Persönliches Lernmaterial: Diese Zusammenfassung dient der Prüfungsvorbereitung und ersetzt weder offizielle Vorgaben noch eine individuelle ärztliche Beratung.
Asthma bronchiale & Pleuraerguss
Überarbeitete und strukturierte Zusammenfassung der Vorlesung (ursprünglich zweisprachig Arabisch/Deutsch, vollständig ins Deutsche übertragen).
1. Asthma bronchiale — Definition
- Chronisch-entzündliche Erkrankung der Atemwege, charakterisiert durch:
- Bronchiale Hyperreagibilität
- Intermittierende, reversible Atemwegsobstruktion
2. Klinische Symptomatik
- Typischerweise anfallsweises Auftreten: In beschwerdefreien Intervallen ist der Patient symptomfrei.
- Hauptsymptome im Anfall: Dyspnoe, Husten, Giemen (expiratorisch), Engegefühl in der Brust.
- Symptome häufig nachts bzw. in den frühen Morgenstunden.
- Orthopnoe: Der Patient muss bei Liegen wegen Atemnot aufsitzen.
- Verlängerte Exspiration mit Giemen; im schweren Anfall ggf. Inspirium-Stridor und stumme Lunge möglich.
3. Differenzialdiagnosen des Asthmaanfalls
- Linksherzinsuffizienz / kardiales Asthma — muss immer abgegrenzt werden, da ähnliche Manifestation; wurde mehrfach in Prüfungen abgefragt.
- COPD — wichtige Abgrenzung (siehe Abschnitt Lungenfunktion).
4. Therapie des akuten Asthmaanfalls (Stufenschema)
Vorgehen bei unzureichender Besserung trotz Inhalation (Salbutamol/Fenoterol + Ipratropiumbromid, kombiniert mit Berodual):
- Kortisonstoßtherapie: z. B. Prednisolon i.v./oral.
- Terbutalin subkutan bzw. Reproterol.
- Magnesiumsulfat i.v.
- Theophyllin.
- Theophyllin, Magnesiumsulfat und Terbutalin erfordern eine kardiopulmonale Überwachung (Monitoring) des Patienten.
Fragen zur Medikamentenwirkung (häufige Prüfungsfragen)
- Warum Beta-2-Sympathomimetika? → Bronchodilatation und erleichterter Schleimauswurf (Sekretmobilisation aus dem Thorax).
- Warum Kortison? → Es bewirkt eine Schleimhautabschwellung (Schleimhautdekongestion) und ein verbessertes Ansprechen der Beta-2-Sympathomimetika (Upregulation der Rezeptoren). Diese Antwort wurde mehrfach abgefragt.
5. Nebenerscheinungen / Nebenwirkungen von Kortison
- Anzahl der Leukozyten kann anstiegen.
- Myopathie, Osteoporose, Hautatrophie („Pergamenthaut“).
- Arterielle Hypertonie (Blutdruckanstieg).
- Wichtig, Beispiele zu den Nebenwirkungen parat zu haben.
6. Kortisonstoßtherapie — Dosierung und Ausschleichen
- Üblich: 50 mg Prednisolon für 5 Tage, maximal 10 Tage als Kur (Stoßtherapie).
- Ausschleichen ist bei einer Stoßtherapie nicht erforderlich — die Dosis darf direkt gestoppt werden (früher wurde schrittweise reduziert, z. B. 50 → 30 → 20 mg; das gilt heute so nicht mehr).
- Ausnahme: Nimmt der Patient dauerhaft Kortison ein (z. B. 5 mg Prednisolon Dauermedikation bei Asthma) und erhält zusätzlich eine Stoßtherapie, dann muss das Kortison langsam/tapernd ausgeschlichen werden — niemals abrupt absetzen (Nebennierenrindeninsuffizienz).
- Einnahme: Die 50 mg können morgens verabreicht werden; bei Bedarf (Nachtasthma) ein Teil der Dosis abends. Manche Patienten empfinden nachts Einnahme als „aufgedreht“ — dennoch vorziehen: lieber Schlafstörung als nächtliche Dyspnoe.
- Zusätzlich: Inhalative Gabe (z. B. mit Vernebler/Maskeninhalation) zur Vermeidung systemischer Nebenwirkungen.
7. Kontraindikationen von Beta-2-Mimetika
- Tachykarde Herzrhythmusstörungen und Kardiomyopathie sind Kontraindikationen für Betamimetika — bekannt sein und Beispiele nennen können.
