Klinische Bauchuntersuchung
Grundregel: Reihenfolge der Bauchuntersuchung
- Inspektion
- Auskultation
- Perkussion
- Palpation
Warum zuerst Auskultation? Perkussion und Palpation erzeugen mechanische Reize, die die natürliche Darmperistaltik verfälschen oder anregen. Wer zuerst klopft oder drückt, hört anschließend keine unverfälschten Darmgeräusche mehr.
1. Inspektion des Abdomens
1.1 Niveau des Bauches — Bauchdecken- vs. Thoraxniveau
Das Verhältnis des Bauchniveaus zum Brustkorb ist ein zentrales Inspektionskriterium:
- Bauch eingezogen / unter Thoraxniveau (Kahnbauch): häufig bei Ileus oder hochgradigem Meteorismus möglich, vor allem aber auch bei stark kachektischen Patienten.
- Bauch vorgewölbt / über Thoraxniveau: Hinweis auf Meteorismus, Aszites, Adipositas, Schwangerschaft oder Tumoren.
1.2 Vorwölbung und Rektusdiastase
Eine Rektusdiastase entsteht, wenn die beiden Anteile des Musculus rectus abdominis auseinanderweichen — sichtbar als Vorwölbung entlang der Linea alba.
- Patient liegt flach auf dem Rücken.
- Kopf und Schultern werden leicht angehoben (Patient „richtet sich auf" — Schlüsselwort: Aufrichten).
- Beim Anspannen der Bauchmuskulatur wölbt sich die Linea alba vor.
- Der Untersucher kann mit den Fingern oberhalb des Nabels in die Lücke eintauchen und die Diastase palpieren.
- Ein Hustenstoß oder Lachen verstärkt den Befund.
Risikofaktoren / Ursachen:
- Adipositas
- Schwangerschaft (Überdehnung der Bauchdecke)
- Bindegewebsschwäche
1.3 Operationsnarben — Differenzierung
Bei der Inspektion unbedingt alle Narben registrieren und zwischen folgenden Typen unterscheiden:
| Typ | Merkmal | Beispiele |
|---|---|---|
| Laparoskopie | 3–4 kleine Stichinzisionen | Cholezystektomie (Gallenblasenentfernung), Appendektomie |
| Laparotomie | großer Bauchschnitt | Mediane Laparotomie, Pfannenstiel-Schnitt, Subkostalschnitt |
| Hernien-OP | im Leisten-/Nabelbereich | Leistenhernie, Nabelhernie, Narbenhernie |
Untersuchung der Narbe auf Hernie:
- Finger auf die Narbe legen, Patient husten lassen → Vorwölbung = Bruch.
- Palpation: lässt sich der Bruchsack reponieren?
- Schmerzangabe des Patienten an der Narbe dokumentieren.
1.4 Behaarungsmuster
- Bei Männern verläuft die Schambehaarung keilförmig zum Nabel hin (normal).
- Fehlt die Behaarung am Bauch, spricht man von einer Bauchglatze (= „Bauchkahlheit").
- Eine horizontal verlaufende oder fehlende Behaarung kann ein Hinweis auf eine Virilisierung bei der Frau (hormonelle Störung, Nebennierenrinden-Erkrankung) oder auf eine Leberzirrhose sein.
1.5 Hautveränderungen
- Striae (Dehnungsstreifen):
- Striae rubrae (rötlich, livide): Hinweis auf Morbus Cushing oder Cortisontherapie
- Striae distensae / Striae gravidarum: nach Schwangerschaft oder starker Gewichtszunahme
- Caput medusae (geschlängelte erweiterte Venen um den Nabel): Pfortaderhochdruck bei Leberzirrhose
- Hämatome an der Bauchwand: Trauma, Antikoagulation (Marcumar/Heparin), Gerinnungsstörungen, Cumarin-Therapie
- Ikterus: Gelbfärbung der Haut — Hinweis auf Leber-/Gallenwegserkrankung
- Bauchglatze: s. o.
1.6 Symmetrie der Bauchwand
Asymmetrien können auf Organvergrößerung (Hepatomegalie, Splenomegalie), Tumoren, Hernien oder aszitesbedingte Vorwölbung hinweisen.
