Persönliches Lernmaterial: Diese Zusammenfassung dient der Prüfungsvorbereitung und ersetzt weder offizielle Vorgaben noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Klinische Knieuntersuchung

Strukturierte orthopädische Diagnostik des Kniegelenks — Inspektion, Palpation, Funktionstests, Band- und Meniskusprüfung (Schwerpunkt Kenntnisprüfung)

1. Einstieg in die Knieuntersuchung — D-Arzt-Frage

Die Knieuntersuchung ist ein sehr prüfungsrelevantes Thema. Häufig wird in der Prüfung ein Fall beschrieben, in dem der Patient auf das Knie gefallen ist — zum Beispiel: „Ein Patient war auf der Arbeit und ist auf das Knie gefallen, dann ging er zum D-Arzt." Hierzu kommen typische Fragen:

  • Was ist ein D-Arzt?
  • Was ist seine Aufgabe?
  • Wer trägt die Kosten (= Berufsgenossenschaft, BG)?
Wichtig für die Prüfung: Im Berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren (BG-Heilverfahren) ist der D-Arzt (Durchgangsarzt) der erste Ansprechpartner für Arbeitsunfälle. Er entscheidet, ob eine allgemeine oder besondere Heilbehandlung notwendig ist, und koordiniert die weitere Versorgung. Die Kosten trägt die zuständige Berufsgenossenschaft (BG).
Achtung: Nicht direkt mit der körperlichen Untersuchung beginnen, sondern stets strukturiert vorgehen — beginnend mit der Inspektion!

2. Inspektion

Die Inspektion umfasst laut IMPP:

  • Gender-Patient (Geschlecht des Patienten)
  • Standing-Patient (Patient im Stehen)
Inspektion umfasst: Beurteilung der Beinachse, des Muskelkonturs, der Muskelstellung und der Haut.

3. Beinachsenfehlstellungen (Genu valgum / Genu varum)

Bei der Inspektion werden die Beinachsen beurteilt. Wichtige Achsenfehlstellungen:

BezeichnungBeschreibungUmgangssprachlich
Genu varumO-Bein (nach medial konvex)„O-Bein"
Genu valgumX-Bein (nach lateral konvex)„X-Bein"
Genu recurvatumÜberstreckung des Kniegelenks
Wichtig für die Prüfung: Genu valgum (X-Bein) und Genu varum (O-Bein) sind sehr häufige Prüfungsfragen — die lateinischen Begriffe müssen korrekt beherrscht werden.

4. Muskulatur — M. quadriceps femoris

Bei der Inspektion wird besonders auf den M. quadriceps femoris (vierköpfiger Oberschenkelmuskel) geachtet. Beurteilt werden:

  • Atrophie (Muskelverschmächtigung)
  • Hypertrophie (Muskelvergrößerung)

Vier Teile des M. quadriceps femoris:

  1. M. rectus femoris
  2. M. vastus medialis
  3. M. vastus lateralis
  4. M. vastus intermedius
Merkhilfe: Der M. vastus medialis ist klinisch besonders wichtig — bei einer Atrophie des Vastus medialis liegt meist eine chronische (alte) Knieverletzung vor (z. B. chronische Meniskusläsion). Eine akute Verletzung zeigt meist noch keine Atrophie.

5. Schwellung — Inspektion auf Schwellung

Bei der Inspektion wird auf Folgendes geachtet:

  • Schwellung
  • Hämatom (Bluterguss)
  • Erguss (Flüssigkeitsansammlung im Gelenk)

6. Tanzende Patella — Nachweis eines Gelenkergusses

Die tanzende Patella (auch „Patella-Tanz" oder „ballottement") ist ein einfacher, aber sehr wichtiger Test zum Nachweis eines Kniegelenksergusses.

