Persönliches Lernmaterial: Diese Zusammenfassung dient der Prüfungsvorbereitung und ersetzt weder offizielle Vorgaben noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Morbus Crohn & Colitis ulcerosa

Differenzialdiagnostische Gegenueberstellung der chronisch-entzuendlichen Darmerkrankungen (CED) — Definition, Aetiologie, Pathologie, Klinik, Diagnostik, Therapie und Komplikationen

1. Definitionen

1.1 Morbus Crohn

Segmental auftretende Entzuendung, die alle Wandschichten (transmural), das mesenteriale Gewebe und die regionalen Lymphknoten befallen kann. Im Prinzip kann der gesamte Gastrointestinaltrakt betroffen sein. Die Hauptlokalisation ist das terminale Ileum.

1.2 Colitis ulcerosa

Die Entzuendung ist auf die Mukosa und Submukosa beschraenkt (selten dringt sie in tiefere Schichten vor). Befallen ist ausschliesslich das Kolon, das Rektum ist immer betroffen.
Pruefungsrelevanz der Definitionen:
  • Beim Morbus Crohn muss explizit erwaehnt werden: „alle Wandschichten des Darms" — die transmurale Entzuendung ist das entscheidende Merkmal.
  • Bei der Colitis ulcerosa muss erwaehnt werden: „ausschliesslich Kolon" und „Rektum immer betroffen". Zusaetzlich: nur Mukosa und Submukosa befallen.
  • Die Wandschichten (Mukosa, Submukosa, Muscularis propria, Serosa/Adventitia) muessen benannt werden koennen.

2. Aetiologie und Pathogenese

  • Die genaue Ursache ist unklar (unclear).
  • Es handelt sich um eine Autoimmunerkrankung mit extraintestinalen Manifestationen.
  • Exogene Ausloeser: z. B. Nikotinabusus (insbesondere beim Morbus Crohn) und andere Umweltfaktoren.
  • Familiaere Praedisposition — genetische Faktoren spielen eine Rolle.
Pathogenese-Konzept: Bei genetisch praedispponierten Personen fuehrt das Zusammenspiel von Immunreaktion (Autoimmunitaet), Umweltfaktoren (Nikotin, Infekte) und mikrobieller Fehlbesiedlung zu einer gestoerten Mukosabarriere und einer chronisch-ueberschiessenden Immunantwort gegenueber der kommensalen Darmflora.

3. Klinische Symptomatik — Unterschiede

MerkmalMorbus CrohnColitis ulcerosa
BauchschmerzenRechts Unterbauch (terminales Ileum), oft chronisch rezidivierendLinks Unterbauch (typischer Ausbreitungsbereich)
Appendizitis-VerwechslungHaeufig — Patienten werden oft unter Appendizitis-Verdacht operiert, obwohl die Appendix histologisch unauffaellig istSelten
StuhlanamneseWeniger Durchfall (Hauptmanifestation ist der terminale Ileum-Befall); ggf. leichte Fieber-EpisodenBlutiger, schleimiger Durchfall (Leitsymptom)
GewichtsverlustHaeufigWeniger typisch
Wichtiger klinischer Hinweis: Beim Morbus Crohn wird haeufig die Appendix entfernt, weil die Klinik eine Appendizitis imitiert. Bei der histologischen Aufarbeitung findet sich dann eine unauffaellige Appendix — der Patient muss weiter abgeklaert werden. Das ist ein typischer Fallstrick in der Pruefung.

4. Extraintestinale Manifestationen

4.1 Gelenkmanifestationen

  • Arthritis — entzuendliche Gelenkentzuendung
  • Arthralgie — Gelenkschmerz ohne fassbare Entzuendung (Schnittbildgebung oft unauffaellig)
  • Achsenskelett-Beteiligung: Sakroiliitis, Spondylitis ankylosans (ankylosierende Spondylitis) — bei Morbus Crohn haeufiger
  • Assoziation mit HLA-B27 bei axialer Beteiligung
Pruefungsfrage: Unterschied Arthritis vs. Arthralgie?
  • Arthritis = objektivierbare Gelenkentzuendung mit klinischen Zeichen (Schwellung, Ueberwaerme, Bewegungseinschraenkung)
  • Arthralgie = Gelenkschmerz ohne fassbaren pathologischen Befund

4.2 Hautmanifestationen

  • Erythema nodosum
  • Aphtoese Ulzerationen (insbesondere der Mundschleimhaut)
Spezialfrage Pruefung: Bei den Mundhoehlenveraenderungen beim Morbus Crohn werden aphthose Ulzerationen beschrieben. Sie sind abzugrenzen von Befunden bei Pemphigus vulgaris oder anderen Autoimmunerkrankungen. Die Frage „Was sehen Sie bei Morbus Crohn an der Mundschleimhaut?" wird in der Pruefung regelmaessig gestellt.