2. Auskultation des Abdomens
2.1 Technik
- Im Uhrzeigersinn alle vier Quadranten abhören.
- Stethoskop mindestens 10 Sekunden pro Quadrant aufsetzen — nicht hasten, das signalisiert dem Prüfer Gründlichkeit.
- Insgesamt ca. 2–3 Minuten für die Auskultation einplanen.
2.2 Befunde und ihre Bedeutung
| Befund | Bedeutung |
|---|---|
| Lebhafte, regelrechte Peristaltik („Gurren / Gluckern") | Normalbefund — „über allen vier Quadranten lebhafte Peristaltik" |
| Abgeschwächte / fehlende Darmgeräusche („Totenstille") | Paralytischer Ileus, postoperative Atonie, Peritonitis |
| Metallisch klingende Geräusche („Spritzgeräusche") | Mechanischer Ileus — Darm versucht, das Hindernis zu überwinden |
| Hyperperistaltik mit Spritzgeräuschen | Frühphase mechanischer Ileus, Gastroenteritis |
| Reibegeräusch über Leber/Milz | Perisplenitis, Perihepatitis |
- Atonie (= postoperative Darmträgheit, postoperativer Ileus): abgeschwächte Geräusche, 1–3 Tage post-OP physiologisch
- Mechanischer Ileus: hochgestellte, metallisch klingende Darmgeräusche
- Paralytischer Ileus: „Totenstille" des Darms
3. Perkussion des Abdomens
3.1 Grundlagen
- Perkussion nach der Auskultation, vor der Palpation.
- Der Arzt steht rechts neben dem Patienten (Ergonomie + bessere Leberbeurteilung).
- Systematisch alle vier Quadranten abklopfen, nicht „springen".
3.2 Klopfschallbefunde
- Tympanitischer Klopfschall (laut, hohl): luftgefüllter Darm — Normalbefund über dem Abdomen
- Luftgefüllter Darm = tympanitisch
- Flüssigkeit / Organ = Dämpfung
- Meteorismus = generalisierte Tympanie über dem gesamten Abdomen
3.3 Sonderformen der Perkussion
- Seitenlage-Perkussion (zur Aszites-Diagnostik) — siehe unten
- Kratzauskultation (zur Lebergrößenbestimmung) — siehe Leber
4. Aszites — Diagnostik
Aszites = freie Flüssigkeit in der Bauchhöhle. Drei klassische Methoden zum Nachweis:
4.1 Flankendämpfung mit Lagewechsel
- Patient in Rückenlage: Perkussion von lateral (Flanke) nach medial (Bauchmitte).
- In den Flanken → Dämpfung (Flüssigkeit sammelt sich am tiefsten Punkt).
- In der Mitte → Tympanie (gasgefüllter Darm steigt auf).
- Patient auf die Seite lagern: die Dämpfung folgt der Schwerkraft → verschiebliche Dämpfung = sicheres Aszites-Zeichen.
4.2 Knie-Ellbogen-Lage (Knie-Brust-Lage)
- Patient nimmt Knie-Ellbogen-Lage ein (Stütz auf Knie und Unterarme).
- Flüssigkeit sammelt sich am tiefsten Punkt — in der Nabelgegend.
- Perkussion dort: Dämpfung in der Nabelgegend.
- Diese Methode eignet sich auch für geringe Aszitesmengen.
4.3 Undulationsphänomen (Flüssigkeitswelle)
- Eine Hand wird flach auf eine Flanke gelegt.
- Mit den Fingerkuppen der anderen Hand wird kurz und scharf auf die gegenüberliegende Flanke geklopft.
- Die Flüssigkeitswelle ist auf der Gegenseite taktil spürbar.
Bei adipösen Patienten kann eine falsche Welle (= Fettwelle) durch das Fettgewebe übertragen werden. Um dies auszuschließen, legt der Patient selbst die Handkante (ulnare Kante) auf die Mittellinie des Bauches. Sie wirkt als Barriere für Fettwellen — eine echte Flüssigkeitswelle wird dadurch nicht unterbrochen.