6.1 Durchführung — „Ausräumungs-Manöver"

  1. Mit der linken Hand wird von oben (Oberschenkel) nach unten (Richtung Knie) gestrichen (Ausräumung).
    → Dadurch wird die Flüssigkeit im Recessus suprapatellaris in Richtung Kniegelenk gestrichen / ausgeräumt.
  2. Mit dem Zeigefinger der rechten Hand wird von unten auf die Patella geklopft (Perkussion).
  3. Wenn ein Erguss vorhanden ist, „tanzt" die Patella — sie bewegt sich federnd gegen den Finger.
Namensgebung: Der Test heißt „tanzende Patella", weil die Patella bei Ergussanwesenheit unter dem Finger zu „tanzen" scheint — sie hebt und senkt sich rhythmisch.
Wichtig für die Prüfung: Die Durchführung muss exakt beschrieben werden können:
  • Linke Hand streicht von proximal nach distal (Oberschenkel → Knie)
  • Rechte Hand perkutiert die Patella von unten
  • Positives Zeichen = „tanzende" Patella = Erguss

6.2 Thrust-Test (Talatschiance-Test)

Alternative Methode:

  • Zeigefinger und Daumen umgreifen die Patella wie einen „Gänseschnabel" (oder „Zange").
  • Der Patient wird aufgefordert, den M. quadriceps anzuspannen.
  • Wird der Muskel angespannt, fixiert sich die Patella und ist nicht mehr ballotierbar.
  • Pathologisch: Schmerzen beim Anspannen → Hinweis auf retropatellare Arthrose oder Synovialitis.

7. Palpation

Bei der Palpation werden systematisch untersucht:

  • Patella (Verschieblichkeit, Druckschmerz)
  • Gelenkspalt (medial und lateral)
  • Kollateralbänder
  • Sehnenansätze
  • Muskulatur (Vastus medialis bei chronischer Läsion!)
  • Lokale Schwellungen / Hämatome
Pathologisch: Bei der Inspektion ist zwingend auf eine mögliche Luxation oder Subluxation der Patella zu achten — diese darf nicht übersehen werden!

8. Bewegungsumfang — Neutral-Null-Methode

Die Beweglichkeit des Kniegelenks wird nach der Neutral-Null-Methode dokumentiert:

  • Extension / Streckung = 0° (normal)
  • Flexion / Beugung = ca. 130–150° (normal)

Beispiele für die Notation:

  • Normalbefund: Extension/Flexion = 0°–0°–130°
  • Streckhemmung: z. B. 0°–10°–90° (10° Streckdefizit, 90° Beugung)
  • Beugehemmung: z. B. 0°–0°–90° (nur bis 90° beugbar)

9. Funktionstests

Die spezifischen Funktionstests des Kniegelenks umfassen:

  1. Stabilitätstests der Bänder (Schublade, Lachman, Pivot-Shift, Gravitiy Sign)
  2. Meniskustests (Steinmann I + II, Böhler, Apley, Payr, McMurray)
  3. Kollateralbandtests (Valgus-/Varus-Stresstest)
Prüfungstipp: Für eine ausreichende Knieuntersuchung genügen in der Regel 2–3 Tests pro Struktur (z. B. Schublade + Lachman + Gravitiy Sign für die Kreuzbänder).

10. Schubladentest (vorderer / hinterer)

Der Schubladentest prüft die Stabilität der Kreuzbänder.

10.1 Durchführung

  • Der Untersucher sitzt auf dem Untersuchungstisch und fixiert den Fuß des Patienten zwischen den eigenen Beinen.
  • Hygiene-Hinweis (Robert-Koch-Institut): Das Sitzen auf der Untersuchungsliege ist hygienisch nicht einwandfrei, hinterlässt aber einen sehr guten Eindruck beim Prüfer — vermittelt Souveränität und Routine.
  • Das Knie wird in 90°-Beugung positioniert.
  • Mit beiden Hände wird der Oberrand der Tibia gefasst.
  • Es wird nach vorne (vordere Schublade) und nach hinten (hintere Schublade) gezogen / geschoben.

10.2 Beurteilung

BefundBedeutung
Vordere Schublade positivVorderes Kreuzband (VKB) gerissen
Hintere Schublade positivHinteres Kreuzband (HKB) gerissen
Schublade negativBeide Kreuzbänder intakt
Wichtig für die Prüfung: Lateinische Fachbegriffe sind prüfungsrelevant:
  • Ligamentum cruciatum anterius (vorderes Kreuzband)
  • Ligamentum cruciatum posterius (hinteres Kreuzband)

11. Lachman-Test

Der Lachman-Test ist der empfindlichste Test für eine Ruptur des vorderen Kreuzbandes.

11.1 Durchführung

  • Das Knie wird in leichte Beugung (ca. 20–30°) gebracht — nicht in 90°!
  • Eine Hand fixiert den Oberschenkel distal.
  • Die andere Hand greift den Oberrand der Tibia und zieht diese nach vorne.