4.3 Augenmanifestationen

  • Uveitis (Entzuendung der Uvea/Mittelauge)
  • Episkleritis (Entzuendung der Sklera)

4.4 Leber- und Gallenwegsmanifestationen

  • Priimaer sklerosierende Cholangitis (PSC) — typische, jedoch seltenere Assoziation. Haeufiger bei Colitis ulcerosa als bei Morbus Crohn.
Wichtige Praedisposition: Blutig-schleimiger Stuhl ist das Leitsymptom der Colitis ulcerosa und wird explizit in der Pruefung erwartet.

5. Befallsmuster und Ausbreitung

KriteriumMorbus CrohnColitis ulcerosa
BefallsmusterDiskontinuierlichSkip Lesions (segmentaler Befall mit gesunden Abschnitten dazwischen)Kontinuierlich — ausgehend vom Rektum nach proximal (Rektum immer betroffen)
AusbreitungVom Mund bis zum Anus moeglich; jede Lokalisation des GI-TraktsAusschliesslich Kolon
HauptlokalisationTerminales Ileum (Ileocolitis am haeufigsten)Beginnt im Rektum, breitet sich kontinuierlich nach proximal aus
Schluesselbegriffe: Skip Lesions (Morbus Crohn) und kontinuierlicher Befall (Colitis ulcerosa) sind Pflichtbegriffe in der Pruefung. Wenn die Frage nach der Unterscheidung kommt, muessen diese Begriffe aktiv verwendet werden.

6. Histopathologie

MerkmalMorbus CrohnColitis ulcerosa
TiefeTransmural — alle WandschichtenNur Mukosa und Submukosa
GranulomeNicht-verkaesende Granulome (transmurale Lymphaggregation mit Epitheloidzell-Granulomen)Keine Granulome
KryptenarchitekturErhalten (initial)Gestoerte Kryptenarchitektur
KryptenabszesseSeltenKryptenabszesse (Becherzellen)
BecherzellenErhaltenBecherzellen vermindert (Becherzellverlust)
Histopathologische Schluesselwoerter (Pruefung):
  • Morbus Crohn: Granulom (nicht-verkaesend, epitheloid), transmural
  • Colitis ulcerosa: Kryptenatrophie, gestoerte Kryptenarchitektur, Becherzellschwund, Kryptenabszesse
  • Diese Begriffe signalisieren dem Pruefer, dass der Stoff verstanden wurde.

7. Endoskopische und bildgebende Befunde

7.1 Endoskopie

BefundMorbus CrohnColitis ulcerosa
UlzerationenPflastersteinrelief (tiefe, longitudinale Ulzera zwischen erhaltenen Schleimhautinseln), AphtenKontinuierliche, flache Ulzera; keine aphtoesen Laesionen
StrikturenStrikturen haeufig (durch Wandfibrose)Selten (nur bei langjaehrigem Verlauf)
FistelnFisteln (enterale, enterokutane, entero-enterale)Praktisch nie
Kontinuierlicher BefallNein (diskontinuierlich)Ja — kontinuierlich, vom Rektum ausgehend

7.2 Roentgen / Kontrastmitteluntersuchung (Sellink)

  • Morbus Crohn: Gartenschlauch-Phaenomen (string sign) — Segment mit hochgradiger Stenose, das im Kontrastbild wie ein Gartenschlauch schmal wirkt. Zusaetzlich Korkenzieher-Strikturen und Longitudinal-Strikturen mit dazwischenliegender Dilatation, Flauten-Delle (segmentale, flache Eindellungen) und Pflastersteinrelief.
  • Colitis ulcerosa: Froschmaul / Bleistift-Kolon (Verlust der Haustrierung, das Kolon wirkt glatt und starr)
Wichtige Roentgenbefunde:
  • Gartenschlauch-Phaenomen (string sign) = Morbus Crohn
  • Froschmaul / Bleistift-Kolon = Colitis ulcerosa (Verlust der Haustrierung)
  • Pflastersteinrelief = Morbus Crohn
  • Korkenzieher-Strikturen = Morbus Crohn
Diese Begriffe muessen in der Pruefung aktiv verwendet werden.