Dieses Manöver ist in den Lehrbüchern teils nicht beschrieben, in der Prüfung aber ausdrücklich erwünscht — es signalisiert praktische Erfahrung.
5. Leber — Inspektion, Perkussion, Palpation
5.1 Inspektion der Leber
- Leberhautzeichen gezielt absuchen: Spider-Naevi, Palmarerythem, Bauchglatze, Ikterus, Caput medusae, Dupuytren, Weißnägel, Lackzunge
- Direkter Hinweis auf Leberhautzeichen ist prüfungsrelevant.
5.2 Leberperkussion
- Bestimmung der Lebergröße in der Medioklavikularlinie (MCL).
- Normalbefund: 6 cm in der MCL (atemverschieblich).
- Perkussion von kranial nach kaudal (Lunge → Leber) und kaudal nach kranial (Darm → Leber) — jeweils Dämpfungsgrenze markieren.
5.3 Kratzauskultation (Scratch-Auskultation)
- Mit dem Finger oder Stethoskop auf der Bauchhaut kratzen.
- Das Kratzgeräusch wird über dem Stethoskop lauter, wenn man über der Leber kratzt — so lässt sich die Lebergrenze bestimmen.
- Von kranial nach kaudal und umgekehrt durchführen.
5.4 Leberpalpation
- Beginn im rechten Unterbauch (rechte Fossa iliaca) — von unten nach oben tasten, sonst kann eine Hepatomegalie übersehen werden.
- Patient tief einatmen lassen → Leber tritt unter dem Rippenbogen hervor.
- Tasten mit flach aufgelegter Hand, Fingerkuppen Richtung Rippenbogen.
- Den Leberrand beurteilen: Konsistenz, Oberfläche (glatt, höckerig), Druckschmerzhaftigkeit.
6. Milz — Palpation
6.1 Technik
- Beginn im linken Unterbauch (linke Fossa iliaca) — von unten kommend.
- Patient in Rechtsseitenlage (bessere Tastbarkeit).
- Untersucher beugt sich über den Patienten, umgreift mit der linken Hand den Rippenbogen und kippt den Patienten leicht nach oben/seitlich.
- Mit der rechten Hand von der Fossa iliaca kommend tief einatmen lassen → Milzrand tritt unter dem linken Rippenbogen hervor.
- Koordiniertes Spiel: Tief einatmen → ausatmen → erneut einatmen.
6.2 Normalmaße und Lage
- Lage: linke Axillarlinie (linker Oberbauch unter dem Rippenbogen)
- Normalgröße: ca. 7 × 11 cm
- Eine gesunde Milz ist in der Regel nicht tastbar — sie wird erst bei ca. 2- bis 3-facher Vergrößerung palpabel.
- Infektionen (Mononukleose, Malaria, Hepatitis)
- Hämatologische Erkrankungen (Leukämie, Lymphom, Polycythaemia vera)
- Portale Hypertension bei Leberzirrhose
- Speicherkrankheiten
7. Palpation — oberflächlich und tief
7.1 Oberflächliche Palpation
- Beginn in schmerzfreien Quadranten — Patienten vorher fragen, wo der Schmerz lokalisiert ist.
- Nicht in den schmerzhaften Bereich als Erstes hineinpalpieren — sonst verkrampft der Patient und die gesamte Untersuchung wird unbrauchbar.
- Bauchdecke sollte entspannt sein:
- Patient Beine anwinkeln lassen — entspannt die Bauchdeckenmuskulatur.
- Mit dem Patienten reden, „bitte entspannen Sie den Bauch".
- Während der Palpation ins Gesicht des Patienten schauen (Mimik) — Schmerzreaktionen erkennen.
7.2 Tiefe Palpation
- Erst nach der oberflächlichen → tiefe Palpation.
- Auch hierbei: von schmerzfrei nach schmerzhaft tasten.
- Beurteilung von Resistenzen, Organvergrößerungen, Druckschmerz, Abwehrspannung.
