Vorlesungszusammenfassung – Ergänzungen & Prüfungsthemen
Hirnnerven & Gefäßchirurgie
12. Hirnnerv (N. hypoglossus) – Verletzungsrisiko
Der N. hypoglossus (XII) kann bei Operationen im Bereich der Carotisgabel und der A. carotis interna verletzt werden, z. B. bei einer Carotis-Endarteriektomie (CEA) bei Stenose der A. carotis interna.
Subclavian-Steal-Syndrom
48-jähriger Lackierer mit Schmerzen im linken Arm, Schwindel, Synkopen → Subclavian-Steal-Syndrom (CT-Angio).
Anatomie: Aortenbogen mit Abgang des Truncus brachiocephalicus (re.) und der A. subclavia sinistra.
Pathogenese: Verschluss des proximalen Segmentes der A. subclavia (links) oder des Truncus brachiocephalicus (rechts) vor Abgang der A. vertebralis. Strömungsumkehr: retrograde Blutströmung von der A. vertebralis in die A. subclavia → Minderperfusion des Armes + vertebrobasiläre Insuffizienz.
Klinik:
- Neurologisch (Vertebrobasiläre Insuffizienz): anfallsartiger Schwindel, Synkope, Sehstörungen, Tinnitus, zerebelläre Ataxie, Sensibilitätsstörungen.
- Armbetont: Parästhesien, Schmerzen, Blässe, Kälte.
- Aufgehobener Radialispuls, Blutdruckdifferenz > 30 mmHg zwischen beiden Armen.
- Diagnostik: Duplexsonographie.
Aortendissektion – Komplikationen
Stanford Typ A: Beteiligung der A. carotis interna → kontralaterale Hemiparese. Bei thorakalem Schmerz + normalem EKG: Aortendissektion ausschließen.
Komplikationen: Herzbeuteltamponade mit obstruktivem Schock.
Aszites & Häufige Todesursache
Häufige Todesursache bei Aszites
→ Spontane bakterielle Peritonitis (SBP): ohne offensichtliche Infektionsquelle, Darmflora → Sepsis.
Warum Hypotonie bei Aszites?
- Druck auf die V. cava inferior durch Aszites → verminderter venöser Rückfluss → vermindertes Herzzeitvolumen.
- Diuretikatherapie → weiteres Absinken der Vorlast.
- Flüssigkeit sammelt sich im Bauchraum und nicht intravaskulär.
Anatomie, Röntgen & Angeborene Herzfehler
Carina tracheae
Knorpelkamm an der Bifurkation der Trachea in die linken und rechten Hauptbronchien. Endotrachealtubus muss 3 cm cranial der Carina liegen (ca. 21–23 cm beim Mann, 20–22 cm bei der Frau).
Angeborene Herzfehler
| Zyanotisch | Azyanotisch |
|---|---|
| Fallot-Tetralogie (TOF) | Persistierendes Foramen ovale (PFO) |
| Transposition der großen Arterien + VSD | Atriumseptumdefekt (ASD) |
| Trikuspidalatresie | Aortenisthmusstenose |
| Ventricelseptumdefekt (VSD) – häufigster angeborener Herzfehler (ca. 2,7 ‰ aller Lebendgeborenen) | |
Prävalenz aller angeborenen Herzfehler: ca. 1 % aller Lebendgeborenen.
Notfallchirurgie & Wunden
Messerverletzungen (Finger, Thorax, Abdomen)
- Vorgehen: Gefäßchirurgie-Konsil.
- Diagnostik bei V. a. Pneumothorax/Hämatothorax: CT-Thorax.
Post-Appendektomie Fieber & Bauchschmerzen
→ CT-Abdomen (Leberabszess). Pathogenese des pyogenen Leberabszesses:
- Aszendierend: Cholangitis (häufigste Ursache).
- Hämatogen: Einschwemmung über die Pfortader (z. B. nach Appendektomie oder perforierter Sigmadivertikulitis).
Weitere postoperative/nofallchirurgische Diagnostik
- Inkarzerierte Hernie: CT.
- Lebermetastase: CT.
- Liposarkom (Weichteiltumor): Bildgebung und Biopsie.
Knochenmarkpunktion
Crista iliaca (häufigste Entnahmestelle) oder Sternum (besonders bei Kindern).
Wundarten
Schürfwunde, Schnittwunde, Stichwunde, Platzwunde, Quetschwunde, Risswunde, Kratzwunde, Bisswunde, Schusswunde, Brandwunde, Erfrierung, chemische Wunde.
Hundebiss / Hundekratzer
- Kein Tollwutrisiko in Deutschland (MVP).
- Tetanus-Impfstatus prüfen.
- Vorgehen: Inspektion → Desinfektion mit sterilem Wasser → Debridement → offen lassen (nicht zunähen!) → steriler Verband.
Zeckenstich
- Fachgerechte Entfernung + Desinfektion mit Betaisodona.
- Einmalig Doxycyclin 200 mg p. o. innerhalb 72 h.
- Übertragene Erkrankungen: Babesien, Bartonellen, Borrelien, Rickettsien, Arbovirus.
Fossa poplitea – Schwellung
- Baker-Zyste (häufig).
- Pulsierend → V. a. Aneurysma der A. poplitea.
Knöchel-Arm-Index (ABI) bei pAVK
Pathologisch → Hinweis auf Durchblutungsstörung. Bei extremer Pathologie auch im Kontext einer Hirnstammschädigung bzw. Hirntod.
