Persönliches Lernmaterial: Diese Zusammenfassung dient der Prüfungsvorbereitung und ersetzt weder offizielle Vorgaben noch eine individuelle ärztliche Beratung.

Cholelithiasis, Cholezystitis & Ikterus

Klinischer Leitfaden zur Differenzialdiagnose und Behandlung von Gallenwegserkrankungen
Medizinische Vorlesungszusammenfassung

📌Definitionen & Schlüsselbegriffe

Cholelithiasis (Gallensteine)

Das Vorhandensein von Steinen (Konkremente) in der Gallenblase. Die Steine entstehen durch ein Ungleichgewicht in der Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit. Es werden zwei Haupttypen unterschieden:

SteintypHäufigkeitZusammensetzungUrsachen
Cholesterinsteine75–80 %CholesterinmonohydratErhöhtes Cholesterin in der Galle, verminderte Gallensäuren
Pigmentsteine20–25 %Bilirubin, KalziumChronische Hämolyse, Leberzirrhose, fortgeschrittenes Alter

Cholezystitis (Gallenblasenentzündung)

Eine Entzündung der Gallenblase, die meist als Komplikation der Cholelithiasis auftritt. Es wird zwischen einer akuten und einer chronischen Form unterschieden.

Wichtige Fachbegriffe

Gallenblase (Vesica fellea): Speicherorgan für Gallenflüssigkeit
Gallenflüssigkeit (Galle): Sekret der Leber zur Fettverdauung
Cholezystokinin (CCK): Hormon, das nach einer Mahlzeit die Gallenblasenkontraktion auslöst
Ductus choledochus: Gemeinsamer Gallengang (Leber + Gallenblase)
Ikterus (Gelbsucht): Gelbfärbung durch erhöhtes Bilirubin
Murphy-Zeichen: Druckschmerz über der Gallenblase bei Inspiration
Wichtig für die Prüfung

Das Wort „Galle" bezieht sich auf die Gallenflüssigkeit (arabisch: الجالي = die Galle). Die Gallenblase heißt Vesica fellea. „Koli" bedeutet im Arabischen „Galle" — daher: Cholezystitis = Gallenblasenentzündung.

⚙️Pathophysiologie der Gallensteinbildung

Cholesterinsteinbildung

Die Bildung von Cholesterinsteinen beruht auf einer Störung des Löslichkeitsprodukts der Galle. Für eine normale Löslichkeit des Cholesterins in der Gallenflüssigkeit sind bestimmte Verhältnisse von Cholesterin, Phospholipiden und Gallensäuren (sog. „biliäres Dreieck") erforderlich. Wenn das Verhältnis von Cholesterin zu den Gallensäuren steigt, kommt es zur Cholesterin-Übersättigung der Galle und damit zur Steinbildung.

Die entscheidenden Faktoren sind:

  • Erhöhter Cholesterinspiegel in der Gallenflüssigkeit (Hypercholesterinämie, Östrogene, Adipositas)
  • Verminderte Gallensäuren (verminderte Sekretion bei Lebererkrankungen)
  • Verminderte Gallenblasenmotilität (Hypomotilität) — führt zu Gallenblasenstase und ermöglicht die Steinbildung
  • Überschüssiges Bilirubin bei Hämolyse → Pigmentsteine
Merkwissen

Die Gallenblasenmotilität spielt eine entscheidende Rolle: Eine verminderte Beweglichkeit der Gallenblase führt zur Stase der Galle und begünstigt die Steinbildung. Das Hormon Cholezystokinin (CCK) ist für die Kontraktion der Gallenblase nach einer Mahlzeit verantwortlich.

Pigmentsteine

Pigmentsteine (schwarze und braune) entstehen in Zusammenhang mit:

  • Chronischer Hämolyse (z. B. Sichelzellanämie, hereditäre Sphärozytose)
  • Leberzirrhose
  • Fortgeschrittenem Alter

Bei Hämolyse wird vermehrt unkonjugiertes Bilirubin produziert, das in der Galle ausfällt und zu Pigmentsteinen führt.

Prüfungsfrage

Frage: Warum entstehen bei einer Hämolyse vermehrt Pigmentsteine?

Antwort: Bei der Hämolyse wird vermehrt unkonjugiertes Bilirubin freigesetzt, das in der Leber konjugiert und über die Galle ausgeschieden wird. Bei chronischer Hämolyse kann das Bilirubin in der Galle auskristallisieren und Pigmentsteine bilden.