7.3 Sonographie (Sonografie) und CT

  • Kokarden-Phaenomen (target sign / bull's eye) — typischer Befund bei Morbus Crohn, aber auch bei Appendizitis und Divertikulitis.
  • Darstellbar: Abszesse, Fisteln, Stenosen.

7.4 Weitere Diagnostik

  • Koloskopie mit Ileokoloskopie — Goldstandard zur Beurteilung von Kolon und terminalem Ileum. Bei Colitis ulcerosa immer Rektum mitbeurteilen.
  • Oesophagogastroduodenoskopie (OEGD) — bei V. a. Morbus Crohn zum Ausschluss eines oeso-gastroduodenalen Befalls.
  • Transabdomineller Ultraschall — nicht-invasive Erstdiagnostik.
  • CT-Abdomen — bei Komplikationen (Abszess, Fistel, Perforation).
  • MRT des Beckens — bei V. a. perianalen Befall (Fisteln, Abszesse).
  • Differenzialdiagnose: Appendizitis, Divertikulitis, infektioese Kolitis, ischaemische Kolitis, medikamentoese Kolitis.
Vollstaendigkeitspruefung: Bei Erstdiagnose einer CED sollte immer eine Koloskopie mit Biopsie, eine Oesophagogastroduodenoskopie und ein transabdomineller Ultraschall erfolgen. Das „Weglassen" der OEGD wird in der Pruefung als unvollstaendig gewertet.

8. Komplikationen

8.1 Komplikationen des Morbus Crohn

  • Fisteln — enterale, enterokutane, entero-enterale, enterovesikale, rektovaginale. Am haeufigsten sind Fisteln und Abszesse (perianale und intraabdominelle).
  • Abszesse — intraabdominell, perianal, retroperitoneal
  • Stenosen mit Ileus
  • Perforation
  • Malabsorptionssyndrom:
    • Vitamin-B12-Mangel (terminales Ileum betroffen — intrinsic factor und Resorption)
    • Eisenmangel (Ferritin erniedrigt, Transferrin erhoeht)
    • Vitamin-D-Mangel, Hypokalzaemie, sekundaerer Hyperparathyreoidismus
    • Hypalbuminaemie, Proteinverlust
    • Vitamin-K-Mangel (Gerinnungsstoerung)
  • Toxisches Megakolon (seltener als bei Colitis ulcerosa)
  • Konglomerattumor — entzuendlicher Konglomerattumor aus verbackenen Darmschlingen, tastbar als abdominelle Resistenz
  • Erhoehtes Karzinomrisiko bei langjaehrigem Verlauf
Wichtige Lokalisation der Fisteln: Fisteln sind beim Morbus Crohn am haeufigsten perianal und enteral. Bei perianalen Fisteln und Abszessen muss an Morbus Crohn gedacht werden.

8.2 Komplikationen der Colitis ulcerosa

  • Toxisches Megakolon — die haeufigste und gefaehrlichste Komplikation. Akute, lebensbedrohliche Erweiterung des Kolons.
  • Perforation
  • Massive Blutung
  • Kolorektales Karzinom (bei langjaehriger Erkrankung, v. a. bei Pancolitis)
  • Extraintestinale Manifestationen (Augen, Haut, Gelenke, Leber)
Akuter Notfall: Toxisches Megakolon ist die wichtigste Notfallkomplikation der Colitis ulcerosa und kann zum Schock fuehren. Wortwahl in der Pruefung: Immer „toxisches Megakolon" sagen, nicht nur „Megakolon" — der Pruefer erwartet den vollstaendigen Begriff.

9. Therapie des Morbus Crohn

9.1 Therapieziele

  • Verbesserung der Lebensqualitaet
  • Verringerung der klinischen Symptome
  • Erhalt der natuerlichen Darmfunktion
  • Vermeidung von Komplikationen
  • Remissionserhaltung
Wichtiger Grundsatz: Der Morbus Crohn ist nicht heilbar — weder medikamentoes noch chirurgisch. Eine vollstaendige Heilung ist nicht moeglich. Das unterscheidet ihn grundsaetzlich von der Colitis ulcerosa.