8. Wirkstoffe — Kurz- vs. Langwirksam (Beispiele kennen!)
- Kurzwirksame Beta-2-Sympathomimetika (Reliever): Fenoterol, Salbutamol, Terbutalin.
- Langwirksame Beta-2-Sympathomimetika (LABA, Controller-Kombination): Formoterol, Salmeterol, Indacaterol.
Beispiele beider Gruppen müssen genannt werden können — wiederkehrende Prüfungsfrage.
9. Phänotypen des Asthmas
- Allergisches (extrinsisches) Asthma: Häufig atopische Disposition — Neurodermitis/atopische Dermatitis, positive Familienanamnese (Allergien), Sensibilisierung gegen Pollen, Tierhaare/Hausstaubmilben u. a.; Manifestation oft schon bei Kindern früh erkennbar. Vermittler (Mediatoren): Histamin und Leukotriene; Auslöser können auch NSAR (z. B. Ibuprofen/Analgetika-Intoleranz) sein.
- Nicht-allergisches (intrinsisches) Asthma: Ohne Nachweis eines äußeren Auslösers.
10. Pathogenese des Asthmas
- IgE (Immunglobulin E) spielt die zentrale Rolle in der Pathogenese des allergischen Asthmas (Typ-I-Allergie/Soforttypreaktion) — mehrfach abgefragte Frage.
- Ablauf: Bronchokonstriktion durch eine Konstriktion/Stenosierung der Bronchien (Bronchialobstruktion), Ödembildung der Schleimhaut, Beteiligung der Bronchialmuskulatur (Spasmus der glatte Muskulatur = „die Klappen“/Muskelkrämpfe der Atemwege), verstärkte Schleimbildung.
- Labor: Eosinophilie (erhöhte Eosinophile) bei Patienten mit Asthma bronchiale.
- Ein äußerer Trigger (Allergen) stimuliert die Asthmaattacke.
Pathogenese-Faktoren des Asthmas wurden mehrfach abgefragt — Übersicht anfertigen und beherrschen.
11. Spezielle Variante: Hustenvariante & Diagnostik
- Es gibt ein Asthma, bei dem nur Husten als Symptom auftritt (Cough-variant-Asthma).
- Diagnostik-Übersicht (repetieren!): Lungenfunktionsprüfung (Spirometrie), PEF-Protokoll, Histamintest (Provokationstest), Blutuntersuchungen, Bestimmung von Immunglobulin E / Antikörper, Röntgen-Thorax, Allergietests.
12. Abgrenzung Asthma vs. COPD
- Lungenfunktion: Beim Asthma ist die Lungenfunktion zwischen den Anfällen normal; nach Gabe eines Bronchospasmolytikums (Reversibilitätstest) zeigt sich eine bedeutende Verbesserung (Reversibilität) — die Lungenfunktion kehrt zurück. Bei der COPD bleibt die Obstruktion irreversibel.
- Alter: COPD typischerweise nach dem 40./45. Lebensjahr (Ausnahme: früher beginnende Formen); Asthma beginnt häufig schon früher.
- Risikofaktoren: COPD → Rauchen; Asthma → häufig Allergie/atopische Diathese. Vergleichstabelle im Amboss vorhanden — unbedingt anschauen!
- Die Frage „Wie unterscheidet man COPD und Asthma?“ kommt in der Kenntnisprüfung vor.
13. Therapiesteuerung des Asthmas (Stufenplan)
- Die Therapie folgt einem Stufenplan (siehe z. B. Amboss, Stufe 1–2 ff.), orientiert am Kontrollgrad des Asthmas.
- Asthma-Kontrolle definieren können (z. B. Aktivitätslimitierung, nächtliches Aufwachen, Symptomfrequenz) — es existiert eine Kontroll-Tabelle; diese kann abgefragt werden.
- Kenntnisse zu Klassifikation des Asthmas, Stufenplan und Controller-/Reliever-Einteilung (Kortisonpräparate als Controller) sind prüfungsrelevant.
14. Atelektase
- Im Rahmen der pulmonologischen Routineprüfung wichtig; wird anhand des Röntgenbildes geprüft.
- Radiologische Zeichen:
- Zeichen des Volumenverlusts (Volumenverminderung der betroffenen Lunge).
- Zusammenrücken der Rippen im betroffenen Bereich (verengte Zwischenrippenräume).
- Mediastinalverschiebung zur betroffenen Seite — Trachea zieht Richtung Atelektase.
- Verschiebung der Lunge zum Zwerchfell (Zwerchfellhochstand ipsilateral).
