Kinderheilkunde – Pädiatrie Prüfungsvorbereitung
Fachsprachliche Prüfung: Häufige Prüfungsthemen, klinische Fallbeispiele und Untersuchungstechniken
K1 Greenstick-Fraktur (Kinderknochenbruch)
+Klinische Merkmale
- Häufig bei Kleinkindern nach Sturz (z. B. vom Wickeltisch, Fahrrad, Spielplatz)
- Schwellung und Schmerzhaftigkeit an der Frakturstelle
- Fehlstellung oft diskret, nicht so offensichtlich wie bei kompletten Frakturen
- Typische Lokalisation: Unterarm (Radius/Ulna), Unterschenkel
Der Prüfer zeigt Ihnen ein Röntgenbild und fragt: „Ist das eine Fraktur bei einem Kind oder bei einem Erwachsenen?" – Die Antwort: Greenstick-Fraktur spricht für ein Kind, da die Knochen noch nicht vollständig verknöchert sind. Alternativ kann eine Wulstfraktur (torus fracture) vorkommen – eine Impaktionsfraktur der Kortikalis bei Kindern.
Unterscheidung: Kind vs. Erwachsener im Röntgen
- Kind: Greenstick-Fraktur, Wulstfraktur, epiphysäre Frakturen (Salter-Harris-Typen)
- Erwachsener: Transversalfraktur, Spiralfraktur, Trümmerfraktur
Merke: Bei kindlichen Frakturen immer an Tetanus-Prophylaxe denken! Insbesondere bei offenen Wunden oder Verschmutzung. Die Immunisierung sollte gemäß STIKO-Empfehlungen überprüft und gegebenenfalls aufgefrischt werden.
K2 Milzruptur (Milzruptur bei Trauma)
+Klassifikation (zeitlicher Verlauf)
- Sofortruptur: Ruptur zum Zeitpunkt des Traumas
- Verzögerte Ruptur (zweizeitig): Erst freies Intervall (Stunden bis Tage), dann akute Symptomatik – Lebensgefahr!
Diagnostik
- Sonographie: Methode der Wahl (FAST-Sonographie) – Darstellung von freier Flüssigkeit im Morrison-Raum, linkem Oberbauch
- CT-Abdomen: Bei hämodynamisch stabilen Patienten zur genauen Klassifikation
- Labor: Hb-Abfall, LDH-Erhöhung
Der Prüfer kann ein Sonographiebild zeigen und fragen: „Was sehen Sie hier? Wo ist die Milz rupturiert?" – Achten Sie auf freie Flüssigkeit (Morison-Pouch, perisplenisch) als Hinweis auf Milzruptur. Bei Kindern mit Thoraxtrauma immer an Milz- und Leberverletzungen denken.
Therapie
- Konservativ bei hämodynamischer Stabilität (kinderchirurgische Zentren)
- Operative Versorgung (Splenektomie) bei Instabilität oder Grad IV/V
- Schonung für 6–8 Wochen postoperativ
K3 Invagination (Darminvagination)
+Klassische Symptomatik (Kolikartiger Schmerzzyklus)
- Starke, kolikartige Bauchschmerzen mit schmerzfreien Intervallen
- Erbrechen (initial Reflux, dann gallig)
- Himbeergeleeartiger Stuhl (blutig-schleimige Entleerung) – Spätzeichen
- Tastbare walzenförmige Resistenz im Abdomen
Diagnostik
- Sonographie: „Zielscheiben-Phänomen" (target sign), „Pseudoniere" – diagnostisch wegweisend
- Röntgen-Abdomen: Luftsichel (Freiluft unter dem Zwerchfell bei Perforation)
Die Invagination ist ein echter Kinder-Notfall. Der Prüfer fragt nach: „Ein Kind, 18 Monate alt, mit kolikartigen Bauchschmerzen, Erbrechen und blutig-schleimigem Stuhl – was vermuten Sie?" – Antwort: Invagination bis zum Beweis des Gegenteils.
Therapie
- Hydrostatische Desinvagination (Luft- oder Kontrastmitteleinlauf unter radiologischer Kontrolle)
- Operative Desinvagination bei Versagen oder Perforation
K4 Hodentorsion
+Klinik
- Plötzlich einsetzender, heftiger Skrotalschmerz
- Übelkeit, Erbrechen (vegetative Begleitsymptome)
- Schwellung und Rötung des Skrotums
- Hochstand des Hodens (Bell-Clapper-Deformität: fehlende Fixierung am Skrotum)
- Negatives Prehn-Zeichen: Kälte bessert nicht (im Unterschied zur Epididymitis)
Wichtiger Differenzialdiagnostischer Hinweis: Bei jeder Hodenschwellung im Kindes- und Jugendalter MUSS eine Hodentorsion ausgeschlossen werden – „Zeit ist Hoden". Die Epididymitis hingegen beginnt meist schleichend und das Prehn-Zeichen ist positiv.