9.2 Medikamentoese Stufentherapie

Stufenschema (laut Vorlesung):
  1. Glukokortikoide (Kortikosteroide) — Erstlinientherapie im akuten Schub
  2. Bei Nicht-Ansprechen: Immunsuppressiva
    • Azathioprin
    • Methotrexat
  3. Bei weiterhin fehlendem Ansprechen: TNF-alpha-Antikoerper (Biologicals)
    • Infliximab
    • Adalimumab (ebenfalls TNF-alpha-Blocker)
Pruefungsreihenfolge: Glukokortikoid → Immunsuppressivum (Azathioprin, Methotrexat) → TNF-alpha-Antikoerper (Infliximab). Diese Reihenfolge muss sitzen.

9.3 Operative Therapie — Morbus Crohn

Absolute OP-Indikationen

  • Perforation
  • Ileus
  • Massive Blutung
  • Komplexe Fisteln, die konservativ nicht beherrschbar sind
Pruefungsfrage: Warum wird beim Morbus Crohn nicht direkt operiert?

Antwort: Wegen des Risikos des Short-Bowel-Syndroms (Kurzdarmsyndrom). Bei ausgedehnten Resektionen kann ein Kurzdarmsyndrom entstehen, das zu:

  • Malabsorption
  • Infektionen
  • Thrombosen
fuehrt und lebensbedrohlich sein kann. Frueher sind viele Patienten nach ausgedehnten Resektionen am Short-Bowel-Syndrom verstorben.
Kurzdarmsyndrom (Short Bowel Syndrome): Lebensbedrohliche Komplikation nach ausgedehnter Darmresektion mit Malabsorption, Infektionen und Thrombosen. Daher wird beim Morbus Crohn grundsaetzlich eine sparsame Resektion angestrebt.

10. Therapie der Colitis ulcerosa

10.1 Medikamentoese Therapie

  • Mesalazin (5-ASA, Mesalazin-Praeparate) — Erstlinientherapie
  • Glukokortikoide (Kortikosteroide) — im akuten Schub
  • Immunsuppressiva und Biologicals bei schweren Verlaeufen

10.2 Operative Therapie — Colitis ulcerosa

Operative Heilung durch Proktokolektomie: Vollstaendige Entfernung von Rektum und Kolon (Proktokolektomie). Die Colitis ulcerosa ist durch diesen Eingriff heilbar, da sie ausschliesslich auf den Dickdarm beschraenkt ist.
Schluesselbegriff Pruefung: Proktokolektomie — die vollstaendige Entfernung von Rektum und Kolon. Achtung: Den Begriff Proktokolektomie korrekt aussprechen — nicht mit Kolektomie verwechseln, da nur die Proktokolektomie die Krankheit heilt.

10.3 Absolute OP-Indikationen

  • Perforation
  • Toxisches Megakolon
  • Therapierefraktaere schwere Kolitis
  • Kolorektales Karzinom (bzw. dringender V. a. Malignom)

11. Direkter Vergleich — Morbus Crohn vs. Colitis ulcerosa

KriteriumMorbus CrohnColitis ulcerosa
AetiologieUnklar, Autoimmun, genetisch, Nikotin, InfekteUnklar, Autoimmun, genetisch
BefallsmusterDiskontinuierlich, Skip LesionsKontinuierlich, vom Rektum aufsteigend
HauptlokalisationTerminales Ileum, gesamter GI-Trakt moeglichAusschliesslich Kolon
WandschichtenAlle Wandschichten (transmural)Nur Mukosa und Submukosa
HistologieNicht-verkaesende Granulome, transmurale LymphaggregationKryptenatrophie, gestoerte Kryptenarchitektur, Kryptenabszesse, Becherzellschwund
EndoskopiePflastersteinrelief, Aphten, Strikturen, FistelnKontinuierliche Ulzera, keine Aphten
Roentgen / KMGartenschlauch-Phaenomen, KorkenzieherFroschmaul / Bleistift-Kolon (Verlust der Haustrierung)
Klinik — SchmerzRechts UnterbauchLinks Unterbauch
Klinik — StuhlWeniger Durchfall, evtl. leichtes FieberBlutig-schleimiger Durchfall (Leitsymptom)
KomplikationenFisteln, Abszesse, Stenosen, Ileus, Malabsorption, KonglomerattumorToxisches Megakolon, Blutung, Karzinom
MedikationGlukokortikoide → Immunsuppressiva (Azathioprin, MTX) → TNF-alpha-Antikoerper (Infliximab)Mesalazin, Glukokortikoide, ggf. Biologicals
OP-VerfahrenSparsame Resektion (Cave: Short Bowel)Proktokolektomie (heilend)
HeilbarkeitNicht heilbarHeilbar durch Proktokolektomie
Zentrale Unterscheidungsmerkmale (Pruefung):
  • Morbus Crohn: diskontinuierlich, alle Wandschichten, terminales Ileum, Gartenschlauch, Granulome, nicht heilbar
  • Colitis ulcerosa: kontinuierlich, nur Mukosa/Submukosa, ausschliesslich Kolon, Froschmaul, Kryptenabszesse, heilbar durch Proktokolektomie