8. Abwehrspannung — Abwehrspannung vs. défense musculaire
| Begriff | Definition | Bedeutung |
|---|---|---|
| Abwehrspannung (défense) | unwillkürliche, reflektorische Anspannung der Bauchdecke auf Palpation | Reizung des Peritoneums (Peritonitis, Appendizitis) |
| Spontane Abwehrspannung | Bauchdecke bereits ohne Berührung bretthart | Akutes Abdomen, Perforation |
| Bewusste Anspannung (willkürlich) | Patient spannt Bauch aktiv an (Angst, Kälte, Unbehagen) | Kein pathologischer Befund — Patient beruhigen, Beine anwinkeln, ablenken |
Die Abwehrspannung (französisch: défense musculaire) ist immer unwillkürlich und ein Peritonealzeichen. Eine Appendizitis muss nicht immer eine Abwehrspannung auslösen — der Prüfer (Chirurg) will aber das Wort „Abwehrspannung" hören, wenn nach Appendizitis gefragt wird.
8.1 Pathophysiologie der Abwehrspannung
- Reizung des Peritoneum viscerale / parietale
- Reflektorische Kontraktion der Bauchdeckenmuskulatur
- Ziel: Schonung der entzündeten Region
9. Murphy-Zeichen (Gallenblase)
- Untersucher tastet tief unter dem rechten Rippenbogen.
- Patient tief einatmen lassen → Gallenblase wandert nach unten.
- Schmerz + Atemstopp = positives Murphy-Zeichen → Hinweis auf akute Cholezystitis.
10. Operationsmerkmale und Drainagen
10.1 Drainagen
- Verband / Drainage immer beurteilen:
- Wann gelegt?
- Welche Farbe / Menge des Sekrets?
- Wann wieder entfernen? (je nach Sekretion — z. B. täglich kontrollieren)
- Häufige Drainagen: Robinson-Drainage, Easy-Flow-Drainage, Redon-Drainage
10.2 Operationszugänge — prüfungsrelevante Narben
| Zugang | Indikation | Lage |
|---|---|---|
| Mediane Laparotomie | große abdominale Eingriffe | Mittellinie vom Xiphoid bis Symphyse |
| Pfannenstiel-Schnitt | Kaiserschnitt, gynäkologische Eingriffe | quer suprapubisch |
| Subkostalschnitt (rechts) | offene Cholezystektomie, Leberteilresektion | 2 Querfinger unter dem rechten Rippenbogen |
| Wechselschnitt | Appendektomie | rechte Fossa iliaca |
| Laparoskopie-Trokare | Cholezystektomie, Appendektomie | 3–4 Stichinzisionen, davon einer umbilikal |
| Inguinaler Schnitt (Leiste) | Leistenhernien-OP | Leistenregion bds. |
11. Prüfungsfragen und typische Prüfungssituationen
11.1 Häufige Prüfungsfragen
Frage: „Wie untersuchen Sie das Abdomen?"
Antwortschema:
- Inspektion (Narben, Vorwölbung, Behaarung, Hautzeichen)
- Auskultation (4 Quadranten, mind. 10 s pro Quadrant)
- Perkussion (4 Quadranten, danach gezielt Leber und Flanken)
- Palpation (oberflächlich, dann tief — von schmerzfrei nach schmerzhaft)
- Spezielle Tests (Abwehr, Murphy, Leber, Milz)
Frage: „Wie diagnostizieren Sie eine Rektusdiastase?"
Antwort: Patient in Rückenlage, Aufrichten (Kopf und Schultern anheben) — Vorwölbung entlang der Linea alba, ggf. mit den Fingern in die Lücke eintauchen, Hustenprovokation.
Frage: „Wie unterscheiden Sie Meteorismus bei Ileus von postoperativer Atonie?"
Antwort: Meteorismus + ohne vorausgegangene OP = pathologisch (Ileus). Meteorismus 1–3 Tage nach OP = physiologische Atonie.
Frage: „Wie diagnostizieren Sie Aszites?"
Antwort: Drei Methoden — verschiebliche Flankendämpfung, Knie-Ellbogen-Lage, Undulationsphänomen (ggf. mit Handkanten-Block gegen Fettwelle).
Frage: „Was ist das Murphy-Zeichen?"