Diagnostik
- Klinische Untersuchung: Hochstand, horizontale Lage, schmerzhafte Schwellung
- Doppler-Sonographie: Fehlender/verminderter Blutfluss
Therapie
- Notfall-Operation: Destorsion innerhalb von max. 6 Stunden, Orchidopexie beidseits
- Bei Nekrose: Semiorchidektomie
K5 Pylorusstenose (Hypertrophe Pylorusstenose)
+Klinik – Die klassische Trias
- Projektilartiges Erbrechen (spuckartig, nicht-gallig) – „schießt wie eine Pistole"
- Gewichtsverlust und Gedeihstörung
- Sichtbare Peristaltik (Olive-ähnliche Resistenz im rechten Oberbauch – tastbar)
- Obstipation, seltener ikterische Verfärbung möglich
Pathophysiologie
Die Hypertrophie der Ringmuskulatur (Muskularis propria) am Pylorus führt zur Verengung des Magenausgangs. Durch die Obstruktion kommt es zu einer kompensatorischen Hypertrophie der Magenmuskulatur und konsekutiv zu den sichtbaren Peristaltikwellen.
Diagnostik
- Sonographie: Methode der Wahl – Pylorusmuskeldicke > 3 mm, Pyloruskanallänge > 15–17 mm (sog. „target sign" im Querschnitt)
- Röntgen mit Kontrastmittel: „String sign" – dünner Kontrastmittelstrahl durch den verengten Pylorus
- Labor: Hypochlorämische, hypokaliämische metabolische Alkalose (durch Verlust von Magensäure)
Der Prüfer zeigt Ihnen ein Sonographiebild oder Röntgenbild und fragt: „Was zeigen diese Bilder? Wo ist das Problem?" – Achten Sie auf: verdickte Pylorusmuskulatur, verlängerten Pyloruskanal. Sonographisch: Pylorusmuskeldicke ≥ 3 mm, Pyloruskanallänge ≥ 15–17 mm.
Therapie
- Chirurgisch: Pyloromyotomie nach Ramstedt – Längsschnitt durch die hypertrophierte Muskulatur bis zur Submukosa, ohne diese zu eröffnen
- Präoperativ: Elektrolyt- und Volumenkorrektur (Alkalose ausgleichen)
K6 Fieber + Petechien/Hautblutungen im Kindesalter
+Differenzialdiagnosen
- Waterhouse-Friderichsen-Syndrom (Meningokokkensepsis) – Notfall!
- Meningitis (bakteriell, v. a. Meningokokken)
- Immune thrombozytopenische Purpura (ITP)
- Hämophagozytisches Lymphohistiozytosesyndrom (HLH)
- Verbrauchskoagulopathie (DIC)
- Virale Infektionen (z. B. Masern, Röteln)
- Thrombotisch-thrombozytopenische Purpura (TTP)
Der Prüfer fragt: „Ein Kind, 2 Jahre alt, mit Fieber 40 °C und Petechien am Körper – was denken Sie?" – Antwort: Waterhouse-Friderichsen-Syndrom (Meningokokkensepsis) mit Verbrauchskoagulopathie bis zum Beweis des Gegenteils. Jede Petechie bei Fieber ist ein Notfall.
Typische Laborveränderungen
- Thrombozytopenie (Verbrauch)
- Erhöhte D-Dimere, verlängerte PTT/Zeit
- Leukozytose oder Leukopenie
- Erhöhtes CRP, Procalcitonin
- Hypofibrinogenämie
Ursachen einer Thrombozytopenie im Kindesalter
- Verbrauchskoagulopathie / DIC
- Immune thrombozytopenische Purpura (ITP)
- Leukämie
- Hypersplenismus
- Medikamenteninduziert
- Infektiös (z. B. CMV, EBV)
K7 Meningitis im Kindesalter
+Klinik – Je nach Alter unterschiedlich
- Apathie, Trinkschwäche
- Erbrechen, Schreien (Schreien bei Berührung)
- Fieber oder Untertemperatur
- Gespannte Fontanelle (aber oft fehlend!)