12. Klinische Fallstricke und Besonderheiten

Typische Pruefungsfragen und Antworten:
  • „Welche Truncus-coeliacus-Aeste versorgen den Darm?" — Anatomische Frage, wichtig fuer die Lokalisation der Erkrankung.
  • „Welche Gefaesse versorgen das terminale Ileum?" — A. ileocolica (aus A. mesenterica superior).
  • „Welche Diagnose bei rezidivierender Appendizitis mit unauffaelliger Appendix im histologischen Praeparat?" — V. a. Morbus Crohn mit Befall des terminalen Ileums.
  • „Warum nicht direkt operieren bei Morbus Crohn?" — Risiko des Short-Bowel-Syndroms.
  • „Was ist der Unterschied zwischen Arthritis und Arthralgie?" — Arthritis = objektivierbare Gelenkentzuendung; Arthralgie = Gelenkschmerz ohne fassbaren Befund.
  • „Welche HLA-Assoziation bei Spondylitis ankylosans?" — HLA-B27.
  • „Was sehen Sie bei der Mundhoehleninspektion bei Morbus Crohn?" — Aphthoese Ulzerationen.

13. Labor und Allgemeinveraenderungen

  • Eisenmangelanaemie — haeufig bei Morbus Crohn (durch Malabsorption und chronische Entzuendung).
  • Vitamin-B12-Mangel — bei Befall des terminalen Ileums.
  • CRP und BSG erhoeht als Entzuendungsparameter.
  • Hypalbuminaemie bei schwerer Malabsorption oder Proteinverlust.
  • Leberwerte (insbesondere AP und Gamma-GT) bei V. a. PSC kontrollieren.
  • HLA-B27 bei V. a. Spondylitis ankylosans / Sakroiliitis.

14. Zusammenfassung — Pruefungs-Highlights

Top 12 Pruefungs-Facts:
  1. Morbus Crohn = alle Wandschichten (transmural); Colitis ulcerosa = nur Mukosa/Submukosa.
  2. Morbus Crohn = diskontinuierlich (Skip Lesions); Colitis ulcerosa = kontinuierlich (vom Rektum aufsteigend).
  3. Morbus Crohn = terminales Ileum als Hauptlokalisation; Colitis ulcerosa = nur Kolon.
  4. Morbus Crohn = Gartenschlauch-Phaenomen; Colitis ulcerosa = Froschmaul / Bleistift-Kolon.
  5. Morbus Crohn = Granulome (nicht-verkaesend); Colitis ulcerosa = Kryptenabszesse und Becherzellschwund.
  6. Morbus Crohn = Fisteln und Abszesse; Colitis ulcerosa = toxisches Megakolon (Notfall!).
  7. Morbus Crohn = blutiger Stuhl NICHT typisch (Hauptsymptom: Unterbauchschmerz rechts); Colitis ulcerosa = blutig-schleimiger Durchfall.
  8. Morbus Crohn = nicht heilbar; Colitis ulcerosa = heilbar durch Proktokolektomie.
  9. Morbus Crohn = Stufentherapie: Glukokortikoid → Immunsuppressivum (Azathioprin, MTX) → TNF-alpha-Antikoerper (Infliximab).
  10. Morbus Crohn = sparsame Resektion wegen Short-Bowel-Syndrom-Risiko.
  11. Aphtoese Ulzerationen der Mundschleimhaut bei Morbus Crohn.
  12. HLA-B27-Assoziation bei axialer Beteiligung (Sakroiliitis, Spondylitis ankylosans).