| 1. Anamnese | Gezielte Befragung: Dyspnoe, Angina pectoris, Ödeme, Herzmedikamente |
| 2. Inspektion | Allgemeinzustand, Zyanose, Ödeme, Clubbing, Thoraxnarben, JVP |
| 3. Palpation | Herzspitzenstoß, Thrill, Pulsstatus (Frequenz, Rhythmus, Defizit), periphere Pulse |
| 4. Auskultation | S1/S2/S3/S4, dann: Aortenpunkt → Pulmonalpunkt → Spitzenpunkt → Trikuspidapunkt |
| 5. Spezielle Tests | Hepatojugulärer Reflux, Carotispuls, Blutdruck beide Arme |
F1: Was ist das Pulsdefizit und wie bestimmt man es?
Das Pulsdefizit ist die Differenz zwischen auskultierter Herzfrequenz und peripherer Pulsfrequenz. Bestimmt durch simultanes Zählen (Auskultation über der Herzspitze + Radialispuls tasten). Typisch bei Vorhofflimmern.
F2: Wie unterscheidet man systolische von diastolischen Herzgeräuschen?
S1 ist der erste laute Ton (Beginn der Systole), S2 der zweite (Ende der Systole). Alles zwischen S1 und S2 ist systolisch, alles nach S2 diastolisch. Zusätzlich helfen Klangcharakter und Lokalisation.
F3: Was ist das Carvallo-Zeichen?
Die Zunahme des Trikuspidalklappeninsuffizienz-Geräusches bei Inspiration. Durch erhöhten venösen Rückfluss ins rechte Herz verstärkt sich das Regurgitationsvolumen. Hilft, rechts- von linksseitigen Klappenvitien zu unterscheiden.
F4: Unterschiede zwischen S3 und S4
S3 nach S2 (frühe Diastole) — pathologisch bei dilatiertem Ventrikel mit erhöhtem Füllungsdruck (Herzinsuffizienz). S4 vor S1 (späte Diastole) — immer pathologisch, durch atrialen Kick gegen eine steife, hypertrophierte Kammer (Hypertonie, KHK, HOCM).
F5: Welche Herzgeräusche verstärken sich bei Inspiration?
Alle rechtsseitigen Herzgeräusche: Trikuspidalklappeninsuffizienz (Carvallo-Zeichen), Trikuspidalklappenstenose, ASD, relative Pulmonalstenose.