Blaues Auge (periorbitales Hämatom)
- Einseitig: Periorbitales Hämatom.
- Beidseitig: Brillenhämatom.
- DD Verletzungen: Schädelbasisfraktur (Frontobasal), Orbitabodenfraktur, Nasenbeinfraktur.
Kind mit Fraktur → Jugendamt
Sprunggelenksfraktur beim Kind
Erkennungsmerkmal: nicht geschlossene Epiphysenfugen (Wachstumsfugen). „Weber-Fraktur" ist bei Kindern die falsche Bezeichnung!
Therapie: Osteosynthetische Versorgung (um Arthrose und Wachstumshemmung zu vermeiden).
Supinationsverletzung des OSG
Röntgen nicht nur vom OSG, sondern auch vom gesamten Unterschenkel (Caput-fibulae-Fraktur / Maisonneuve-Fraktur ausschließen) + Caput fibulae tasten.
Rippenfraktur nach Sturz
Bei Pneumothorax + Hautemphysem: Thorax-Drainage, Sonographie Thorax und Abdomen.
Prolaps vs. Hernie vs. Rektusdiastase
- Prolaps: Vorfall eines Organs durch natürliche Körperöffnung ohne Bruchsack.
- Hernie: Austritt durch pathologischen Wanddefekt mit Bruchsack.
- Rektusdiastase: kein Defekt – die Muskeln weichen nur auseinander.
Pfannenstielschnitt: typische Quernaht im Unterbauch, 2–3 cm oberhalb der Symphyse; Anwendung: Kaiserschnitt, gynäkologische OPs.
Entzündungszeichen (5 Kardinalzeichen)
Rubor = Rötung | Calor = Wärme | Tumor = Schwellung | Dolor = Schmerz | Functio laesa = Funktionsverlust.
Vakuumtherapie (V.A.C.)
Definition: Feuchter Wundverband mit luftdichter Abdeckung + Unterdruck.
Ziele: Wundsekrete entfernen, keimarmes/feuchtes Milieu, Förderung von Granulationsgewebe + Gefäßeinsprossung, Adaptation der Wundränder, Reduktion der Wundtiefe.
Indikationen: Chronische Wunden (Dekubitus, Ulcus cruris, DFS), stark exsudierende Wunden, akute Wunden nach Debridement, postoperativ offenes Abdomen. Dauer: 7–10 Tage.
Drainagen
- Robinson-Drainage (passiv): keine Sogwirkung, nur Schwerkraft. Entfernung nach 1–2 Tagen (Sekret < 30–50 ml, klar/serös, kein Infekt). Bei Infekt sofort entfernen.
- Redon-Drainage (aktiv, Sog): bei Gelenk-OPs, Subkutan-/Epiduralraum. KI bei Bauch-OPs: unkontrollierter Sog → Nekrosen. Entfernung nach 1–3 Tagen.
Verriegelungsnagel (intramedullär)
Implantat zur Therapie von Frakturen langer Röhrenknochen – verhindert Rotation, axiale Verschiebung und Verkürzung.
- Entfernung nach 6–8 Wochen: zuerst die Nägel am weitesten vom Frakturspalt → Dynamisierung.
- Bei verzögerter Heilung (8–12 Wochen): statische Schrauben an einem Ende (meist distal) entfernen → Kompression im Frakturspalt → Kallusbildung.
- Nicht alle Schrauben entfernen! Auch bei Schraubenbruch, Dauerbelastung, Schmerzen.
Skaphoidfraktur
Großer Frakturspalt → Herbert-Schraube (Doppelgewindeschraube). Bei großem Knochendefekt: Spongioplastik nach Debridement (autologe Spongiosa).
Achillessehnenruptur
Ruhigstellung in Spitzfußstellung.
Mallet-Finger (z. B. Volleyballspielerin)
Streckdefizit durch subkutane Ruptur der Strecksehne über dem distalen IPG. Therapie: Stack-Schiene 6 Wochen permanent + 4 Wochen nachts.
Thorax, Pneumonie & Pneumothorax
Röntgen-Thorax: Pneumonie + Pleuraerguss
Infiltrate + verstrichener Randwinkel → Keime im Pleuraerguss → Pleuraempyem (Eitersammlung).
Typische vs. Atypische Pneumonie
Atypische Erreger – Penicillin unwirksam!
- Mycoplasma pneumoniae – hat keine Zellwand.
- Chlamydia pneumoniae – intrazellulär, atypische Zellwand.
- Legionella pneumophila – intrazellulär in Makrophagen; Penicillin dringt schlecht in Zellen ein.
Pneumothorax – Todesursache
Insb. beim Spannungspneumothorax: Kompression der V. cava → verminderter venöser Rückfluss → sinkendes HZV → obstruktiver Schock.
Pneumothorax – Sonographie
| Normale Lunge | Pneumothorax |
|---|---|
| Lung Sliding vorhanden | Fehlendes Lung Sliding |
| B-Linien vorhanden | Keine B-Linien (nur A-Linien) |
| M-Mode: Seashore-Zeichen | M-Mode: Barcode-/Stratosphere-Sign |
| – | Lung Point (100 % spezifisch) |
Pneumothorax-Entlastung
- Verwendete Kanüle: Orange Flexüle (5 cm).
- Sicherheitsabstand: 6 cm → gesamte Länge vorschieben.
- Sterile Handschuhe + EKG-Elektrode am Patienten.