Antwort: Schmerz unter dem rechten Rippenbogen bei tiefer Palpation + Atemstopp des Patienten → akute Cholezystitis.
Frage: „Wie untersuchen Sie die Milz?"
Antwort: Patient in Rechtsseitenlage, Beginn im linken Unterbauch, von unten nach oben, koordiniert mit der Atmung. Nicht grob drücken — Rupturgefahr.
Frage: „Was ist eine Abwehrspannung?"
Antwort: Unwillkürliche reflektorische Anspannung der Bauchdeckenmuskulatur als Peritonealzeichen — z. B. bei Appendizitis oder Peritonitis.
Frage: „Wie erkennen Sie eine Leberzirrhose?"
Antwort: Leberhautzeichen (Spider-Naevi, Palmarerythem, Bauchglatze, Caput medusae, Dupuytren, Weißnägel, Lackzunge, Ikterus), ggf. Aszites, Splenomegalie.
Frage: „Welche Reihenfolge bei der Bauchuntersuchung?"
Antwort: Inspektion → Auskultation → Perkussion → Palpation. Auskultation vor Perkussion/Palpation, weil mechanische Reize die Peristaltik verändern.
Frage: „Wie beschreiben Sie den Auskultationsbefund richtig?"
Antwort: Nie nur „normal" sagen — z. B. „über allen vier Quadranten lebhafte Peristaltik" oder „abgeschwächte Darmgeräusche" oder „metallisch klingende Geräusche".
11.2 Do's and Don'ts für die Prüfung
- Korrekte Reihenfolge: Inspektion → Auskultation → Perkussion → Palpation
- Rechts neben dem Patienten stehen
- Stethoskop mind. 10 Sekunden pro Quadrant
- Immer schmerzfreie Region zuerst palpieren
- Mimik des Patienten beobachten
- Fachsprache benutzen („Abwehrspannung", „Peristaltik", „Klopfschall", „Verschieblichkeit")
- Schlüsselwörter: „Aufrichten" (Rektusdiastase), „Abwehrspannung" (Appendizitis), „Atemstopp" (Murphy)
- Bei Drainagen: Farbe, Menge, Liegedauer dokumentieren
- Milz vorsichtig palpieren (Rupturgefahr)
- Leber flach palpieren, nicht „graben"
- Nicht „normal" sagen, wenn man „Peristaltik vorhanden" meint
- Nicht zuerst palpieren, dann auskultieren
- Nicht in schmerzhafte Region zuerst palpieren
- Nicht „Spritzgeräusche" sagen, wenn man „Reibegeräusche" meint
- Nicht mit dem Finger in den Leberrand „graben"
- Nicht „Patient entspannt sich nicht" — besser: Beine anwinkeln, Patient ablenken
- Nicht vergessen, die Haut zu inspizieren (Narben, Behaarung, Striae, Hämatome, Caput medusae)
- Nicht nur eine Methode zur Aszites-Diagnostik kennen (immer drei parat haben)
12. Zusammenfassung — Kernaussagen
- Reihenfolge: Inspektion → Auskultation → Perkussion → Palpation
- Inspektion: Niveau, Rektusdiastase (Aufrichten!), Narben, Behaarung, Hautzeichen, Symmetrie
- Auskultation: 4 Quadranten, 10 s pro Quadrant, Uhrzeigersinn; lebhafte Peristaltik, Atonie, metallische Geräusche
- Perkussion: 4 Quadranten, Tympanie vs. Dämpfung; Leber, Flanken, Aszites
- Palpation: schmerzfrei zuerst, oberflächlich → tief; Abwehr, Murphy, Leber, Milz
- Aszites: verschiebliche Flankendämpfung, Knie-Ellbogen-Lage, Undulationsphänomen
- Leber: MCL, 6 cm normal, Inspektion, Perkussion, Kratzauskultation, Palpation von unten
- Milz: Linksseitenlage, Palpation von unten, Rupturgefahr bei großer Milz
- Sprache: Fachbegriffe benutzen, Befunde präzise beschreiben
- Empathie: Mimik beobachten, Patient beruhigen, Beine anwinkeln lassen