🩺Klinische Symptome & klinische Untersuchung

Gallenkolik

Die Gallenkolik ist das Leitsymptom der Cholelithiasis:

  • Starke, krampfartige Schmerzen im rechten Oberbauch
  • Schmerzausstrahlung in die rechte Schulter oder das Schulterblatt (sog. „referred pain" durch Reizung des N. phrenicus)
  • Schmerzdauer: Minuten bis mehrere Stunden
  • Auslöser: Fettige Mahlzeiten (besonders 1–2 Stunden nach dem Essen)
  • Übelkeit und Erbrechen begleitend
Wichtig für die Prüfung

Warum treten die Schmerzen typischerweise 1–2 Stunden nach dem Essen auf? Nach einer Mahlzeit — insbesondere einer fettreichen — wird Cholezystokinin (CCK) aus der Dünndarmschleimhaut freigesetzt. CCK bewirkt eine Kontraktion der Gallenblase. Wenn ein Stein im Gallenblasenhals oder im Ductus cysticus eingeklemmt ist, führt diese Kontraktion zu einer akuten Dehnung der Gallenblasenwand und damit zum typischen Kolikschmerz.

Akute Cholezystitis

Zusätzlich zur Gallenkolik treten bei der akuten Cholezystitis:

  • Persistierende Schmerzen im rechten Oberbauch (über 4–6 Stunden)
  • Fieber und Schüttelfrost
  • Murphy-Zeichen positiv: Bei der Inspiration führt der Druckschmerz im rechten Oberbauch zum plötzlichen Atemstillstand
  • Lokale Abwehrspannung im rechten Oberbauch
  • Leukozytose im Blutbild

Charcot-Trias (Cholangitis)

Wichtig für die Prüfung — Charcot-Trias

Die Charcot-Trias ist die klassische Symptomtrias der akuten eitrigen Cholangitis:

  1. Fieber
  2. Ikterus (Gelbsucht)
  3. Rechtsseitiger Oberbauchschmerz

Diese Trias weist auf eine Obstruktion der Gallenwege mit aufsteigender Infektion hin und ist ein Notfall — es besteht die Gefahr einer Sepsis!

Differentialdiagnose

Folgende Erkrankungen müssen differentialdiagnostisch in Betracht gezogen werden:

ErkrankungUnterscheidungsmerkmale
Akute PankreatitisStarke gürtelförmige Schmerzen, Ausstrahlung in den Rücken, erhöhte Lipase/Amylase
AppendizitisSchmerzen periumbilikal → rechter Unterbauch (McBurney), kein Fieber im Frühstadium
Ulcus ventriculi/duodeniNüchternschmerz, Besserung durch Nahrungsaufnahme
Akute HepatitisDiffuse Oberbauchschmerzen, stark erhöhte Transaminasen, Ikterus
HerzinfarktBrustschmerz, Dyspnoe, EKG-Veränderungen, erhöhte Troponine
Prüfungsfrage

Frage: Was versteht man unter dem Murphy-Zeichen und wie wird es geprüft?

Antwort: Der Untersucher legt seine Fingerkuppen unter den rechten Rippenbogen. Der Patient wird aufgefordert, tief einzuatmen. Bei der Inspiration bewegt sich die Gallenblase nach kaudal. Wenn dabei ein Druckschmerz auftritt und der Patient reflexartig die Inspiration abbricht, ist das Murphy-Zeichen positiv — typisch für eine akute Cholezystitis.

🔬Diagnostisches Vorgehen

Diagnostischer Algorithmus

Anamnese Körperliche Untersuchung Laborparameter Abdomensonografie ERCP (falls indiziert)

1. Laborparameter (Cholestaseparameter)

ParameterBezeichnungBedeutung
APAlkalische PhosphataseErhöht bei Gallenstauung (Cholestase)
γ-GT (GGT)Gamma-GlutamyltransferaseErhöht bei Gallenstauung, sehr sensitiv
GOT/GPTTransaminasen (AST/ALT)Erhöht bei Leberschädigung, Gallenstauung
BilirubinGesamt-BilirubinErhöht bei Obstruktion der Gallenwege
Lipase / AmylasePankreasenzymeErhöht bei begleitender Pankreatitis
Wichtig für die Prüfung

Die Cholestaseparameter umfassen: AP, γ-GT, Bilirubin, GOT, GPT. Diese Parameter sind bei einer Obstruktion der Gallenwege typischerweise erhöht.