Pneumonie post-OP – Diagnostik
Inspektion: Tachypnoe, Zyanose, Einsatz der Atemhilfsmuskulatur. Kissen unter die Arme → stabilisiert Schultergürtel → bessere Entlastung der Atemhilfsmuskulatur.
Onkologie & Hämatologie
Rektumkarzinom – Stoma-Komplikation
Bei Ileostoma mit Sekret-/Eiteraustritt parastomal → Anastomoseninsuffizienz ausschließen.
Therapie: Resektion der Anastomose + Anlage eines Stomas. Im Vordergrund: Sanierung des Infektfokus.
Multiples Myelom – Durie & Salmon
| Stadium | Kriterien |
|---|---|
| I | Hb > 10 g/dl, Serum-Calcium normal, solitäre Osteolyse, geringe monoklonale Immunglobuline |
| II | Weder Stadium I noch III erfüllt |
| III | Hb < 8,5 g/dl; Hyperkalzämie; multiple Osteolysen; IgG > 7 g/dl, IgA > 5 g/dl, Bence-Jones > 12 g/24 h |
Hyperkalzämie
Ursachen: Multiples Myelom, Knochenmetastasen, ↑ Parathormon.
Therapie: Bisphosphonate, Schleifendiuretika (Furosemid).
Hyperkalzämische Krise: Herzrhythmusstörungen (Asystolie), Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Exsikkose, Oligurie, Bewusstseinsstörungen. Therapie: Ursache behandeln, Schleifendiuretika + Glukokortikoide, ggf. Calcitonin.
Panzytopenie – klinische Zeichen
- Leukozytopenie: Infektanfälligkeit / Fieber.
- Anämie: Abgeschlagenheit, Blässe, Belastungsdyspnoe, Tachykardie.
- Thrombozytopenie: Petechien (v. a. < 20 000/µl an Extremitäten wie Unterschenkel).
Hauttumoren & ABCDE-Regel
Vorbeugung: UV-Schutz (Sonnencreme) + Hautkrebsscreening.
ABCDE-Regel (Melanom):
- Asymmetrie
- Begrenzung unregelmäßig
- Colorit (Polychromasie)
- Durchmesser > 5 mm
- Evolution / Elevation
Epidermale Hauttumoren
- Plattenepithelkarzinom (2. häufigster): derbe verhornte Plaque/Knoten, Ulzeration, Krusten, Schmerz möglich. Unterlippe, Ohr, Gesicht, Handrücken. Metastasen möglich.
- Basalzellkarzinom (1. häufigster): perlmuttartiger Knoten, Teleangiektasien, Randwall, zentrale Ulzeration (Ulcus rodens), blutet leicht. „Sonnenterrassen" (Nase, Stirn, Augenregion, Ohr). Therapie: vollständige Exzision mit Sicherheitsabstand.
Malignes Melanom
- Hochmaligner Tumor der Melanozyten. Frühe lymphogene + hämatogene Metastasierung.
- Männer: Rücken; Frauen: Unterschenkel; überall möglich (Haut, Schleimhäute, Uvea, Nägel).
- Dunkel pigmentierter Fleck, unregelmäßige Begrenzung, Polychromasie, Größenwachstum.
- Prognose: Breslow-Tiefe (Tumordicke) – je dicker, desto schlechter.
- Therapie: Chirurgische Exzision mit Sicherheitsabstand + Sentinel-Lymphknotenbiopsie + Immuntherapie/Target-Therapie.
Bronchialkarzinom – Metastasen zu den Nebennieren
Metastasen: Gehirn, Leber, Knochen, Nebennieren.
Weg: Tumorzellen → Vv. pulmonales → li. Vorhof → li. Ventrikel → Aorta → A. suprarenalis media (direkter Abgang aus Aorta abdominalis), A. suprarenalis superior (aus A. phrenica inferior), A. suprarenalis inferior (aus A. renalis).
Waterhouse-Friderichsen-Syndrom (DIC)
- Lebensbedrohliche Komplikation einer fulminanten Sepsis (meist Meningokokken-Sepsis durch Neisseria meningitidis).
- Petechien: kleine punktförmige Hautblutungen.
- Weitere Ursachen: Pneumokokken, H. influenzae, Staphylokokken; Thrombozytopenie, Von-Willebrand-Syndrom, Vaskulitis, Henoch-Schönlein-Purpura.
- Pathomechanismus: Systemische Gerinnungsaktivierung → Tissue Factor → Thrombin → Mikrothromben → Verbrauch von Gerinnungsfaktoren + Hyperfibrinolyse → schwere Blutungen.
Perikarderguss – Ätiologie
- Hämatoperikard: Herzwandruptur (nach MI), Thoraxtrauma, iatrogen nach Koronarintervention.
- Seröser Erguss:
- Exsudat: Tuberkulose, maligne Prozesse, postoperativ, Urämie, Autoimmun.
- Transsudat: Albuminmangel, Hypervolämie, Rechtsherzinsuffizienz.
Therapie: Ursache behandeln. Perikardpunktion bei Symptomatik. Notfallpunktion bei Perikardtamponade. Ggf. Bleomycin bei malignem Perikarderguss.
Hypertonie & Herzspitzenstoß
Hypertonie: verstärkter Herzspitzenstoß. Herzinsuffizienz: verbreiterter/verlagerter Herzspitzenstoß.
Nephrologie & Urologie
Dunkler Urin nach OP
- Mangelnde Flüssigkeitsaufnahme → konzentrierter Urin.
- Harnwegsblutung → Hämaturie.