11.2 Beurteilung

  • Positiv: Deutliches Vorwärtsgleiten der Tibia → VKB-Ruptur
  • Negativ: Kein / kaum Gleiten → VKB intakt
Hintergrund: Der Lachman-Test ist sensitiver als der Schubladentest, weil er das Knie in einer für das vordere Kreuzband funktionell relevanten Beugestellung prüft und die Sekundärstabilisatoren (HKB, Menisken) noch nicht maximal angespannt sind.

12. Pivot-Shift-Test

Der Pivot-Shift-Test (auch: Jakob-Test) prüft die anterolaterale Rotationsinstabilität bei VKB-Ruptur.

12.1 Durchführung

  • Das Knie wird in Extension gehalten.
  • Auf das Fibulaköpfchen wird ein valgusgerichteter Druck ausgeübt.
  • Gleichzeitig wird der Unterschenkel innenrotiert.
  • Anschließend wird das Knie langsam gebeugt.

12.2 Beurteilung

  • Positiv: Bei ca. 30° Beugung „springt" der laterale Femurkondylus mit einem spür- oder sichtbaren Ruck wieder in seine normale Position → VKB-Ruptur mit anterolateraler Instabilität

13. Gravitiy Sign (Schwerkraft-Zeichen)

Das Gravity Sign (auch: Godfrey-Test / hintere Schublade in 90°) prüft das hintere Kreuzband (HKB).

13.1 Durchführung

  • Der Patient liegt auf dem Rücken.
  • Hüfte und Knie werden in 90° gebeugt, die Füße zeigen nach oben.
  • Untersucher stützt die Füße / lässt den Unterschenkel in dieser Position.

13.2 Beurteilung

  • Positiv: Die Tibia „fällt" der Schwerkraft folgend nach hinten (sichtbares Zurücksinken gegenüber dem gesunden Bein) → HKB-Ruptur
  • Das unverletzte Bein dient als Vergleich.

14. Meniskusuntersuchung — Übersicht

Zur Meniskusdiagnostik stehen mehrere spezifische Tests zur Verfügung:

TestPrüft
Steinmann ISchmerz am Gelenkspalt bei Drehbewegung
Steinmann IIWandernder Druckschmerz am Gelenkspalt
Böhler-TestSchmerz bei Varus- / Valgusstress
Apley-Grinding-TestMeniskus unter Druck (Bauchlage)
Payr-TestSchmerz im Schneidersitz (medialer Meniskus)
McMurray-Test Schnappen bei Rotation/Flexion
Prüfungstipp: Für die Meniskusuntersuchung genügen meist 2–3 Tests. Steinmann I und Steinmann II sowie Böhler und Apley sind im IMPP-Skript aufgeführt.

15. Steinmann I und Steinmann II

15.1 Steinmann I

  • Das Knie wird in 90°-Beugung gehalten.
  • Der Untersucher führt passive Rotationsbewegungen (Innen- und Außenrotation) des Unterschenkels durch.
  • Schmerz am medialen Gelenkspalt bei AußenrotationMedialer Meniskus verletzt.
  • Schmerz am lateralen Gelenkspalt bei InnenrotationLateraler Meniskus verletzt.

15.2 Steinmann II

  • Bei zunehmender Beugung wandert der Druckschmerz am Gelenkspalt nach dorsal.
  • Bei zunehmender Streckung wandert er nach ventral.
  • Dieses „Wandern" ist pathognomonisch für eine Meniskusläsion.

16. Böhler-Test

Der Böhler-Test prüft die Kollateralbänder und die Menisken indirekt mit.

16.1 Durchführung

  • Das Knie wird in leichte Beugung (ca. 20–30°) gebracht — nicht in voller Streckung!
  • Begründung: In voller Streckung sind die hinteren Kapselanteile angespannt und maskieren eine Bandinstabilität.
  • Es wird ein Varusstress (= Kraft nach medial) und Valgusstress (= Kraft nach lateral) ausgeübt.