2. Abdomensonografie

Die Abdomensonografie ist die Methode der ersten Wahl. Sie ermöglicht die Beurteilung von:

  • Gallenblasensteine — echoreiche Strukturen mit dorsalem Schallschatten
  • Gallenblasenwanddicke — verdickte Wand (>3 mm) spricht für Cholezystitis
  • Ductus choledochus — normaler Durchmesser ≤ 7 mm; Erweiterung = Obstruktion
  • Freie Flüssigkeit im Bauch — Hinweis auf Perforation
  • Darmgas und Darmbeweglichkeit — bei V. a. Ileus
Merkwissen

Der normale Durchmesser des Ductus choledochus beträgt ≤ 7 mm. Bei einer Obstruktion ist der Ductus choledochus erweitert (> 7 mm).

3. ERCP (Endoskopisch-retrograde Cholangiopankreatikografie)

Die ERCP ist sowohl diagnostisch als auch therapeutisch. Indikationen:

  • Choledocholithiasis (Stein im Ductus choledochus)
  • Cholangitis
  • V. a. Gallenblasenkarzinom oder Klatskin-Tumor
  • Strukturen des Gallengangs

Mögliche Massnahmen: Papillotomie (Eröffnung der Papilla Vateri), Steinextraktion (Dormia-Korb, Ballon), Biopsien, Stent-Einlage.

Prüfungsfrage

Frage: Was versteht man unter einer Papillotomie und wozu dient sie?

Antwort: Die Papillotomie (endoskopische Sphinkterotomie) ist die elektrische Durchtrennung der Papilla Vateri während einer ERCP. Sie ermöglicht die Steinextraktion aus dem Ductus choledochus und die Entlastung einer Gallenwegsobstruktion.

4. Weitere bildgebende Verfahren

  • Abdomensonografie: Methode der 1. Wahl
  • MRCP: Nicht-invasives Schnittbildverfahren zur Darstellung der Gallenwege
  • CT-Abdomen: Bei V. a. Gallensteinileus, Perforation oder Karzinom
  • Röntgen-Abdomen: Nur 10–15 % der Gallensteine sind röntgendicht

⚠️Komplikationen der Cholelithiasis & Cholezystitis

Komplikationen der akuten Cholezystitis

  • Gallenblasenempyem: Eiteransammlung in der Gallenblase
  • Perforation: Durchbruch der Gallenblasenwand → biliäre Peritonitis
  • Cholezystitischer Abszess: Lokalisierte Eiteransammlung
Prüfungsfrage

Frage: Was versteht man unter einer Perforation der Gallenblase?

Antwort: Bei einer schweren akuten Cholezystitis kann es zur Perforation (Durchbruch) der Gallenblasenwand kommen. Der infizierte Gallenblaseninhalt tritt in die freie Bauchhöhle aus und führt zur biliären Peritonitis, einer lebensbedrohlichen Komplikation.

Gallensteinileus

Ein Gallensteinileus entsteht, wenn ein grosser Gallenstein (> 2,5 cm) über eine cholezystoenterische Fistel in den Darm wandert und dort eine Obstruktion verursacht. Typischer Lokalisationsort ist die Ileozäkalklappe oder das Sigmoideum.

  • Klinisches Bild: Symptome eines mechanischen Ileus (Übelkeit, Erbrechen, Stuhlverhalt, geblähtes Abdomen)
  • Diagnostik: Röntgen-Abdomen (Aerobilie = Luft in den Gallenwegen), CT-Abdomen
  • Therapie: Chirurgische Intervention (Enterotomie und Steinentfernung)
Prüfungsfrage

Frage: Was ist ein Gallensteinileus?

Antwort: Ein Gallensteinileus entsteht durch einen grossen Gallenstein (> 2,5 cm), der über eine cholezystoenterische Fistel in den Darm wandert und dort eine Obstruktion verursacht. Im Röntgen spricht man von Aerobilie (Luft in den Gallenwegen).