- Medikamente: Rifampicin, Metronidazol, Nitrofurantoin, Levodopa, Methyldopa, Antikoagulanzien, Cyclophosphamid (hämorrhagische Zystitis), Statine (Myoglobinurie bei Rhabdomyolyse).
- Myoglobinurie bei Rhabdomyolyse.
- Leber-/Gallenwegserkrankungen (↑ Bilirubin).
- Harnwegsinfektion.
Hydronephrose / Harnstauung
Definition: Erweiterung des Nierenbeckens und der Nierenkelche durch Harnabflussstörung.
Ursachen: Primär: kongenitale Stenosen. Sekundär: Urolithiasis, Ureterkarzinom, Ovarialkarzinom, Harnblasentumor/-steine, Prostatahyperplasie/-karzinom.
Diagnostik: Urinstatus (Blut, Sediment), Sonographie, CT. Sonographie – 4 Grade:
- Grad I: Erweiterung NBK, Kelche unauffällig.
- Grad II: Leichte Erweiterung NBK + Kelchhälse/Kelche.
- Grad III: Deutliche Zurückdrängung des Nierenparenchyms.
- Grad IV: Vollständige Zurückdrängung des Nierenparenchyms.
Akutes Nierenversagen – Sonographie
→ Postrenale Ursachen ausschließen (Tumoren, Urolithiasis, BPH). Befund: vergrößerte Nieren mit verschwommener Mark-Rinden-Grenze oder Hydronephrose.
DJ-Katheter & Nephrostomie
- Doppel-J-Katheter: Dünner Katheter mit 2 gebogenen Enden, retrograd in den Ureter, drainiert NBK → Blase. Indikationen: Ureterobstruktion, post-OP, Nephrolithiasis, Hydronephrose. CAVE Niereninfektion.
- Perkutane Nephrostomie: Punktion NBK unter Sono-/Röntgenkontrolle → Seldinger-Draht → Bougierung → Nephrostomiekatheter. Indikationen: akute Harnabflussstörung mit Nierengefährdung, Urosepsis/Pyonephrose, erfolgloser DJ-Versuch, präoperative/palliative Drainage.
TUR-Syndrom
Definition: Hypotone Hyperhydratation bei transurethraler Prostataresektion (TUR-P) durch Einschwemmung hypotoner Spüllösung (Glycin, Sorbitol/Mannitol).
Klinik: Früh: Bradykardie, Hypertonie, Unruhe, Kopfschmerzen. Spät: Tachykardie, Hypotonie, Lungenödem, Hirnödem, Hämolyse, Krampfanfälle, Koma.
Diagnostik: BGA (Hyponatriämie, Hypokaliämie), Alkoholeinschwemmtest.
Therapie: Eingriff beenden, Furosemid 20–40 mg i. v., ggf. hypertone NaCl-Lösung. Bipolare Resektion mit isotoner NaCl-Lösung möglich.
Sonographie der Niere – Kopfschall
Von ventral über die Flanke (interkostal/in der Axillarlinie). Zeigt die Nierenpole, Parenchymbreite und Harnstauung.
Gastroenterologie & Pankreas
Pylorushypertrophie / Magenausgangsstenose des Säuglings
Metabolische Alkalose durch massiven Verlust saurer Äquivalente (Hypochlorämie) beim Erbrechen, gefolgt von Hyponatriämie und Hypokaliämie.
Therapie: Pyloromyotomie nach Weber-Ramstedt – Pylorusmuskulatur längs gespalten und gespreizt, Mukosa bleibt unversehrt.
Pankreaspseudozyste
Definition: Abgekapselte Sekretansammlung ohne Epithelschicht (nur Kollagen/Granulationsgewebe). Inhalt: serös/hämorrhagisch, hoch Amylase/Lipase/Trypsin.
Ätiologie: Nach akuter Pankreatitis (alkoholisch/biliär) oder chronisch, selten Trauma. Häufig nach 4 Wochen.
Symptome (80 %): Oberbauchschmerzen, Völlegefühl, Übelkeit, Erbrechen, Ikterus, Magen-/Duodenalstenosen.
Komplikationen: Infektion/Abszess, Blutung, Ruptur mit Peritonitis, Kompression.
Diagnostik: Sonographie (inhomogene Läsion), CT (abgekapselte Flüssigkeit mit KM-aufnehmender Wand), Endosonographie, MRT/MRCP vor Punktion. CEA > 192 ng/ml → Pankreaskarzinom wahrscheinlicher.
DD zystische Pankreasneoplasien: (1) Seröse zystische Neoplasie (SCN) – Kopf/Korpus; (2) Muzinöse zystische Neoplasie (MZN) – Korpus/Schwanz; (3) IPMN.
Walled-off Nekrose: abgekapselte Pankreasnekrose. Unsicherheit → endosonographische Feinnadelpunktion (Mikrobiologie, Amylase, Lipase, CA 19-9, Zytologie).
Therapie: Konservativ < 4 cm (bis 6 Wochen); bei Symptomatik/Komplikationen/>6 Wochen: ERCP-Stent (transgastral/transduodenal) oder CT-gesteuerte Drainage.
Choledocholithiasis
Sonogramm: Erweiterung des Ductus hepatocholedochus.
Analabszess
= Paraproktitis.
Malum Perforans
Meist unter dem 1. Metatarsale-Köpfchen, auch 5.
Infektiologie & Tropenmedizin
Kind in der Kita mit Diarrhö
→ Salmonella. Meldepflicht auch beim Verdacht (beim Gesundheitsamt).