16.2 Beurteilung

BefundBedeutung
Aufklappbarkeit medial bei ValgusstressInnenband (Lig. collaterale mediale / tibiale) verletzt
Aufklappbarkeit lateral bei VarusstressAußenband (Lig. collaterale laterale / fibulare) verletzt
Schmerz am Gelenkspalt ohne AufklappbarkeitMeniskusläsion (Kompression)
Prüfungsfrage — Warum Beugung? Bei voller Streckung spannen sich die Kapsel und das hintere Kreuzband an und stabilisieren das Gelenk zusätzlich — eine Instabilität würde maskiert. In 20–30° Beugung sind diese Sekundärstabilisatoren entspannt, sodass die Kollateralbänder isoliert geprüft werden.

17. Apley-Grinding-Test

Der Apley-Grinding-Test (auch: Apley-Compression-Test) prüft den Meniskus unter Kompression.

17.1 Durchführung

  • Bauchlage des Patienten.
  • Das Knie wird in 90°-Beugung gebracht.
  • Der Untersucher drückt den Unterschenkel nach unten (= Kompression des Kniegelenks) und rotiert gleichzeitig.
  • Schmerz bei Kompression + Rotation → Meniskusläsion.
Prüfungstipp: Der Apley-Distraktionstest (Zug statt Druck) prüft die Bänder — sind Schmerzen erst beim Distraktionstest vorhanden, spricht dies mehr für eine Bandverletzung.

18. Payr-Test und Zohlen-Zeichen

18.1 Payr-Test

  • Der Patient sitzt im Schneidersitz.
  • Dadurch wird der mediale Gelenkspalt unter Druck / Zug belastet.
  • Schmerz am medialen Gelenkspalt → Hinweis auf Schaden am medialen Meniskus (insbesondere Hinterhorn).

18.2 Zohlen-Zeichen

  • Patient liegt auf dem Rücken, Knie gestreckt.
  • Der Untersucher schiebt die Patella nach distal (fußwärts) und fordert den Patienten auf, den M. quadriceps anzuspannen.
  • Schmerz unter der Patella → Hinweis auf retropatellare Arthrose oder Chondromalazie der Patella.

19. Kollateralbänder — Valgus- und Varusstresstest

Die Seitenbänder werden durch Valgus- und Varusstresstest geprüft.

StressGeprüftes BandLateinisch
Valgusstress (Kraft nach lateral)Innenband (= mediales Kollateralband)Lig. collaterale mediale (tibiale)
Varusstresstest (Kraft nach medial)Außenband (= laterales Kollateralband)Lig. collaterale laterale (fibulare)

19.1 Untersuchung in Streckung und in 30°-Beugung

  • In Streckung (0°): Aufklappbarkeit spricht für schwere Verletzung mit Beteiligung der Kapsel und/oder der Kreuzbänder.
  • In 30°-Beugung: Isolierte Prüfung der Seitenbänder (Kapsel und Kreuzbänder entspannt).

20. Atrophie und Hypertrophie der Muskulatur

Die Beurteilung der Oberschenkelmuskulatur ist ein wichtiger Bestandteil der Inspektion.

20.1 Atrophie (Muskelverschmächtigung)

  • Eine Atrophie des M. vastus medialis deutet auf eine ältere / chronische Verletzung hin (z. B. lange bestehender Meniskusschaden).
  • Akute Verletzungen zeigen in der Regel noch keine Atrophie.

20.2 Hypertrophie (Muskelvergrößerung)

  • Kann physiologisch sein (Sport, Training) oder kompensatorisch bei Überlastung der Gegenseite.
Prüfungsfrage: „Wie unterscheiden Sie eine alte von einer frischen Knieverletzung?" — Antwort: Eine Atrophie des M. vastus medialis spricht für eine ältere / chronische Läsion.

21. Gangbild und Trendelenburg-Zeichen

Die Inspektion umfasst auch die Gangbeobachtung:

21.1 Trendelenburg-Zeichen

Das Trendelenburg-Zeichen ist ein Stand auf einem Bein. Es testet die Glutealmuskulatur.

  • Normal: Becken bleibt horizontal beim Einbeinstand → Glutealmuskulatur intakt.
  • Pathologisch: Becken kippt zur gesunden Seite ab → Schwäche der Glutealmuskulatur auf der Standbeinseite (= Trendelenburg-Hinken).
Hintergrund: Bei Insuffizienz der Glutealmuskulatur kann das Becken nicht stabilisiert werden → es kippt zur Gegenseite. Bei Trendelenburg-Hinken ist meist der M. gluteus medius betroffen, der die Standbeinseite stabilisiert.