Porzellangallenblase

Die Porzellangallenblase ist eine seltene Spätkomplikation einer chronischen Cholezystitis mit Verkalkung der Gallenblasenwand. Wegen des erhöhten Karzinomrisikos (bis 25 %) ist eine prophylaktische Cholezystektomie indiziert.

Wichtig für die Prüfung

Die Porzellangallenblase ist eine Indikation zur prophylaktischen Cholezystektomie, da sie mit einem deutlich erhöhten Risiko für ein Gallenblasenkarzinom einhergeht!

Gallenblasenkarzinom

Ein Adenokarzinom der Gallenblase kann sich auf dem Boden einer chronischen Cholezystitis, insbesondere einer Porzellangallenblase, entwickeln. Risikofaktoren: Gallensteine, chronische Entzündung, Porzellangallenblase. Prognose meist schlecht.

Biliäre Pankreatitis

Ein Stein im Ductus choledochus kann die Papilla Vateri verlegen und den Pankreasgang blockieren. Dadurch staut sich Pankreassekret zurück und führt zur autodigestiven Schädigung des Pankreas.

  • Klinisches Bild: Starke gürtelförmige Schmerzen im Oberbauch, Ausstrahlung in den Rücken
  • Labor: Stark erhöhte Lipase und Amylase (mind. 3-fach oberhalb der Norm)
  • Diagnostik: Sonografie, ggf. ERCP mit Steinextraktion
  • Therapie: ERCP mit Papillotomie und Steinextraktion, ggf. laparoskopische Cholezystektomie

Cholangitis

Eine Cholangitis entsteht durch eine Obstruktion der Gallenwege mit nachfolgender bakterieller Besiedlung. Typisches Bild: Charcot-Trias. In schweren Fällen tritt die Reynolds-Pentade hinzu: zusätzlich Schock und Bewusstseinstrübung.

Prüfungsfrage

Frage: Was ist der Unterschied zwischen Charcot-Trias und Reynolds-Pentade?

Antwort: Die Charcot-Trias (Fieber + Ikterus + rechtsseitiger Oberbauchschmerz) weist auf eine akute Cholangitis hin. Die Reynolds-Pentade umfasst zusätzlich Schock und Bewusstseinstrübung und deutet auf eine lebensbedrohliche Form hin.

💊Therapie & chirurgische Indikationen

Allgemeine Therapieprinzipien

  • Nahrungskarenz (NPO) bei akuter Symptomatik
  • Intravenöse Flüssigkeitszufuhr und Elektrolytersatz
  • Analgesie (z. B. Metamizol, ggf. Morphin)
  • Antibiotika bei V. a. bakterielle Infektion (z. B. Cholezystitis, Cholangitis)

Cholezystektomie (Gallenblasenentfernung)

Die Cholezystektomie ist die operative Entfernung der Gallenblase. Indikationen:

IndikationDringlichkeit
Symptomatische CholelithiasisElektiv (geplant)
Akute CholezystitisDringlich (innerhalb 72h oder Intervall)
PorzellangallenblaseElektiv — prophylaktisch
Gallenblasenpolypen > 10 mmElektiv — prophylaktisch
GallenblasenkarzinomDringlich — kurativ

Verfahren:

  • Laparoskopische Cholezystektomie: Methode der Wahl, minimal-invasiv
  • Offene Cholezystektomie: bei komplizierten Fällen oder Konversion
Klinische Praxis

Nach Entfernung der Gallenblase fliesst die Galle direkt von der Leber über den Ductus choledochus ins Duodenum. Die Verdauungsfunktion bleibt erhalten. Patienten können ein postcholezystektomisches Syndrom entwickeln (Diarrhoe, Dyspepsie).

ERCP mit Steinextraktion

Bei Choledocholithiasis ist die ERCP mit Steinextraktion die Therapie der Wahl:

  1. Duodenoskopische retrograde Darstellung der Gallenwege
  2. Endoskopische Papillotomie
  3. Steinextraktion mittels Dormia-Korb oder Ballon
  4. Ggf. Einlage eines Stents oder einer Nasobiliären Sonde

Therapie der akuten Cholangitis

  • Leichte Form: Antibiotika + konservative Therapie + geplante ERCP
  • Schwere Form: Sofortige ERCP mit Gallenwegsdrainage + Antibiotika + Intensivüberwachung
Prüfungsfrage

Frage: Wann ist bei einer Cholangitis eine notfallmäßige ERCP indiziert?

