nach einer primären traumatischen Luxation mit struktureller Schädigung (z. B. Bankart-Läsion). Der Apprehension-Test fällt positiv aus — der Patient zeigt Angst vor der Luxation bei bestimmten Bewegungen.

9. Typische Prüfungsfragen (FSP/Mündliche Prüfung)

Frage 1: „Wie untersuchen Sie eine Schulterluxation klinisch?"

Antwort: „Ich führe zunächst eine Inspektion durch — dabei schaue ich mir die Schulterdeformität, das Epauletten-Phänomen, Hämatome und Schwellungen an. Dann folgt die Palpation, bei der ich die knöchernen Strukturen (Clavicula, Acromion, Processus coracoideus) systematisch abtaste und auf Druckschmerz oder Instabilität prüfe. Abschließend führe ich die Funktionsprüfung mit der Neutral-Null-Methode durch."

Frage 2: „Was ist das Epauletten-Phänomen?"

Antwort: „Das Epauletten-Phänomen beschreibt eine Vorwölbung der Schulter, die bei anteriorer Schulterluxation auftritt. Der Humeruskopf tritt unter dem Acromion hervor, wodurch die Schulterkontur verändert ist — ähnlich einer Uniform-Schulterklappe."

Frage 3: „Welcher Nerv ist bei Schulterluxation besonders gefährdet?"

Antwort: „Der Nervus axillaris ist besonders gefährdet. Er verläuft eng am Schultergelenk und kann bei anteriorer Luxation durch Dehnung geschädigt werden. Klinisch zeigt sich eine Lähmung des Musculus deltoideus mit resultierender Schwäche der Armabduktion und Gefühlsstörung über der seitlichen Schulter (Regio deltoidea)."

Frage 4: „Was versteht man unter der Neutral-Null-Methode?"

Antwort: „Die Neutral-Null-Methode ist ein standardisiertes Messsystem zur Dokumentation des Gelenkbewegungsumfangs. Der Patient nimmt eine neutrale Nullstellung ein — aufrecht, mit am Körper anliegenden Armen. Von dieser definierten Ausgangsposition aus werden alle Bewegungsrichtungen gemessen. Die Dokumentation erfolgt in Winkelgraden, z. B. Abduktion 0-0-180."

Frage 5: „Wie behandelt man eine akute Schulterluxation?"

Antwort: „Die Therapie umfasst: 1) Analgesie und Sedierung zur Reposition, 2) Geschlossene Reposition des Humeruskopfes in die Cavitas glenoidalis, 3) Röntgenkontrolle nach Reposition, 4) Immobilisation im Rucksackverband für 2–4 Wochen, 5) Frühfunktionelle Physiotherapie nach Immobilisationsphase. Bei rezidivierender Luxation oder knöcherner Begleitverletzung erfolgt eine operative Stabilisierung."

Frage 6: „Wie untersuchen Sie eine Clavicula-Fraktur?"

Antwort: „Bei der Inspektion zeigt sich eine sichtbare Deformität im Bereich des Schlüsselbeins, eine Schwellung und ein Hämatom. Der Patient nimmt eine Schonhaltung ein. Bei der Palpation findet sich ein lokaler Druckschmerz und ggf. eine Stufenbildung an der Frakturstelle. Die Beweglichkeit des Schultergelenks ist schmerzbedingt eingeschränkt. Die Diagnose wird röntgenologisch bestätigt."

Frage 7: „Was ist der Apprehension-Test?"

Antwort: „Der Apprehension-Test dient dem Nachweis einer Schulterinstabilität. Der Patient befindet sich in Rückenlage. Der Untersucher führt den Arm in Abduktion von 90° und Außenrotation. Bei positiver Instabilität zeigt der Patient Angst oder Schmerz (Apprehension) und will den Arm nicht weiter bewegen — dies deutet auf eine vordere Instabilität hin."

10. Zusammenfassung — Klinischer Algorithmus

Abschließender Prüfungstipp: In der Fachsprachenprüfung ist es wichtig, dass Sie während der Untersuchung laut denken und Ihre Befunde verbalisieren. Dies zeigt dem Prüfer, dass Sie den klinischen Ablauf sicher beherrschen. Nutzen Sie die richtigen anatomischen und klinischen Fachbegriffe — und üben Sie die spezifischen Tests (Apprehension-Test, Neutral-Null-Methode) vorher praktisch.