Kind mit Fieber 40 °C + Erbrechen
Suche nach Petechien → V. a. Waterhouse-Friderichsen-Syndrom.
DD: hämorrhagische Diathesen, M. Finkelstein (akutes hämorrhagisches Ödem: Fieber + Ödem + Purpura), Varizellen (bei Säuglingen schwerer Verlauf).
7-jähriges Kind mit Fieber
DD: Meningitis, Tonsillitis, Otitis media. Bei Otitis media: Patient schläft auf der betroffenen Seite.
Tuberkulose
Patient aus Afghanistan/Afrika mit Fieber, Schüttelfrost, Gewichtsabnahme, supraklavikulärer Raumforderung im Röntgen.
Diagnostik: Exzision der gesamten Raumforderung, Kultur (Löwenstein-Jensen-Agar), Ziehl-Neelsen-Färbung.
Bei positivem Tb-Nachweis: Meldepflichtig → Isolation → Therapieeinleitung.
Malaria
Patient aus Afrika, Fieber seit 3 Tagen → Blutausstrich und Dicker Tropfen.
Gefährlichster Parasit: Plasmodium falciparum (Malaria tropica).
Fieberrhythmus: M. tropica: unregelmäßig | M. quartana: alle 72 h | M. tertiana: alle 48 h | M. quotidiana: täglich.
Komplikationen: Bewusstseinsstörung, Ikterus, Splenomegalie, Niereninsuffizienz, Lungenödem.
Therapie: Artemisinin-basierte Kombinationstherapie (ACT), Chloroquin, Primaquin.
EHEC (Enterohämorrhagische Escherichia coli)
- Shigatoxin-produzierende E. coli; gram-negatives Stäbchen.
- Infektionsweg: fäkal-oral, Rohmilchprodukte, Mensch-zu-Mensch. Inkubationszeit: 2–10 Tage.
- Symptome: wässrige (teils blutige) Durchfälle, Übelkeit, Erbrechen. 10–20 % hämorrhagisch.
EBV – Infektiöse Mononukleose
- Hohes Fieber, Gliederschmerzen, Pharyngitis, fauliger Mundgeruch, Lymphadenopathie (zervikal), Exanthem, Hepatosplenomegalie.
- Komplikationen: Virusenzephalitis, autoimmunhämolytische Anämie, Agranulozytose, Thrombozytopenie, Nephritis, Guillain-Barré-Syndrom.
- Therapie: symptomatisch.
CMV – Zytomegalievirus
- Symptomatisch bei Immunsupprimierten (HIV, Steroide).
- z. B. Colitis-ulcerosa-Patient unter Immunsuppressiva mit Diarrhö + Fieber → CMV.
- Diagnostik: Stuhl-PCR, CMV-IgG/IgM-ELISA.
- Therapie: Ganciclovir i. v., Valganciclovir oral.
Hohlhandphlegmone / Panaritium
- Hohlhandphlegmone: Eiter unter der Palmaraponeurose, v. a. Finger II und IV.
- Paronychie: Entzündung des Nagelwalls (evtl. Panaritium paraunguale).
- Panaritium: eitrig-einschmelzende Entzündung im Nagelbereich. Erreger: Staphylococcus aureus.
- Phlegmone: unscharf begrenztes Erythem auf teigigem Ödem. Erreger: Staphylococcus aureus.
Therapie: Sanierung der Eintrittspforte, kühlende Umschläge, Ruhigstellung, Analgesie, Antibiose nach Kultur (Cefazolin, Clindamycin), Debridement + Drainage, Röntgen (Osteomyelitis/Fremdkörper).
Erysipel
Nicht-purulente Infektion der oberflächlichen Dermis und Lymphgefäße durch β-hämolysierende Streptokokken Gruppe A. Flächiges, scharf begrenztes Erythem mit flammenförmigen Ausläufern.
Therapie: Penicillin V p. o. 1,2–1,5 Mio IE 1-1-1 (7–14 Tage) oder Penicillin G i. v. 10 Mio IE 1-1-1 (7–10 Tage). Alternativ Clindamycin oder Clarithromycin.
Anästhesie, Reanimation & Schock
Schock – Volumentherapie
| Schock | Volumentherapie |
|---|---|
| Hämorrhagisch | 500 ml in den ersten 15 min + Bluttransfusion (Haupttherapie, max. 3 EK in 6 h) |
| Septisch | mindestens 30 ml/kg in den ersten 3 Stunden |
| Anaphylaktisch | zuerst Adrenalin ½ Amp. (0,5 mg) s. c./i. m. (Wdh. alle 5–15 min) + Cortison + Antihistaminikum |
Pathogenese anaphylaktischer Schock: Histamin- und Serotoninfreisetzung → Vasodilatation, Bronchospasmus, Hypotonie. Adrenalin wirkt gegen Histamin, Wirkungseintritt < 15 min.
Sepsis-Phasen
- Frühphase (Warm-Schock): periphere Vasodilatation, ↑ HZV → warme Hände, Schwitzen.
- Spätphase (Kalt-Schock): ↓ HZV, periphere Vasokonstriktion → kalte Hände.
Reanimation (AHA/ERC)
- Reanimationsalarm auslösen ("REA-Alarm").
- Herzdruckmassage sofort: Drucktiefe 5–6 cm, Frequenz 100–120/min, 30:2.
- Beatmung über Tubus/LMA mit Beatmungsbeutel.
- Defibrillator-Klebeelektroden:
- 1. Wahl anterior-lateral: rechts infraklavikulär, links subaxillär.