- Krampfanfälle
- Meningismus: Nackensteife, Kernig-Zeichen, Brudzinski-Zeichen
- Heftige Kopfschmerzen
- Photophobie
- Fieber, Schüttelfrost
- Übelkeit, Erbrechen
Erreger nach Altersgruppen
- Neugeborene (0–4 Wochen): Streptococcus agalactiae (B-Streptokokken), E. coli, Listeria monocytogenes
- Säuglinge (4 Wochen–3 Monate): Streptococcus pneumoniae, Neisseria meningitidis, Haemophilus influenzae Typ b
- Kinder > 3 Monate: Neisseria meningitidis, Streptococcus pneumoniae, seltener Haemophilus influenzae
Prüfungsrelevant: Bei der Meningitis im Kindesalter unbedingt die Erreger nach Altersgruppe kennen. Der Prüfer fragt oft: „Welche Erreger kommen in welcher Altersgruppe vor?" – Diese Tabelle auswendig lernen!
Diagnostik
- Lumbalpunktion (nach Ausschluss von Kontraindikationen)
- Zellzahl, Glukose, Protein im Liquor
- Gram-Färbung, Kultur, PCR
- Blutkulturen
Therapie
- Empirische Antibiotikatherapie sofort nach Diagnostik, ohne auf Ergebnisse zu warten
- Ceftriaxon + Ampicillin (bei Neugeborenen + Listerienabdeckung)
- Dexamethason vor/nach erster Antibiotikagabe (v. a. bei H. influenzae, S. pneumoniae)
- Isolierung bei Verdacht auf Meningokokken
K8 Waterhouse-Friderichsen-Syndrom
+Klinik
- Akuter Beginn mit hochfieber, Schüttelfrost
- Petechiale Hauteinblutungen → rasche Ausbreitung, Ekchymosen
- Schock: Hypotonie, Tachykardie, kalte Extremitäten, Bewusstseinsstörungen
- Übelkeit, Erbrechen, Abdominalschmerzen
- Azidose, Hyperkaliämie (Nebenniereninsuffizienz)
Prüfungstipp: Der Prüfer fragt oft: „Was verursacht das Waterhouse-Friderichsen-Syndrom?" – Antwort: Meningokokkensepsis (Neisseria meningitidis) mit Verbrauchskoagulopathie und beidseitiger Nebennierenrindennekrose. Es kann auch durch andere Sepsisformen (z. B. Pneumokokken, H. influenzae) verursacht werden, aber die Meningokokken-Ätiologie ist die klassische.
Pathophysiologie
Die massive bakteriämische Streuung von Meningokokken führt zu einer disseminierte intravaskulären Gerinnung (DIC), die die Nebennierenrinde ischämisch schädigt und zu einer akuten Nebenniereninsuffizienz führt.
Therapie
- Sofortige intensivmedizinische Betreuung
- Volumenersatz, Katecholamine (Dopamin, Noradrenalin)
- Breitspektrum-Antibiotika (Ceftriaxon) – sofort!
- Hydrokortison-Substitution (stressadaptierte Dosis)
- Gerinnungsfaktoren, Thrombozytenkonzentrate bei DIC
- Isolierung des Patienten (Tröpfcheninfektion)
K9 APGAR-Score
+Die 5 Kriterien
| Kriterium | 0 Punkte | 1 Punkt | 2 Punkte |
|---|---|---|---|
| Appearence (Hautfarbe) | Blass, zyanotisch | Akrozyanose | Rosig |
| Pulse (Herzfrequenz) | Keine (< 100/min) | < 100/min | > 100/min |
| Grimace (Reflex irritability) | Keine Reaktion | Grimassieren | Schreien, Husten, Niesen |
| Activity (Muskeltonus) | Schlaff | Leichte Flexion | Aktive Bewegung |
| Respiration (Atmung) | Keine | Langsam, unregelmäßig | Regelmäßig, kräftig |
Merke die 5 Kriterien mit dem Akronym APGAR: Appearance (Hautfarbe), Pulse (Herzfrequenz), Grimace (Reflexirritabilität), Activity (Muskeltonus), Respiration (Atmung). Jedes Kriterium wird mit 0, 1 oder 2 Punkten bewertet – maximal 10 Punkte.
Auswertung
- 0–3: Schwere Asphyxie – sofortige Reanimation erforderlich
- 4–6: Leichte bis moderate Asphyxie – Stimulierung, ggf. Beatmung
- 7–10: Normaler Zustand
Zeitpunkt
Der APGAR-Score wird 1 Minute, 5 Minuten und 10 Minuten nach der Geburt erhoben. Bei Werten unter 7 werden die Messungen alle 5 Minuten bis zum Erreichen von ≥ 7 fortgesetzt.