21.2 Glutealmuskulatur — Übersicht

MuskelBedeutung
M. gluteus maximusStrecker im Hüftgelenk
M. gluteus mediusAbduktor, Beckenstabilisator im Stand → Trendelenburg!
M. gluteus minimusTiefer Abduktor

22. Lateinische Fachbegriffe — prüfungsrelevante Anatomie

Wichtig für die Prüfung: In der Prüfung keine deutschen Begriffe („Innenband") verwenden, sondern stets die lateinischen Fachbegriffe benutzen — das vermittelt fachliche Kompetenz!
DeutschLateinisch
Vorderes KreuzbandLigamentum cruciatum anterius
Hinteres KreuzbandLigamentum cruciatum posterius
Innenband / mediales KollateralbandLigamentum collaterale mediale (tibiale)
Außenband / laterales KollateralbandLigamentum collaterale laterale (fibulare)
Innenmeniskus / medialer MeniskusMeniscus medialis
Außenmeniskus / lateraler MeniskusMeniscus lateralis
Vierköpfiger OberschenkelmuskelMusculus quadriceps femoris
KniescheibePatella
O-BeinGenu varum
X-BeinGenu valgum
SchienbeinTibia
WadenbeinFibula

23. Wichtige Prüfungsfragen — Schnellübersicht

23.1 Was ist ein D-Arzt? Wer trägt die Kosten?

  • D-Arzt (Durchgangsarzt) = erster Ansprechpartner für Arbeitsunfälle.
  • Entscheidet über allgemeine oder besondere Heilbehandlung.
  • Kosten trägt die Berufsgenossenschaft (BG).

23.2 Was prüfen Sie bei der Inspektion?

  • Beinachse (Genu varum / valgum)
  • Muskelkontur (Atrophie / Hypertrophie des M. quadriceps femoris)
  • Haut (Rötung, Hämatom, Schwellung)
  • Patella (Luxation / Subluxation)

23.3 Was ist die tanzende Patella? Wie wird sie durchgeführt?

  • Test auf Kniegelenkserguss.
  • Linke Hand streicht von proximal nach distal (Ausräumung).
  • Rechte Hand perkutiert die Patella.
  • Positives Zeichen = Patella „tanzt" → Erguss.

23.4 Nennen Sie die Tests für die Kreuzbänder!

  • Vorderes Kreuzband: Schubladentest, Lachman-Test, Pivot-Shift-Test
  • Hinteres Kreuzband: hintere Schublade, Gravity Sign (Godfrey-Test)

23.5 Nennen Sie die Tests für die Menisken!

  • Steinmann I (Rotation in 90°)
  • Steinmann II (Wandernder Druckschmerz)
  • Böhler-Test (Varus-/Valgusstress in 20–30° Beugung)
  • Apley-Grinding (Kompression + Rotation in Bauchlage)
  • Payr-Test (Schneidersitz)

23.6 Welche lateinischen Begriffe müssen Sie kennen?

  • Ligamentum cruciatum anterius / posterius
  • Ligamentum collaterale mediale / laterale
  • Meniscus medialis / lateralis
  • Musculus quadriceps femoris
  • Genu varum / valgum

23.7 Warum Meniskus medial häufiger verletzt?

Anatomische Begründung (aus dem IMPP-Skript, S. 105, ca. Z. 140):

Der mediale Meniskus ist ein mondförmiges (sichelförmiges), schmales Vorder- und breites Hinterhorn. Er ist am medialen Seitenband fixiert. Aus diesem Grund ist er ca. 20-mal verletzungsanfälliger als der laterale Meniskus.

Der laterale Meniskus hat eine größere Beweglichkeit und ist nicht fixiert — er kann Verletzungen besser „ausweichen".

23.8 Welche zwei Dinge prüfen Sie beim Böhler-Test?

  • Aufklappbarkeit (Instabilität des Kollateralbands)
  • Schmerz am Gelenkspalt (Hinweis auf Meniskusläsion)

23.9 Wie unterscheiden Sie akute vs. chronische Verletzung?

  • Akut: keine wesentliche Atrophie, Hämatom, Schwellung frisch
  • Chronisch: Atrophie des M. vastus medialis, rezidivierende Ergüsse

23.10 Was ist das Trendelenburg-Zeichen?

  • Einbeinstand: Becken kippt zur Gesundseite ab → Schwäche des M. gluteus medius auf der Standbeinseite.