- Alternative anterior-posterior: parasternal links, unterhalb der linken Scapula.
- Arzt ist Teamleiter. Bei implantiertem Schrittmacher: mind. 8 cm Abstand zum Aggregat.
- Adrenalin 1 mg i. v. (oder intraossär): Erstgabe nach 3. erfolglosem Schock, Wdh. alle 3–5 min (1 mg in 9 ml NaCl = 10 µg/ml).
- Amiodaron 300 mg i. v. nach 3. Schock; Wdh. 150 mg nach 5. Schock. Alternative: Lidocain 100 mg/50 mg.
- Magnesium 2 g i. v. bei Torsade de Pointes.
- Alle 2 min Pulskontrolle. Intubationspause max. 10 s.
- Nicht-defibrillierbarer Rhythmus (Asystolie/PEA) → kein Schock.
Medikamente immer mit 20 ml NaCl 0,9 % nachspülen, Extremität hochlagern.
IHCA = In-hospital cardiac arrest; OHCA = Out-of-hospital cardiac arrest.
Abbruch der Reanimation: generell 20–30 min, Entscheidung des gesamten Teams. Körperkerntemperatur muss > 32–34 °C sein, bevor der Tod festgestellt wird. Bei Hypothermie und Toxinen: Reanimation 60–90 min fortführen. Tod nicht ankündigen, solange Temp. < 32–34 °C.
Defibrillation vs. Kardioversion
| Defibrillation | Kardioversion |
|---|---|
| Pulslose VT / Kammerflimmern (Notfall) | Instabiler Patient mit Puls (z. B. VHF) |
| Ohne Synchronisation | Synchron mit R-Zacke (sonst Kammerflimmern!) |
| Ohne Propofol, ohne Aufklärung | Unter Propofol, mit Aufklärung |
Vorhofflimmern – VHF-Schema (Notfall)
- ① Hämodynamische Stabilität: Instabil → sofortige elektrische Kardioversion (synchronisiert) + Antikoagulation.
- ② Stabil: Ursache suchen/behandeln (Infektion, Elektrolytstörung, Hyperthyreose, Hypoxie, MI, Flüssigkeitsmangel).
- ③ Frequenzkontrolle (Ziel HF < 110/min): Betablocker, Verapamil/Diltiazem, Amiodaron bei HI.
- ④ Antikoagulation nach CHA₂DS₂-VASc: Männer ≥ 2 → DOAK; Frauen ≥ 3 → DOAK.
- ⑤ Rhythmuskontrolle bei starken Beschwerden, Erstmanifestation, Dauer < 48 h, jungem Patienten:(anonymisiert)Flecainid, Propafenon (Klasse Ic).
3. Grad AV-Block – Notfallmanagement
ABCDE → instabil → Transkutane Schrittmacherstimulation + i. v. Zugang + Adrenalin-Perfusor (2–10 µg/min) oder Bolus (10–20 µg). Verdünnung: 1 mg Adrenalin in 100 ml NaCl → 10 µg/ml. Anschließend: temporärer transvenöser Schrittmacher, dann permanenter Schrittmacher.
Intubation
Indikationen: (1) SpO₂ < 90 % trotz 10–15 L/min O₂ via Maske; (2) Schock; (3) GCS ≤ 8. Schwierigkeiten: rheumatische Erkrankungen, Weichteilschwellung, Inhalationstrauma, kurzer/dicker Hals. Abschätzung: Mallampati + Cormack-Lehane. Tubus: Mann 8,0–8,5; Frau 7,0–7,5. Fixierung 3 cm cranial der Carina.
Präoxygenierung: 100 % O₂, 4–6 L/min, 3–5 min. Medikamente: Fentanyl (2–4 µg/kg) → Propofol (1,5–2,5 mg/kg) → Rocuronium (0,6 mg/kg). 45–90 s beatmen, dann intubieren.
Schwieriger Atemweg: (1) Hilfe anfordern; (2) Narkose vertiefen; (3) Muskelrelaxierung; (4) Lagerung optimieren (OELM/BURP); (5) Wechsel Spatel/Tubus; (6) Videolaryngoskopie.
Lagekontrolle sichere Zeichen: Stimmbandpassage unter Sicht; CO₂-Nachweis (Kapnographie – Goldstandard).
ZVK-Anlage
Punktion: V. jugularis interna (rechts), V. subclavia, V. femoralis. Lagerung: Trendelenburg. Kontrolle: Röntgen-Thorax (Lage + Pneumothorax), EKG (überhöhte P-Welle). V. subclavia: höheres Pneumothorax-Risiko; V. femoralis: höheres Thrombose-Risiko.
Indikationen: gefäßtoxische Medikamente (Katecholamine), Kaliumsubstitution, parenterale Ernährung.
Komplikationen: Pneumothorax, Infektion, Thrombose, arterielle Fehlpunktion.
Kanülen-Farben (Venenzugang)
| Farbe | Durchfluss | Verwendung |
|---|---|---|
| Orange | 300 ml/min | Größte, z. B. Pneumothorax-Entlastung |
| Grau | 200 ml/min | Bluttransfusion |
| Grün | 90 ml/min | Standard im OP |
| Rosa | 60 ml/min | Standard auf Station |
| Blau | – | Kinder / dünne Venen |
| Gelb | – | Säuglinge |
Periduralanästhesie (PDA) – Vorteile
Blockiert den Sympathikus, verbessert die Darmdurchblutung, fördert die Peristaltik, reduziert postoperative Ileus- und Lungenkomplikationen.