K10 Fontanellen (Schädelöffnungen beim Neugeborenen)
+Wichtige Fontanellen
- Große Fontanelle (Fonticulus anterior): Rautenförmig, am Scheitel, schließt sich mit ca. 12–18 Monaten. Normal: leicht pulsierend, leicht eingedellt
- Kleine Fontanelle (Fonticulus posterior): Dreieckig, am Hinterhaupt, schließt sich mit ca. 6–8 Wochen
Klinische Bedeutung
- Vorgewölbt/bullend: Erhöhter intrakranieller Druck (Meningitis, Hydrozephalus)
- Eingesunken (sunken): Dehydratation
- Größe verändert: Kraniosynostosen, Stoffwechselerkrankungen
Prüfungstipp: Der Prüfer kann ein Bild des Neugeborenenschädels zeigen und fragen: „Zeigen Sie mir die Fontanellen – welche Anatomie sehen Sie hier?" – Benennen Sie: Große Fontanelle (Scheitel, rautenförmig, schließt sich mit 12–18 Monaten) und Kleine Fontanelle (Hinterhaupt, dreieckig, schließt sich mit 6–8 Wochen).
Untersuchungstechnik
- Inspektion: Form, Größe, Pulsation
- Palpation: Vorsichtige Betastung mit den Fingerspitzen (keine tiefe Penetration!)
- ACHTUNG: Bei Verdacht auf erhöhten ICP niemals tiefe Palpation oder invasive Maßnahmen über der Fontanelle durchführen!
K11 Nephroblastom (Wilms-Tumor)
+Klinik
- Painless abdominal mass: Tastbare, schmerzlose Abdominalschwellung (oft Zufallsbefund)
- Makrohämaturie (ca. 15–20 %)
- Hypertonie (durch Reninproduktion)
- B-Symptomatik (Fieber, Gewichtsverlust) bei fortgeschrittenen Stadien
Diagnostischer Tipp: Ein Kind kommt zur Vorsorgeuntersuchung. Der Hausarzt tastet eine Abdominalmasse. In der Sonographie zeigt sich eine Nierenerkrankung. „Was ist die wahrscheinlichste Diagnose?" – Antwort: Wilms-Tumor (Nephroblastom).
Diagnostik
- Sonographie: Darstellung der renalen Masse, Differenzierung zum Neuroblastom
- CT-Abdomen: Lokalisation, Ausdehnung, Lymphknoten, Lebermetastasen
- Röntgen-Thorax: Lungmetastasen (häufigste Metastasierungsstelle)
Therapie
- OP (nephronenschonende Tumorresektion wenn möglich)
- Chemotherapie: Aktinomycin D, Vincristin (bei Stadium I–III)
- Strahlentherapie: Bei Stadium III–IV
- Die Therapie erfolgt nach dem SIOP-Protokoll (präoperative Chemotherapie bevorzugt)
K12 Sectio caesarea – Vena-cava-Kompressionssyndrom
+Klinik
- Hypotonie (RR-Abfall > 20 mmHg systolisch)
- Tachykardie
- Übelkeit, Schwindel, Schwäche
- Fetale Bradykardie als kindliches Warnsignal
Prävention und Therapie
- Linksseitenlagerung (mindestens 15° Linksneigung) – auch während einer Sectio!
- Manuelle Uterusverlagerung nach links (sog. „Uterus-displacement")
- Infusionsvolumen vor Spinal-/Epiduralanästhesie
- Vermeidung der Rückenlage während Sectio
Praktischer Hinweis: Der Prüfer fragt: „Eine Patientin wird zur Sectio in Rückenlage gelagert. Plötzlich wird sie hypotensiv und tachycard. Was ist die wahrscheinlichste Ursache und was tun Sie?" – Antwort: Vena-cava-Kompressionssyndrom → Sofort Linksseitenlagerung.