Antwort: Eine Notfall-ERCP mit Gallenwegsdrainage ist indiziert bei der akuten eitrigen Cholangitis, insbesondere bei Vorliegen der Reynolds-Pentade. Ziel ist die Entlastung der Gallenwege und die Verhinderung einer Sepsis.

🫀Relevante Anatomie der Gallenwege

Die extrahepatischen Gallenwege bestehen aus:

  • Ductus hepaticus dexter et sinister — rechter und linker Lebergang
  • Ductus hepaticus communis — Vereinigung beider Lebengänge
  • Ductus cysticus — Gallenblasengang
  • Ductus choledochus — gemeinsamer Gallengang; mündet über die Papilla Vateri in das Duodenum
Anatomischer Merksatz

Die Gallenblase liegt subserös an der viszeralen Oberfläche der Leber. Sie besteht aus Fundus, Corpus und Collum (Hals), das in den Ductus cysticus übergeht.

Sonografische Normalwerte

StrukturNormalwertPathologisch
Ductus choledochus≤ 7 mm> 7 mm (erweitert)
Gallenblasenwand≤ 3 mm> 3 mm (verdickt)
Intrahepatische Gallenwegenicht dargestelltdilatiert sichtbar

📚Prüfungshinweise & Exam Pearls

Typische Prüfungsfragen mit Musterantworten

Frage 1

Frage: Nennen Sie die beiden Haupttypen von Gallensteinen und ihre Ursachen!

Antwort: Cholesterinsteine (75–80 %) — entstehen durch erhöhtes Cholesterin in der Galle bei vermindertem Gallensäureanteil. Pigmentsteine (20–25 %) — entstehen durch erhöhtes Bilirubin bei Hämolyse oder Leberzirrhose.

Frage 2

Frage: Was ist die Charcot-Trias?

Antwort: Fieber + Ikterus + rechtsseitiger Oberbauchschmerz — typische Trias der akuten eitrigen Cholangitis.

Frage 3

Frage: Was ist der normale Durchmesser des Ductus choledochus?

Antwort: ≤ 7 mm; bei Erweiterung spricht man von einer Obstruktion.

Frage 4

Frage: Was ist das Murphy-Zeichen?

Antwort: Druckschmerz über der Gallenblase bei gleichzeitiger Inspiration — bei positivem Befund bricht der Patient die Einatmung ab. Hinweisend auf akute Cholezystitis.

Frage 5

Frage: Was ist eine Porzellangallenblase und warum ist sie relevant?

Antwort: Eine Verkalkung der Gallenblasenwand als Folge einer chronischen Cholezystitis. Relevant wegen des erhöhten Karzinomrisikos (bis 25 %) — daher prophylaktische Cholezystektomie.

Frage 6

Frage: Was ist ein Gallensteinileus?

Antwort: Ein Ileus, verursacht durch einen grossen Gallenstein (> 2,5 cm), der über eine cholezystoenterische Fistel in den Darm gewandert ist und dort den Darm verlegt.

Frage 7

Frage: Warum treten Gallenkoliken typischerweise nach fettreichen Mahlzeiten auf?

Antwort: Fett im Duodenum stimuliert die CCK-Ausschüttung → Kontraktion der Gallenblase → Einklemmung eines Steins → Kolik.

Frage 8

Frage: Was ist die Reynolds-Pentade?

Antwort: Charcot-Trias (Fieber, Ikterus, Oberbauchschmerz) + Schock + Bewusstseinstrübung — Zeichen einer schwersten akuten Cholangitis mit hoher Mortalität.

Do's & Don'ts für die Prüfung

Do'sDon'ts
Charcot-Trias und Reynolds-Pentade kennen und unterscheidenNicht bei jeder Gallenkolik sofort eine ERCP anordnen
Sonografische Normalwerte (Ductus choledochus ≤ 7 mm) kennenCholestaseparameter nicht isoliert, sondern im klinischen Kontext interpretieren
Cholezystektomie-Indikationen kennenEine Porzellangallenblase nicht als Zufallsbefund abtun
Unterschied Cholesterin- vs. Pigmentsteine kennenCholedocholithiasis nicht mit Cholezystolithiasis verwechseln
CCK-Mechanismus bei Gallenkolik erklären könnenBei V. a. akute Cholangitis nicht mit der Diagnostik verzögern