Lokalanästhesie – Vorteile
Lungen- und Hirnfunktion werden nicht beeinträchtigt – insb. bei chronischen Lungenerkrankungen. Medikamente: z. B. Lidocain, Bupivacain, Ropivacain.
Peridurale vs. Spinalanästhesie
Siehe Amboss.
Bluttransfusion – Bedside-Test
Falschergebnis durch: Fehler bei der Blutentnahme oder Fehler im Labor.
Schwere Blutung – Anästhesie
Blutstillung + Volumenersatz (Blutprodukte). Bei MAP < 65 mmHg: Noradrenalin (Vasokonstriktion).
Tracheostomie
Bei impossibler Intubation → Tracheostomie.
COVID-19 – Pneumonie
Ageusie + Husten + Fieber → V. a. COVID-19. Diagnostik: Anamnese, KU, Labor, Röntgen-Thorax, CT (Ausmaß, Komplikationen wie LAE/ARDS, DD). Therapie: Dexamethason 6 mg i. v. täglich 10 Tage bei schwerem Verlauf (SpO₂ < 90 % + Tachypnoe ≥ 30/min oder intubiert), Thromboseprophylaxe, Antibiotika bei Sepsis. Meldepflicht!
Sauerstoff-Stufentherapie
Nasenbrille bis 5 L/min → Maske bis 10 L/min → High-Flow bis 60 L/min → CPAP (NIBV) → invasive Beatmung via ET-Tubus → ECMO (veno-venös).
Wernicke-Enzephalopathie
Delir
Komplexes hirnorganisches Syndrom mit qualitativer Bewusstseinsstörung und verminderter Aufmerksamkeit. Formen: hypoaktiv, hyperaktiv, Mischtyp. Ätiologie: Fieberdelir, Alkohol-Entzugsdelir (Delirium tremens), Intensivstationsdelir, postoperatives Delir.
Alkoholentzug: beginnt 6–24 h nach Abstinenz. Vegetativ: Hypertonie, Tachykardie, Schwitzen, Tremor. Psychisch: Nesteln, Unruhe, Angst.
Stationäre Therapie: Benzodiazepine (Lorazepam 1 mg p. o. alle 4–6 h, Ausschleichen 7–10 Tage; oder Diazepam 10–20 mg alle 2–4 h), ggf. Clomethiazol. NW: Atemdepression, Hypotonie.
Herzinsuffizienz – 4-Säulen-Modell (HFrEF)
- ARNI (Entresto: Sacubitril + Valsartan) ODER ACE-Hemmer ODER AT1-Blocker.
- Betablocker (Bisoprolol/Metoprolol).
- MRA (Spironolacton/Eplerenon).
- SGLT2-Inhibitoren (Dapagliflozin/Empagliflozin 10 mg). NW: Harnwegsinfektionen.
Morphin
- Reversibler Agonist an µ-Opioidrezeptoren.
- Zentral: stark analgetisch, euphorisierend, antitussiv, atemdepressiv, Brechreiz, Muskelrigidität, Hypothermie, Miosis, Bradykardie, Hypotonie.
- Peripher: GI-Motilitätshemmung, Kontraktion von Pylorus, Gallenblase, Sphincter Oddi.
- Dosierung: p. o. 10–20 mg, i. m./s. c. 10–30 mg, i. v. 5–10 mg.
- NW: Obstipation, Hypopnoe, Bradykardie, Gallenkolik, Harnverhalt, Müdigkeit.
- Antidot: Naloxon 0,2–0,8 mg i. v. (bis 20 mg), Wdh. alle 2–3 min.
Bei älteren Patienten: auf Antidepressiva achten. Bei chronischen Schmerzen: fixierte Dosierung.
Fontanellen
| Fontanelle | Verknöcherung |
|---|---|
| Fonticulus posterior (klein) | 3. Lebensmonat |
| Fonticulus sphenoidalis | 6. Lebensmonat |
| Fonticulus mastoideus | 18. Lebensmonat |
| Fonticulus anterior (groß) | 36. Lebensmonat |
TVT – Sonographie (Kompressionssonographie)
Prinzip: Nicht-thrombosierte Vene vollständig komprimierbar. Nicht komprimierbare Vene → TVT.
Kriterien: (1) Fehlende Komprimierbarkeit (Leitkriterium); (2) Thrombusnachweis (akut echoarm, chronisch echoreich); (3) Fehlender/verminderter Fluss im Duplex; (4) Fehlende Atemmodulation proximaler TVT; (5) Fehlende Augmentation.
Vene vs. Arterie:
- Vene: komprimierbar, Atemmodulation, dünnwandig, kontinuierlicher Fluss, Augmentation durch distale Kompression, meist medial der Arterie.
- Arterie: nicht komprimierbar, pulsierend, dreischichtige Wand, pulsatil, hohe Flussgeschwindigkeit.
Aortenklappe & Mitralklappe – Auskultation
- Aortenklappe: Oberkörper leicht nach vorne beugen (im Sitzen) + Atem anhalten.
- Mitralklappe: Linksseitenlage.
Wells-Score (TVT)
Zur klinischen Wahrscheinlichkeitsabschätzung einer TVT (zusätzlich zur Kompressionssonographie).
Niedervoltage-EKG
Ursachen: Perikarderguss, Lungenemphysem, Adipositas.
EKG bei Nierenversagen
→ Hyperkaliämie (spitze T-Wellen, QRS-Erweiterung).