- Vermehrte Strahlentransparenz/weiße Areale je nach Ausdehnung.
- Bei kompletter Atelektase eines Lungenflügels: kein sichtbares Bronchogramm — die Lungenzeichnung/Bronchien sind nicht darstellbar, alles erscheint weiß.
- Wichtige Abgrenzung: Pleuraerguss vs. Infiltrate — hier liegt eine Verschiebung des Mediastinums weg von der betroffenen Seite vor (Gegenseite), im Gegensatz zur Atelektase. Dies zu kennen ist sehr wichtig.
- Ursachen der Atelektase (pathogenetisch einfach verstehen): Fremdkörper/Aspiration, Tumor (z. B. Bronchialkarzinom) — die Atelektase ist meist keine eigenständige Erkrankung, sondern eine Komplikation anderer Erkrankungen.
Röntgenzeichen der Atelektase (u. a. Tracheaverlagerung zur Seite der Atelektase, Mediastinalshift) werden im Prüfungsgespräch anhand eines Bilds abgefragt. Ein Kollege berichtete, dass genau dies gefragt wurde.
15. Pleuraerguss
Definition
- Pleuraerguss = Flüssigkeitsansammlung im Pleuraspalt (zwischen Lunge [„L“] und Pleura).
- Der normale Pleuraspalt enthält physiologischerweise etwa 15 ml Flüssigkeit (Schmierung) — dies ist normal.
Ätiologie — Transsudat vs. Exsudat
- Transsudat-Ursachen: Herzinsuffizienz, Leberzirrhose, nephrotisches Syndrom, Lungenembolie(-begleiterguss) u. a.
- Exsudat-Ursachen: Pneumonie (parapneumonischer Erguss/Pleuritis), Malignom (Bronchialkarzinom, Mammakarzinom), Tuberkulose, Lungenembolie, akute Pankreatitis, Lupus erythematodes.
Unterscheidung Transsudat/Exsudat inklusive typischer Ursachen wurde mehrmals abgefragt — beide Listen beherrschen.
Klinik & Diagnostik
- Symptome: Dyspnoe, ggf. Husten, Schmerzen, im Rahmen der Grunderkrankung auch Gewichtsverlust/-zunahme.
- Perkussion: gedämpfter Schall; Auskultation: aufgehobenes Atemgeräusch.
- Röntgen-Thorax:
- Im Stehen: Ansammlung zunächst im Pleurawinkel (Costophrenischer Winkel) — bereits ab ca. 200–300 ml sichtbar; Darstellung als Meniskuszeichnung (Meniskusformation).
- Ellis-Damoiseau-Linie (Damouiseau-Kurve): Der Erguss steigt lateral höher an als medial.
- Sonographie: Im Routinebild lassen sich bereits kleine Mengen (ca. 100 ml und weniger) erkennen — die Sonographie ist sensitiver als das Röntgenbild für kleine Ergüsse; sie hilft auch bei der Punktionsplanung.
Prüfungsfrage (mehrfach gestellt): „Warum steigt der Erguss lateral höher als medial?“
Antworten: ① weil lateral der Verlauf der Pleura/Kapillarkräfte (Konturen der Rippenwand/Kapillarwirkung) entsprechend verläuft, ② weil im Pleuraspalt ein negativer Druck herrscht.
Pleurapunktion
- Indikation: diagnostisch und therapeutisch (Entlastungsfunktion).
- Zur Diagnostik werden ca. 20–50 ml Ergussflüssigkeit entnommen.
- Bei größeren Ergussmengen therapeutische Entlastung — in der Regel maximal ca. 1500 ml pro Sitzung (mit automatischem/blockierendem Mechanismus bzw. vorsichtiger Entlastung).
Zusammenfassung der wiederholt gestellten Fragen zum Pleuraerguss:
- Definition (Flüssigkeit im Pleuraspalt, ~15 ml normal)
- Erkennung im Röntgenbild / Sonographie (Mengenangaben)
- Ursachen: Transsudate vs. Exsudate
- Ellis-Damoiseau-Linie und Erklärung des lateralen Höherstands
- Pleurapunktion: Zweck, Menge (diagnostisch 20–50 ml, therapeutische Entlastung größerer Mengen)
16. Ausblick
Weiteres pulmologisches Prüfungsthema: der Pneumothorax (gehört streng genommen zur Chirurgie, wird aber im Rahmen der Lungenerkrankungen ebenfalls in der Kenntnisprüfung gefragt) — ebenfalls ein wichtiges Thema.