Chirurgische Besonderheiten
Bei der Sectio caesarea in Spinalanästhesie kann das Vena-cava-Kompressionssyndrom besonders ausgeprägt sein. Der Chirurg muss:
- Die Patientin in Linksseitenlagerung operieren
- Den Operationstisch nach links neigen (sog. Linkskippung oder „tilt")
- Die Uterusinzision bevorzugt am unteren Uterinsegment vornehmen
K13 Maligne Erkrankungen im Kindesalter
+Häufigste maligne Erkrankungen
- Leukämien: Häufigste Krebsart bei Kindern (ALL, AML)
- ZNS-Tumoren: Zweithäufigste (Medulloblastom, Astrozytom, Ependymom)
- Lymphome: Non-Hodgkin-Lymphome, Hodgkin-Lymphom
- Neuroblastom: Häufigster extrakranieller Solittumor
- Wilms-Tumor (Nephroblastom): Häufigster Nierentumor
- Hepatoblastom, Retinoblastom, Keimzelltumoren
Allgemeine Warnsignale
- Unklares Fieber, Gewichtsverlust, Nachtschweiß
- Tastbare Lymphadenopathie
- Blässe, Müdigkeit, Anämiezeichen
- Knochenschmerzen (v. a. Leukämie, Neuroblastom)
- Erbrechen morgens mit Kopfschmerzen (ZNS-Tumor)
K14 Anästhesiologische Besonderheiten bei Kindern
+Wichtige Parameter
- Atemfrequenz: Neugeborenes: 30–60/min, Säugling: 25–40/min, Kleinkind: 20–30/min
- Herzfrequenz: Neugeborenes: 100–160/min, Säugling: 80–150/min
- Blutdruck: Altersadaptiert, z. B. Säugling: systolisch ca. 70–90 mmHg
Prämedikation bei Kindern
- Midazolam p.o. oder nasal für Anxiolyse
- Atropin als Anticholinergikum (vagolytisch, sekretionsreduzierend)
- Nüchternheit: Klare Flüssigkeiten bis 2h, Muttermilch bis 4h, feste Nahrung bis 6h
Prüfungstipp: Der Prüfer fragt nach Dosierungen und altersadaptierten Werten. Typische Fragen: „Welche Midazolam-Dosis geben Sie einem 3-jährigen Kind zur Prämedikation?" oder „Wie hoch ist die normale Atemfrequenz bei einem 6 Monate alten Säugling?"
K15 Plötzlicher Kindstod (SIDS) und sichere Schlafumgebung
+Risikofaktoren
- Bauchlage beim Schlafen (stärkster Risikofaktor!)
- Rauchen der Eltern
- Prematurität, niedriges Geburtsgewicht
- Überwärmung
- Weiche Schlafunterlage
- Co-Sleeping (Bett teilen)
Präventionsmaßnahmen (ABC-Regel)
- Always supine – immer in Rückenlage schlafen
- Breastfeeding – Stillen schützt
- Care – kein Co-Sleeping, keine Raucherumgebung
- Feste Schlafunterlage, kühle Raumtemperatur (18–20 °C)
- Schnuller im Schlaf (schützend)
K16 Entwicklungsstadien und Meilensteine
+Motorische Entwicklung
| Alter | Meilenstein |
|---|---|
| 2 Monate | Hebt Kopf in Bauchlage |
| 4 Monate | Greifen nach Objekten, dreht sich |
| 6 Monate | Sitzt mit Stütze, Monosyllaben |
| 9 Monate | Krabbelt, steht mit Unterstützung |
| 12 Monate | Erste Schritte, Pinzettengriff |
| 18 Monate | Geht sicher, stapelt 2–3 Würfel |
| 24 Monate | Rennt, steigt Treppen, 2-Wort-Sätze |
Sprachentwicklung
- 2–3 Monate: Lallen (Gurgellaute)
- 6–9 Monate: Silbenketten (ba-ba, da-da)
- 12 Monate: Erste Worte mit Bedeutung
- 18 Monate: 10–20 Worte
- 24 Monate: 2-Wort-Sätze, 50+ Worte
- 3 Jahre: Sätze, Verständnisfragen
Warnsignale für Entwicklungsverzögerung: Kein Greifen mit 4 Monaten, kein Sitzen mit 8 Monaten, kein Laufen mit 18 Monaten, keine Zwei-Wort-Sätze mit 2 Jahren.
K17 Prüfungsrelevante Kurzübersicht & FAQ
+Die häufigsten Prüfungsfragen im Überblick
- Greenstick-Fraktur: Was ist das? Wie unterscheidet man sie von einer Erwachsenenfraktur? Wann an Tetanus denken?
- Invagination: Symptome? Diagnostik? Sonographisches Zeichen? Therapie?
- Pylorusstenose: Symptome? Alter des Patienten? Diagnostik (Sonographie-Werte)? OP-Name? Elektrolytstörung?
- Hodentorsion: Bell-Clapper-Deformität? Diagnostik? Zeitfenster? OP?
- Waterhouse-Friderichsen: Ursache? Pathophysiologie? Klinik? Therapie?
- APGAR-Score: Was bedeutet APGAR? Kriterien? Zeitpunkte? Interpretation?
- Fontanellen: Welche gibt es? Wann schließen sie sich? Was bedeutet vorgewölbt/gesunken?
- Sectio: Vena-cava-Kompressionssyndrom – was ist das? Was tun?
- Wilms-Tumor: Klinik? Diagnostik? Therapie?
- Meningitis: Erreger nach Alter? Klinik nach Alter? Therapie?