Herzschrittmacher-Elektroden – Zugang
Über die V. subclavia (rechts) → V. cava superior → rechter Vorhof → rechter Ventrikel.
Rechtliches, Todeszeichen & Sonstiges
Todeszeichen
Sichere Todeszeichen (mindestens eines): Livores (Totenflecke), Rigor mortis (Totenstarre), Leichenfäulnis, Hirntod im EEG, mind. 30-minütige suffiziente, aber erfolglose Reanimation.
Unsichere Todeszeichen: Atemstillstand, Koma, Pulslosigkeit, fehlende Herztöne, weite lichtstarre Pupillen, Areflexie, Atonie, Pallor mortis, Algor mortis.
Hirntod
- Immer meldepflichtig – auch bei Vorsorgevollmacht.
- Apnoe-Test: 4–10 min Diskonnektion vom Respirator unter BGA-Kontrolle → Hyperkapnie (pCO₂ bis 60 mmHg). Bei physiologischer Hirnstammfunktion: reflektorische Inspiration. Bei Hirntod: keine Spontanatmung (Test negativ).
Alkoholiker mit Kopfverletzung
Wundversorgung → CT-Kopf ohne KM. Frage nach retrograder Amnesie → Commotio cerebri / epidurale Blutung. Nach 4 h Bewusstlosigkeit: intrakranielles Hämatom (Epiduralhämatom). Thiamin vor Glukose, Sonographie Leber, Drogen (Urinprobe).
85-jährige bewusstlos aufgefunden
Vitalparameter sichern, Atemweg sichern, BGA (Hypoxämie, Elektrolyte, Blutzucker), CT-Schädel.
Schlaganfall – FAST-Test
- Facial expression (verminderte Mimik)
- Arm weakness (Arm nicht haltbar)
- Speech difficulties (Sprachstörung)
- Time is brain (zügige Einweisung + Bildgebung)
Zusätzlich: beide Hände gleichzeitig schütteln.
Rehamaßnahmen
Bei Erkrankungen, die die Teilhabe am Leben und Arbeitsfähigkeit beeinträchtigen. Erwerbstätig → DRV; nicht erwerbstätig → Krankenkasse.
Beschäftigungsverbot
Zum Schutz vor Infektionen, Bestrahlung und Chemotherapie-Exposition.
Rechtsmedizin
Für die Berufsordnung ist die Ärztekammer zuständig.
Cortison vs. Cortisol
Das in der Nebennierenrinde gebildete Cortison ist eine biologisch inaktive Vorstufe und wird in der Leber in das aktive Cortisol umgewandelt.
Sonstige klinische Merksätze
- Bei Dürre/Exsikkose zuerst die Kornea betroffen.
- NPP → Ischialgie.
- Fibromyalgie → stärkste Schmerzen im Iliosakralgelenk. Therapie: Physiotherapie + Tramadol (NW: Übelkeit).
- Uveitis + Erythema nodosum → Morbus Crohn.
- Leberkarzinom im CT → phasenabhängige KM-Aufnahme (arteriell/portalvenös/spät).
- Nabelhernie → CT-Diagnostik.
- Alle Menschen haben ein gewisses Maß an Reflux (Druckunterschied Thorax/Abdomen).
- Refluxösophagitis nach Bauch-OP: veränderte Anatomie + Schmerzen.
- Herzinfarkt + GI-Blutung: Angiodysplasie + notwendige Antikoagulation.
- Hepatitis A in Asien häufig (fäkal-orale Übertragung, schlechte Hygiene).
- HBV: parenteral/sexuell/vertikal. HCV: v. a. Blutkontakt.
- Streptokinase wird in Deutschland nicht mehr für die Thrombolyse verwendet.
Präoperative Vorbereitung (10 Punkte)
- Indikationsprüfung und Aufklärung.
- Gezielte Anamnese (Vorerkrankungen, Vor-OPs, Medikamente, Allergien, ASA).
- Klinische Untersuchung (Herz-Kreislauf, Lunge, Abdomen, Neurostatus).
- Labor: Blutbild, Elektrolyte, Kreatinin/GFR, CRP, INR/PTT, Blutzucker, Kreuzblut, Leberwerte, Urinstatus.
- Apparativ: EKG, Röntgen-Thorax, ggf. Echo, Lungenfunktion.
- Medikamentenmanagement: DOAK 24–48 h pausieren; Metformin 48 h (Laktatazidose); Clopidogrel 5 Tage; Marcumar 7–14 Tage + Bridging mit Heparin; ASS i. d. R. nicht absetzen; Betablocker weiter; ACE-Hemmer/AT1-Blocker am OP-Tag pausieren; Insulin anpassen.
- Nüchternheit: 6 h feste Nahrung, 2 h klare Flüssigkeiten.
- Infektionsprophylaxe kurz vor Hautschnitt.
- Thromboseprophylaxe: Heparin s. c., Kompressionsstrümpfe, frühe Mobilisation.
- Anästhesiologische Vorbereitung: Aufklärung, Verfahren, Risikoabschätzung.
Post-OP-Status
Kaugummi nach OP → Peristaltik-Stimulation. Regelmäßig Stuhlgang, Windabgang und Urinausscheidung erfragen.
Postaggressionssyndrom
Siehe Amboss.
CT vs. MRT
Im MRT können Knochen nicht deutlich dargestellt werden. Im CT sind Knochen klar sichtbar.
Vigilanzminderung – erste Maßnahme
Blutzucker messen (Hypoglykämie als schnell behebbare Ursache).